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Kultur

Der Blaue Salon (II) - ein Plädoyer für den Rauchgenuss

Samstag, den 3. Mai 2008 um 15:52 Uhr von alexander günther
Rauchen kann lustig sein; Photo: psychofish

Im Zentrum des “Blauen Salons” steht dieses Mal eine Wortmeldung zum Thema, die der Debatte ums Rauchen einerseits außergewöhnlich geistreiche Überlegungen hinzufügen soll und sich andererseits durch innovative Gedankenzüge auszeichnet. Schließlich soll an dieser Stelle eine fruchtbare Diskussion ausgelöst und unterstützt werden. Wir wollen weg von den ausgetretenen Pfaden, die ermüdend zwischen „ich-bin-dagegen-basta“ und „ich-bin-gegen-dagegen-ätsch“ pendeln.

Besagter Beitrag ist vollständig auf dem Blog von Miss Fallen  zu lesen. Es handelt sich um eine überaus scharfsinnige und intelligente Zusammenfassung der Debatte ums Rauchen. Miss Fallen sieht in der Debatte um das Nichtraucherschutzgesetz nur eines von vielen Beispielen, welche darauf hinweisen, dass eine „Neue Ära“ anbrechen könnte. Denn, was den meisten Kritikern des Rauchens anscheinend noch nicht ganz klar ist: „Es geht schließlich um viel, viel mehr als das Rauchen.“ Denn die, von ihr als „Neue Ära“ bezeichnete Periode, spricht von einer Gesellschaft, „in der wir unsere Körper nicht mehr frei, nach eigenem Wissen und Glauben behandeln dürfen.“ Der im Entstehen begriffene Präventionsstaat hält sich beileibe nicht beim Rauchen auf. Alkoholkonsum und Vorratsdatenspeicherung gehören ebenso auf seine Agenda.

Doch zurück zum Rauchen. Dieser Problematik nähert sich Miss Fallen wohltuend trocken und prägnant. Ausgehend vom Hintergrund der internationalen Anti-Rauch-Kampagne der World Health Organisation (WHO), welche Rauchen nicht nur als eine „schwerwiegende gesundheitliche Bedrohung“ einschätzt sondern es schlichtweg „gesellschaftlich inakzeptabel“ bezeichnet, erkennt Miss Fallen in den verschiedenen Maßnahmen, die den Nichtraucherschutz als moralisches Schild nutzen, letztlich das Ziel, „Raucher auszugrenzen“ und Jegliche, auf Tabak basierende Kultur zu vernichten.
Daher wendet sie ihren Blick kurz auf die Gefährlichkeit des Rauchens. Dabei ist es selbstredend nicht ihre Absicht zu beweisen, dass das Rauchen ungefährlich sei. Sie weist lediglich drauf hin, „dass die aktuellen Studien definitiv nicht ausreichen, um einen Rauchverbot in öffentlichen Räumen, in dieser Art und Weise zu begründen.“ Mit knappen aber entwaffnenden Worten meint sie hierzu:

„Es ist in der Tat unmöglich, eine realistische Schätzung der Todesfälle aufzustellen, die ausschließlich auf den Tabakkonsum zurückzuführen sind. Nicht nur weil Krebs, Kreislauf- und Atmungssystemserkrankungen in einem komplizierten, noch verschlüsselten Verhältnis zu mehreren anderen Risikofaktoren stehen, sondern auch, weil die Mehrheit dieser Studien direkt oder indirekt von der Pharmaindustrie bzw. den Tabakkonzernen finanziert werden. Wer solche genauen Zahlen nennt, kann und soll nicht ernst genommen werden.“
In der Kritik stehen hier auch die Medien, welche das Thema genauso populistisch behandeln, wie andere „Gesundheitstrends“: „faszinierend und fanatisierend.“ Im weiteren widmet sich ihre Analyse der Schieflage vom Verständnis der Gesundheit in unserer Gesellschaft. Denn, so Miss Fallen,

„die WHO beschreibt die menschliche Gesundheit nicht als die Absenz von Krankheit sondern als einen ‚Status absoluten physischen, mentalen und gesellschafltichen Wohlbefindens‘. Dabei wird unser ‚Wohlbefinden‘ alleine von WHO und Staat definiert. Freiheit, Genuss, Solidarität, Kreativität und Wissen hinken hinter Vorsorge und Kosteneinsparungen her. Die Gesundheit wird zu einer bloße Aufrechterhaltung des Immunsystems degradiert, eine konsumierbare und kostenintensive Pflicht – uns wird die Utopie eines Lebens ohne Leid und Tod aufgezwungen.“

Worte, die zum Nachdenken anregen und die Debatte in den Kontext verlegen, wo sie hingehört. Fazit der Überlegungen ist, dass es in jener „neuen Ära“ hauptsächlich darum gehen wird „ zu überwachen, zu speichern, zu verwerten und zur Kasse gebeten werden.“ Die Gesundheit des Einzelnen steht in Wahrheit im Hintergrund und dient nur als Feigenblatt der „selbstgetragenen Inquisition“. Auch wenn durch die Gängelung allein in Deutschland 30 Millionen Raucher betroffen sind, es sei nochmals gesagt: Es geht hier um mehr, und zwar um das Recht auf Selbstbestimmung und kritikfreie Lust!
Wem das zuvor gesagte zu weit geht oder wer dies alles noch ein wenig unterfüttert haben will, dem sei ein ungemein interessanter Material- und Analyseband empfohlen, welchen ich auf der Seite von netztwerk-rauchen.de fand . Es handelt sich hierbei um eine Analyse, welche die Argumente, Ziele und Denkweisen der Alkohol-Prohibitionisten aus den 20er Jahren mit denen der heutigen Tabak-Antis vergleicht und dabei zu interessanten Ergebnissen kommt. Eine wirklich empfehlenswerte Lektüre, die neben zahlreichen Aha-Erlebnissen auch eine Menge Sorge verursacht.

Aktuelle Meldungen:

Bekannterweise nutzt die Berliner CDU ja jedwede Gelegenheit ihren Dilettantismus durch populistische Kampagnen und Initiativen zu übertünchen. Nun sieht sie anscheinend den Zeitpunkt gekommen um sich bei den Rauchern anzubiedern und erklärte, dass sie sich für ein „Rauch-Wahlrecht“ in den traditionellen Berliner Eck-Kneipen stark machen will. Schauen wir mal, was dabei rauskommt! +++ Richtiggehend positive Nachrichten sind dagegen aus Österreich zu vernehmen. „Wer rauchen will, hat künftig die Wahl, wo“ heißt es aus unserer befreundeten Alpenrepublik.

Vom riskantem Genussmittel zu tödlichen Droge - böse und unmoralisch; Photo: wikipedia

Grundsätzlich gilt zwar auch hier ab 2009 in der Gastronomie ein Rauchverbot. Doch die „Österreichische Lösung“, sieht vor, dass in einem Lokal aus mehreren Räumen, lediglich der Hauptraum rauchfrei sein muss. Bei Einraumlokalen unter 80 Quadratmetern darf dann geraucht werden, wenn der Lokalbesitzer nachweisen kann, dass eine Abtrennung nicht möglich ist. Aus unseren Augen geht dies ja prinzipiell in die richtige Richtung auch wenn ein kurzes Abschätzen unserer jetzigen „Raucherclub“-Kneipe leichtes Stirnrunzeln hervorrief. 80 Quadratmeter sind halt schon sehr klein. +++ Auch in der Schweiz tobt sich die Diskussion um die Umsetzung des Nichtraucherschutzes in hart umkämpften Stellungskriegen aus. In der zuständigen Kommission des Nationalrates gab es in Sachen Schutz vor Passivrauchen kaum Einigkeit. Sämtliche Entscheide sind äußerst knapp gefallen. Jedoch will die Kommission Raucherbetriebe erlauben. In Übereinstimmung mit dem Ständerat wurde mit 12 zu 11 Stimmen beantragt, dass eine Bedienung in Raucherräumen, sogenannten Fumoirs möglich sein soll.

Raucherzubehör:

Auf unseren Streifzügen durchs Netz fanden wir dieses Mal eine wahrlich außergewöhnliche Seite. Auf
raucherclub.info wird eine weitere schöne Seite des Rauchens in den Vordergrund gerückt. Wahrlich, wer will die Eleganz und Sinnlichkeit rauchender Frauen bestreiten? Sicher, da gibt es einige. Aber jene, die angesichts würziger Tabakschwaden, nicht umgehend mit den ewiggleichen Statistiken und Moraldiktaten kommen, wissen um das Knistern und Prickeln, welches rauchende Frauen auslösen können.

So war es nachvollziehbar, dass wir Idee und Motivation der Seite sofort ins Herz schlossen. Schade nur, dass es sich derzeit noch um eine einzige Baustelle handelt. Weder kann man „Miss Smoky“ wählen, noch die Geschichte von rauchen Frauen begutachten. Einzig die Kategorie „Frauen in der Zigarettenwerbung“ ist verfügbar. Nun denn, wir wünschen dem Projekt viel Erfolg und warten geduldig auf baldige Fertigstellung.

Dem Liebhaber edler Zigarren sind zahlreiche Möglichkeiten gegeben, sich über sein frei gewähltes Laster zu informieren. Auch eine CD für die „Freunde der feinen Lebensart und des guten Geschmacks“ gehört mittlerweile dazu. In einer knappen Dreiviertelstunde will das Genießer-Hörbuch gleichermaßen informieren und unterhalten. Dieses Ansinnen sucht man durch angenehme Hintergrundmusik und ständiges ins Mikro paffen zu erreichen. Dabei erfährt man einiges. Ob es schlichte Benimmregel sind, wie dass man eine Zigarre keineswegs mit einem Benzinfeuerzeug oder gar einer Kerze entzünden sollte, dass sich das Abbeißen einer Zigarre einfach nicht gehört, oder Hintergründe über Anbau, Herstellung und Lagerung von Zigarren sind. Auch simple Anekdoten wie über die längste oder dickste Zigarre der Welt gehören dazu. Ein rundes und kurzweiliges Stück Unterhaltung für den Zigarrenfreund ist herausgekommen, welches wir an dieser Stelle durchaus empfehlen können.

Wie zuvor schon erwähnt, kann der Zigarrenliebhaber hinsichtlich der Informationsbeschaffung aus einem reichen Reservoir an Prachtbänden und Kunstwälzern wählen. Wir nehmen uns dennoch heraus, einen davon an dieser Stelle hervorzuheben. „Das Zigarrenbuch“ von Dieter H. Wirtz ist das gelungene Kompendium einer Leidenschaft. Schon die Erscheinung des Buches ist gewinnend: mit einer Banderole verziert und in einer hölzernen Zigarrenkiste daherkommend, ist das Werk an sich eine Augenweide. Aber auch vom Inhalt her weiße es zu überzeugen ohne zu erschlagen. Eine ausführliche Beschreibung des Produktionsprozess der Zigarre, alles Wesentliche über die Geschichte der Zigarre, über die richtige Verpackung, Lagerung sowie alles Wissenswerte über die verschiedenen Sorten und Typen. Das Ganze ist reich bebildert ohne überladen zu wirken. In den letzten Kapiteln sind lexikalische Verzeichnis der verschiedenen Formate, bzw. der unterschiedlichen Zigarrenmarken enthalten.

Rauchproben:

Auch diese Mal wagte sich der „Raucherclub“ wieder an Produkte, die uns ausprobierenswert erschienen. Den Beginn machten „J. Cortes Club Zigarren“ (Länge 115 mm, Durchmesser 12 mm) . Eingangs von den Traditionalisten in unserem Kreis, ob ihrer stylishen Aufmachung misstrauisch beäugt, wendete sich das Urteil nach den ersten Zügen spürbar zum Besseren. Format und Rauchverhalten erschien uns allen nahezu vorbildlich. Doch auch im Geschmack schnitt die Zigarre bei fast allen gut ab. Deckblatt (Deli-Sumatra) und Einlage (Java Besuki und Bahia Mata) hinterließen in ihrer Gesamtheit einen aromatischen Geschmack im Mundraum, der auch durch den charakteristischen Nachklang die Herzen höher schlagen ließ.

Mit „Hansa Krüll“ stand seit längerer Zeit ein Pfeifentabak zur Debatte. Also wurden die Pfeifen aus den Taschen geholt und behände gestopft. Laut Firmenaussage ist „Hansa Krüll“ einerseits ein Tabak, „der nach Tabak schmeckt“ und andererseits wird er als „vorzüglich zum Mischen“ angepriesen. Nun, prinzipiell kann man beide Aussagen bestätigen. Es ist ein klassischer Virginia-Tabak. Solide, ohne Glamour – eine ehrliche Haut halt. Wer auf der Suche nach einem guten und verlässlichen „Alltagstabak“ ist, wäre mit „Hansa Krüll“ sicherlich hervorragend beraten.

Und zum Schluss das „Sahnehäubchen“! Mit den Zigarren, die entweder unter dem Namen Curly oder Culebras Aromatic bekannt sind, verband ein Teil des „Raucherclubs“ die angenehmsten Erinnerungen. Erstmals begleiteten sie uns auf unseren Sommerwanderungen durch die Berge Osteuropas. Hier waren sie die perfekten Freunde für das abendliche Lagerfeuer. Würzig und angemessen stark versüßten sie den Abend auch durch die Möglichkeit, dass ei dank des Mundstücks bequem im Mundwinkel hängen konnte, während man die Hände für alles andere frei hatten. Diese Zigarren, welche auch durch den wundervollen Ausdruck „handgezöpfelt“ bezaubern, der ihre Herstellungsart beschreibt und der deutschen Sprache damit einen reizenden Ausdruck schenkt, sind nicht nur durch die ausgewählte harmonische Tabakmischung der Einlage einzigartig, sondern auch durch eben jene Herstellungsart: Nach alter kubanischer Tradition „zöpfeln“ Frauenhände dieses Produkt aus drei feinen und noch feuchten Zigarren. Dennoch muss angemerkt werden, dass die aromatische Variante nicht nur Freunde fand. Vielen überdeckte der markante Vanille-Geschmack den markigen Tabakgeschmack der „Klassiker“ zu sehr.

In diesem Sinne wünsche ich erlesene Rauchgenüsse und eine gepflegte Diskussion!

Mehr zum Thema:

- Der Blaue Salon (I) - ein Plädoyer für den Rauchgenuss

Photo Quelle/ Copyright: wikipedia,  psychofish, cc creative commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.0 (via flickr)

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12 Reaktionen zu “Der Blaue Salon (II) - ein Plädoyer für den Rauchgenuss”

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  1. Ronin

    am 3. Mai 2008 um 16:09 Uhr | Link | Kommentar melden

    Jesses, was soll die ganze Diskussion? Zuhause und im Kreis von Gleichgesinnten darf jeder dem Genuss des Rauchens frönen, soviel er will.

    Ich selbst rauche pro Jahr mit größtem Genuß etwa 30 hervorragende Zigarren, in Gesellschaft von Leuten, die selbst rauchen, oder an Orten, wo ich damit niemanden damit belästigen kann.

    Wo ist das Problem?

  2. Christoph

    am 3. Mai 2008 um 20:29 Uhr | Link | Kommentar melden

    Stimme Ronin da voll und ganz zu. Bin zwar selbst überzeugter Nichtraucher, aber mich stört es keines falls, wenn Leute in meiner Abwesenheit rauchen bzw. ich mich mit Rauchern umgebe, die rauchen, wenn ich nicht bei ihnen bin. D.h. ich bin keines falls davon überzeugt, dass Raucher sozial u.ä. ausgegrenzt werden : das ist Schwachsinn!
    Außerdem halte ich die Argumentation “Es ist nicht zu 100% bewiesen, dass es schädlich ist, also machen wir so weiter” für schlicht und einfach nicht tragbar. Mit genauer dieser Argumentation rechtfertigen z.B. viele Staaten wie unter anderen die USA ihre Haltung in Sachen Klima & Klimaschutz.

    Gruß Chris

  3. Smokey

    am 4. Mai 2008 um 07:36 Uhr | Link | Kommentar melden

    Auch von mir ein Kompliment an Miss Fallen - starke Schreibe.

    “Das Leben ist lebensgefährlich” und während der kurzzeitige Kontakt mit Tabakrauch wirklich noch nicht analysiert wurde, sitzen wir genüsslich vor dem Grill und Lagerfeuer und kein Mensch spricht über Krebsgefahr.
    Anyway…Miss Fallen hat es als Frau leichter: Sie darf zwar auch nur noch 120 km/h auf vielen Strecken fahren, bekommt keinen Alkohol mehr nach 22:00 Uhr, darf nicht mehr rauchen und zahlt dafür 10€ im Quartal an Arztzuschuss. Aber das Pinkeln im Sitzen muss ich als Mann erst noch lernen.

    Den Blauen Salon ebenfalls ein Kompliment, ihn zu lesen war ein Vergnügen.

  4. Oliver Kopp

    am 4. Mai 2008 um 14:49 Uhr | Link | Kommentar melden

    In den EU Richtlinien zum rauchfreien Europa, findet sich berühmte Satz des verantwortlichen Abgeordneten Florenz : “Es ist deshalb von zentraler Bedeutung ein Klima zu schaffen, indem das Rauchen als nicht mehr normal angesehen wird”.

    Dies ist ihm bereits jetzt gelungen, wie man an meinem Vorschreiber Ronin, seines Zeichens Raucher, erkennen kann. Denn der findet es völlig in Ordnung zu Hause zu geniessen.

    Da fragt man sich warum sich jemand die Mühe macht einen blauen Salon zu etablieren. Wir brauchen ja auch kein Recht auf freie Meinungsäußerung. Es reicht ja wenn ich es zu Hause sagen darf…

    Allein die Begrifflichkeit “Nichtraucherschutzgesetz” impliziert ein Opfer, daß geschützt werden muß. Wo ein Opfer ist, ist der Täter nicht weit. Da Ronin akzeptiert hat, daß er Täter ist, fühlt er sich schuldig. Die Stigmatisierung hat hervorragend geklappt, der Täter das Stigma in sein Selbstbild mit aufgenommen.
    Er will keine Menschen mit seinem Genuß “belästigen”.

    Er ist somit nicht nur schwach zu seinem Genuß zu stehen, er ist dann auch noch zu schwach mit seinem Laster aufzuhören.

    Schlimmer noch als militante Nichtraucher sind Raucher die es okay finden vor der Tür zu stehen, mit der Argumentation, daß sie ohnehin weniger rauchen wollten.

    Weil sie ihr individuelles kleines Suchtproblem nicht für sich gelöst bekommen, sollen jetzt Millionen anderer Menschen auch vor die Tür ?

    An dem Denkmuster stimmt ja wohl was nicht…

    Wer sich selbst zum Wurm macht darf sich nicht wundern wenn er getreten wird !

  5. Ronin

    am 4. Mai 2008 um 15:04 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Oliver Kopp

    Da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll … okay, wie wär’s als Alternativbeispiel mit Ghettoblastern in voller Lautstärke? Morgens in der voll besetzten U-Bahn, gerne auch mal am Sonntag in der Kirche, besonders, wenn man mit Gott nicht so viel am Hut hat? Oder vielleicht mit dem beliebten Hobby Kreissägen nachts in der Nachbarwohnung, wenn Sie selbst Frühschicht haben?

    Kapiert? Nein, kann ich mir nicht vorstellen.

  6. Oliver Kopp

    am 4. Mai 2008 um 22:42 Uhr | Link | Kommentar melden

    Sehr geehrter Herr Ronin,

    es hat mich einige Stunden gekostet bis ich den Inhalt ihrer Nachricht dechiffrieren konnte. Nun bin ich der Meinung die gedankliche Transferleistung mit Bravour gemeistert zu haben. Bei so einer Frontalattacke mussten Sie sich ja auch auf den Schlips getreten fühlen. Chapeau, Sie haben zurückgedisst. Am Ende sind Sie gar ein netter Kerl mit dem ich gerne in einem blauen Salon eine Zigarre geniessen möchte. Wer weiß ? Ich gebe zu, mein Ton war zu hart, der Angriff zu persönlich. Das liegt jedoch an meinem inzwischen ausgeprägtem Verfolgungswahn. Ich bitte zuerst um Verständnis, dann um Entschuldigung.

    Nein, man muß natürlich nicht überall rauchen. Und ja, es gibt so etwas wie Rücksichtnahme. Aber es gibt auch ein Recht auf Toleranz. Nicht nur für sich, sondern auch für den Anderen. Das bedeutet eben auch Kompromisse schliessen zu wollen und Alternativen anbieten zu können. Erwachsene Menschen wie Hunde vor die Tür zu schicken gehört definitiv nicht dazu. Das gesellschaftliche Klima wurde bewusst vergiftet. Wer sich zur Mehrheit der Nichtraucher gehörig fühlt glaubt sich inzwischen automatisch im Recht und lässt keinen Raum für Diskussion. Unter dem Gesundheitsdeckmäntelchen der vermeintlichen Gutmenschen wird uns noch so einiges ins HAus geflattert kommen. Die arrogante Ignoranz mit der sich Tabakgegner anmaßen Raucher bis in die letzten privaten Lebensbereiche hinein zu kontrollieren trägt faschistische Züge. Es macht friedliche Menschen wie mich zu aggressiven Kotzbrocken.

    Ja, auch ich fühle mich durch Manches gestört. Aber das Schöne daran ist ja, daß ich im Vergleich zum Einzeller mit einem Mund auf die Welt gekommen bin. Den kann man sogar zur Lösung zwischenmenschlicher Probleme benutzen, ohne für jedes meiner klitzekleinen und total unbedeutenden Alltagsprobleme nach dem großen Aufpasser zu schreien und meine Paragraphen und Rechte einklagen zu müssen. Woanders da haben sie richtige Probleme und ich bin verdammt froh, daß ich da nicht auf die Welt gekommen bin.

    Während an anderen Orten Menschen an Hunger, Krankheit, Sklaverei und Krieg sterben haben auch wir hier unsere ernsthaften Sorgen : Wir werden immer älter, können unser Leben aber nicht geniessen, weil uns die Raucher daran hindern… Verflixtes Leben hier aber auch !

    Für derlei Industrieländer-Kikikaki-Wohlstandsprobleme habe ich ohnehin eine Toleranzschwelle bei Null.

    Wie kostbar Freiheit ist erfährt man wohl erst wenn man sie verloren hat.

    Ich hoffe Sie recht bald im Kreise netter und toleranter Menschen an einer Robusto ziehend im Öffentlichen Raum erblicken zu dürfen.

    Und verbleibe hochachtungsvoll.

  7. Elmar Grandy

    am 5. Mai 2008 um 09:17 Uhr | Link | Kommentar melden

    Stimme den Argumenten von Oliver voll und ganz zu. Vorallen Dingen will ich mich von unserem Staat möglichst wehnig bevormunden lassen. Wir werden ohnehin schon viele Dinge betreffend wie unmündige Kleinkinder behandelt und lassen uns das auch noch brav gefallen. Nur zahlen dürfen wir wie die Großen und den Kopf hinhalten wenn unsere Politiker etwas verbockt haben, ob in Deutschland oder sonst wo auf der Welt.
    Ich will selbstbestimmt leben und habe daher wegen des Rauchverbots den Verein Rauchgenuss e.V. gegründet. Es ist zwar traurig, dass derartige komplizierte Unternehmungen notwendig geworden sind um sich ein so kleines Stückchen Freiheit zu erhalten aber solange keine Änderung in Sicht ist imme noch die bessere Alternative. Wenn wir eine Starke Gemeinschaft werden können wir auch etwas verändern. www.rauchgenuss-ev.de

    liebe grüße

    E.G.

  8. Ricci Riegelhuth

    am 5. Mai 2008 um 12:02 Uhr | Link | Kommentar melden

    “Miss Fallen” ist sowohl im Cigar Blog als natürlich schon im Forum des Cigar Wiki eingepflegt.

    Ein wahrlich umfassender Text und somit legen die gewählten Worte und Argumente klarere Sichtweisen vor.

    Liebe Miss Fallen,

    Sie haben mir und sicher auch noch etlichen Anderen(dabei auch ein paar denkende Nichtraucher) viel Freude und Zustimmung gebracht. Schön, wenn schon der Journalismus bei diesem Thema gleichgeschaltet ist, daß wir auf Blogs unsere Sichtweisen noch erhellen dürfen. Damit dies auch in Zukunft noch möglich sein soll,
    bitte, nun an uns alle:

    Bei diesem Thema insgesamt die Lautstärke mit “Geist” erhöhen.
    Wie das funktioniert kann jeder bei “Miss Fallen” nachlesen und vielleicht ein Beispiel
    daran nehmen;-)

    Dem Freund das Herz, dem Feind die Stirn!

    Beste Grüße aus Ricciland

  9. Ronin

    am 5. Mai 2008 um 18:00 Uhr | Link | Kommentar melden

    @ Oliver Kopp

    “Am Ende sind Sie gar ein netter Kerl mit dem ich gerne in einem blauen Salon eine Zigarre geniessen möchte. Wer weiß ?”

    Könnte durchaus sein. Und in einem Straßencafé (also öffentlichem Raum) werden Sie mich hier und dort auch paffend oder eine Pfeife schmauchend und ohne jedes schlechte Gewissen antreffen (ja, das mit der Pfeife habe ich bisher verschwiegen).

    Bitte gleichfalls um Entschuldigung. Kurze Kommentare sind oft missverständlich.

    Ich mache mir schon deshalb keinen Kopf, weil unsere Sozialversicherungssysteme derzeit noch auf unserem frühen (statistischen) Tod beruhen.

    Es gibt allerdings tatsächlich Nichtraucher, die sich nicht um ihre eigene Gesundheit sorgen, sondern richtiggehende Hassgefühle entwickeln, nur weil andere Spaß an ihrem Laster haben.

    Wünschen wir Ihnen, dass sie sich nicht zu Tode ärgern, denn Stress ist besonders gesundheitsschädlich.

  10. Readers Edition » Der Blaue Salon (III) - ein Plädoyer für den Rauchgenuss

    am 30. Mai 2008 um 03:12 Uhr | Link | Kommentar melden

    […] - Der Blaue Salon (II) […]

  11. Rome

    am 14. August 2008 um 09:05 Uhr | Link | Kommentar melden

    Möchte nur kurz vielen Dank für den Hinweis auf den wunderbaren Beitrag von Miss Fallen danken!

    Außerdem fand ich das lesen der Kommentare hier wirklich spannend, was in den meisten Blogs eher selten vorkommt. Schön zu lesen, wie sich mit vernünftigen und durchdachten Argumenten am Schluß doch zu einem konsens finden lässt.

  12. Ricci Cigar Live ....

    am 2. Januar 2009 um 11:28 Uhr | Link | Kommentar melden

    …und in Farbe. Im Skoda-Kultur-Check bei Rhein-Main-TV.

    Mehr Cuba als gedacht!

    Auf ein Verbot-Freieres-Leben in 2009!

    Dem Freund das Herz, denne Dappese unsär Hernbix!

    Beste Grüße zum Neuen Jahr aus Ricciland!

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