Fair Use UMTS Flatrates

Rund ein Jahr nach dem Erscheinen erster Pauschaltarife für das mobile Internet in DSL-ähnlicher Geschwindigkeit verändern viele Anbieter ihre Konditionen – die meisten Nutzer profitieren von diesen Anpassungen. Lange genug hat es gedauert, bis der mobile Internetzugang ähnlich schnell, komfortabel und günstig wurde wie man es schon seit längerem aus

asgf.jpgRund ein Jahr nach dem Erscheinen erster Pauschaltarife für das mobile Internet in DSL-ähnlicher Geschwindigkeit verändern viele Anbieter ihre Konditionen – die meisten Nutzer profitieren von diesen Anpassungen.

Lange genug hat es gedauert, bis der mobile Internetzugang ähnlich schnell, komfortabel und günstig wurde wie man es schon seit längerem aus dem Festnetzbereich gewohnt ist. Trotzdem ist es nach wie vor schwierig, eine UMTS-Flatrate mit einer DSL-Flatrate zu vergleichen, zumindest wenn man den Standpunkt eines Netzbetreibers einnimmt.

Historische Vorbilder

Zunächst einmal ist es wichtig festzuhalten, dass es sich bei UMTS Flats um relativ junge Produkte handelt, mit denen die Anbieter vergleichsweise wenige Erfahrungen gemacht haben. Dementsprechend groß ist der Unsicherheitsfaktor bei der Kalkulation der Wirtschaftlichkeit solcher Angebote. DSL Flatrates hingegen existieren nicht erst seit einem Jahr und haben schon so manche Turbulenzen bei den Anbietern überstehen müssen. So gab es bereits um die Jahrtausendwende erste so genannte Kündigungswellen, wo als Reaktion auf eine fehlerhafte Mischkalkulation Intensiv-Nutzern – sog. Power-Usern – von DSL Flatrates einfach der Internetzugangsvertrag gekündigt wurde. In einem Versuch, diese durchaus peinlichen Vorgänge nicht zu sehr ‘hoch kochen’ zu lassen versuchte man die Gekündigten durch Abstandszahlungen zu beruhigen. Faktisch war aber einfach ein wirtschaftlicher Betrieb dieser Flatrates aufgrund einer unerwartet intensiven Nutzung zugesicherter Leistungen nicht möglich. Was dann folgte war aber ein rascher Ausbau der Kapazitäten der Internetprovider, so dass im Laufe der Zeit selbst die Power-User nicht mehr so große Kosten verursachten um die Existenz der Provider zu gefährden.

Unterschiede zwischen Mobilfunk und Festnetz

Im Gegensatz dazu ist es aber im Mobilfunkbereich nicht ganz so einfach, einen Ausbau der Kapazitäten bzw. der insgesamt verfügbaren Bandbreite voran zu treiben. UMTS, die Mobilfunktechnologie der dritten Generation (3G) basiert nämlich auf einem zellularen System, dass allen innerhalb einer geografischen Zelle befindlichen Nutzern nur eine begrenzte Bandbreite zur Verfügung stellen kann. Somit lässt sich auch nicht wie bei DSL einfach durch den Ausbau von Backbones der Durchsatz steigern. Vielmehr müsste die Gesamtkapazität der Zellen durch das Aufstellen zusätzlicher Funkmasten erhöht werden, was ungleich aufwendiger ist. Diese Tatsache hat allerdings nichts mit der erreichbaren Übertragungsrate innerhalb einer Zelle zu tun. So ist es bei UMTS über aufgesetzte Protokolle wie HSDPA möglich, die maximale Bandbreite mit relativ geringem Aufwand zu steigern.

Full-Flatrates derzeit kein lohnendes mobiles Geschäftsmodell

Dieser Unterschied stellt einen wichtigen Grund für das momentane Tarifgefüge im mobilen Datenbereich dar: inzwischen sind praktisch alle Anbieter von unbegrenzten Full-Flatrate-Modellen abgerückt bzw. praktizieren wieder die Kündigungen gegenüber eigenen Kunden. Unrühmliche Beispiele hierfür waren in letzter Zeit Base oder auch Congstar. Durch die Einführung der Fair-Use-Limits bei den Pauschaltarifen werden jetzt zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen:

1. die Mischkalkulation, welche Wenig-, Normal- und Vielnutzer zugrunde legt muss nicht durch Kündigungen der Vielnutzer ‘repariert’ werden.
2. für jeden Nutzer sind die Konditionen transparent, es kommt nicht mehr zu unerwarteten und ebenfalls image-schädigenden Drosselungen von Intensiv-Nutzern.

Das 10 GB Fair-Use-Limit ist großzügig genug, um dauerhaft mobil online sein zu können und deckelt dafür den ‘Schaden’, der durch Poweruser entstehen kann. Dabei kann es bei diesem inzwischen von den meisten Anbietern übernommenen Pauschal-Tarif nicht zu Folgekosten für den Kunden kommen, wenn dieser die Fair-Use-Grenze überschreitet. Die einzige ‘Strafe’, die Kunden zu befürchten haben ist eine Reduzierung der Bandbreite bis zum Ende des jeweiligen Abrechnungszeitraums. Im Folgemonat wird die Bandbreitenbegrenzung wieder aufgehoben und bis 10 GB surft man wieder mit maximalem Speed.

Kommentare

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  1. interessant wär es gewesen, wenn Sie noch eine Vergleichstabelle aller auf dem deutschen Markt angebotenen UMTS-Flatrates angehängt hätten, die nicht nur Base oder Congstar beschreiben, sondern auch die Tarife der großen Mobilprovider O2, T-Mobile und Vodaphone berücksichtigen würde. Ansonsten ein sehr gut geschriebener Beitrag.