… oder woran die Gesellschaft zugrunde gehen könnte.
Wer kennt es nicht, dass “Liebe Geld”, das Lockmittel aller Taten? Auf der ganzen Welt tauschen Menschen Arbeit gegen Geld und Geld gegen Güter und Dienstleistungen. Denn Geld ist die Grundlage dessen, was wir Zivilisation nennen. Geld ist die Wurzel des Spezialistentums. Eine segensreiche Erfindung, wenn sie nicht einen Nachteil hätte: Geld kann dem Geldfluss entzogen und gehortet werden, im Gegensatz zu vielen Waren. Und das bringt Zinsen und Zinseszinsen. Was gut klingt, wenn man Geld hat.
Ein Erdball aus Gold
Würde zum Beispiel jemand zu Christi Geburt einen Pfennig zu vier Prozent Zinsen angelegt haben, hätte er sich damit 1750 eine Kugel aus Gold vom Gewicht der Erde kaufen können. Das ist doch was, mag sich da manch einer sagen. Doch noch besser, 1990 würde er bereits den Gegenwert von 890 solcher Kugeln erreicht haben. “Wo was ist, kommt auch was hin”, spricht der Volksmund nicht zu Unrecht. Und wer träumt nicht vom “Mehrhaben wollen”? Und zuallererst die Dritte Welt, das Armenhaus dieses Erdballs.
Um überhaupt an einem solchen exponentiellen Traum teilhaben zu können, muss man denn Warentauschreigen etwas anzubieten haben. Auch wenn es noch in der Erde als Erz, Öl oder Edelmetall, auch Rohstoffe genannt, ruhen sollte. Es lässt sich ja ausgraben, mit Schaufeln die bei denen gekauft werden, die sie herstellen, gegen Geld das man sich von denen leihen kann, gegen Zinsen, die genug davon haben.
Eines haben Zinsen jedoch gemeinsam: Im Soll und Haben – sie exponieren sich immer gleich. Ein Pfennig Schulden zu Christi Geburt, bei vier Prozent Zinsen, macht im Jahr 1750 einen Globus Schulden.
Die Reichen werden immer reicher
Ist das OK? In Ordnung gegenüber all jenen, die nicht so viel Geld haben, wie sie benötigen und dafür Abgaben entrichten müssen: Tag für Zag, Monat für Monat, Jahr für Jahr? Zum Beispiel eben jene Dritte Welt die ihre Schulden niemals zurückzahlen kann. Oder besser gesagt, an den Zinsen zahlt sie bis in die Ewigkeit: sie werden schließlich immer mehr und exponieren immer schneller mit der Zeit. Da bestätigt sie sich wieder, die alte Volksweisheit: Wo was ist, kommt auch was hin: Die Reichen werden immer reicher und..
Hier ist die Wand, drauflosgerannt
Die meisten Menschen glauben fest, es gebe nur eine Art von Wachstum, das auf dem Zins und Zinseszins beruhende, das exponentielle. Jeder Lottospieler träumt, ein reicher Märchenprinz zu werden, der seinem Arbeitsplatz entrinnen kann und andere für sich arbeiten lässt. Der Traum von Berühmtheit und Reichtum ist weiter verbreitet als zugegeben wird. Erfolgstorys sind fast immer auch Geldstorys. Er beginnt meistens bei vielen Idioten (idiotes, gr. Der Ungebildete, eigentlich die Einzelperson im Gegenteil zum Staat, der Nichtkenner, rsp. Sachkenner: der Privatmann im Gegensatz zum Politiker) mit dem Satz: dann nehme ich einen Kredit auf… (zu zwölf Prozent Zinsen) und mache mich selbstständig. Wir halten das für intelligent, denn wir halten die Mathematik für intelligent. Wir folgen den Zahlen wie die Lemminge bis in den Abgrund.
Doch auch der Krebskrankheit liegt das exponentielle Wachstum zugrunde: aus einer Zelle werden zwei, aus zwei vier usw.. und schließlich endet es mit dem Tod des Gastes und dem Organismus von dem er abhängt (Dass es eine andere Art von Wachstum gibt, zeigt uns der eigene Körper. Wir wachsen nicht nur quantitativ sondern auch qualitativ und auf dem optimalsten Punkt hört das Wachstum auf).
Aber Geld stinkt nicht nur nicht, es stirbt auch nicht. Im Gegenteil, es verdoppelt sich rasch, bei drei Prozent in 24 Jahren, bei sechs Prozent in zwölf Jahren und bei zwölf Prozent in sechs Jahren.
Die Schuldenbarone
Wenn nun jemand glaubt, er zahle nur Zinsen, wenn er einen Kredit aufgenommen hat, dann irrt er schwer. In jedem Preis, den wir zahlen, sind Zinsanteile enthalten. Über die Kapitalkosten zahlen wir die Kapitalverzinsung, im Durchschnitt zwischen 30 bis 50 Prozent von Gütern und Dienstleitungen. Das alles gilt für den Wohnungsbau gleichermaßen wie für die Müllgebühren oder den Trinkwasserpreis. Steigt die Kapitalverszinsung, steigt der Verbraucherpreis, denn der Verbraucher zahlt die Kapitalkosten. Man kann sagen, 80 Prozent der Menschen in unserem Land zahlen mehr Zinsen als sie einnehmen, zehn Prozent erhalten mehr als sie bezahlen und vielleicht zehn Prozent bekommen das, was 80 Prozent bezahlen. In etwa oder noch schlimmer. Bei diesen letzten zehn Prozent tritt das exponentielle Wachstum ganz deutlich zutage. Für das letzte Prozent müsste der Zins das Zehnfache für die letzten 0,1 Prozent das Hundertfache betragen. In den Händen weniger wird das Geld immer mehr und über den Köpfen vieler hängen die Schuldenwolken.
Das Wunder der Freien Marktwirtschaft liegt also im Zins, über diesen aber gibt die Bibel schon Auskunft (Moses 22,24: Wenn Du Deinem Bruder, einem Armen, Geld leihst, so sollst du ihm gegenüber nicht als Wucherer handeln ..oder Aristoteles i Politik I.3: Der Wucherer ist mit vollem Recht verhasst, weil das Geld hier selbst die Quelle des Erwerbs ist und nicht dazu gebraucht wird, wozu es erfunden ist, zum Warentausch oder, Martin Luther: Darum ist der Wucherer und Geizhals wahrlich kein rechter Mensch. Er muss Werwolf sein, schlimmer noch als Tyrannen, Mörder und Räuber, schier so böse wie der Teufel selbst, den man verjagen, verfluchen, köpfen muss.
Wer sich verschuldet, sollte berücksichtigen, das seine Einnahmen und seine Verzinsung nicht gleichmäßig steigen. Er muss für das, was er bekommt immer ungleich mehr zahlen. Gleichzeitig wirkt der Zins, eigentlich als Umlaufsicherung in unserm Geldsystem gedacht, als Umverteiler des Geldes, die nicht auf Leistung beruht, sondern dass jemand den Austausch von Waren und Dienstleistungen durch Zurückhaltung des Austauschmittels behindern kann und dafür auch noch belohnt wird. Zynisch benannt, ist das die “soziale Gerechtigkeit” unseres Wirtschaftssystems in der der Schein regiert und ein Leben auf Pump die Folge ist.
Die Augen sind größer als der Magen
Wenn bei einem Menschen die Ohren dreimal so schnell wachsen wie der übrige Körper nennen wir ihn einen Krüppel. Und wenn einer auf zu “großem Fuße” lebt, heißt das nichts weiter, als dass er mehr ausgegeben hat, als er eingenommen hat. Ein sicheres Zeichen für Leben auf zu großen Fuß ist die Inflation, jene Gemeinheit der Regierung, den Notenbanken zu erlauben, mehr Geld zu drucken, um die Staatsschulden zu verringern. Der Wertverlust des Geldes trifft natürlich jene Bevölkerungsschichten am härtesten, die ihr Geld nicht in relativ inflationsbeständigen Grundbesitz anlegen können.
Also, die wirklichen Zerstörungsmechanismen in unserem Wirtschaftsystem ist der Zins samt seiner finanziellen Besessenheit. Es täte der Menschheit und dem Globus gut, auf das exponentielle Wachstum zu verzichten. Damit würde auch Dallas als Serie sterben, aber wir müsste nicht durch Wachstum auf Teufelkommraus dem exponentiellen Wachstum des Geldes folgen. Die sozialen Folgen sind schon längst nicht mehr unsichtbar und der Kollaps der Geldpolitik unsres Wirtschaftssystems ist eine Frage der Zeit.
Die Politik, die, um die Verschuldung unseres Staates zu reduzieren, auf schnelles Wachstum setzt, spekuliert mit der Zerstörung unseres Planeten durch Krieg, Bürgerkrieg und Umweltkatastrophen. Nur wenige werden sich später in den Weltraum absetzen können. Das Gros der Menschheit wird wie immer den Interessen der Wirtschaftmagnaten geopfert werden.
Daher ist es unbedingt erforderlich, endlich eine Parkgebühr für Geld einzurichten. Ab einer bestimmten Größenordnung muss das Horten von Geld eine Art Parkzins entrichten, der zur Folge haben könnte, dass das Geld wieder in den Umlauf kommt. So würden manche Reiche nicht mehr reicher, der Notenbank bleibt es erspart, neues Geld zu drucken und der Wert des Geldes bliebe konstanter.
Ich habe lediglich auf einem Sparbuch noch einen Restbetrag von 5 DM plus Zinsen. Weiter konnte ich meine Zinserträge nicht absenken; andernfalls hätte ich 10 DM bezahlen müssen, um das Sparbuch aufzulösen. Ich habe für mich eine gute Anlageform gefunden, die immer nur von “Reichen” nachgefragt wird und die müssen dann bei mir ordentlich bezahlen. War nicht einfach, diesen Weg zu gehen und hat einige Jahhre Vorbereitung gekostet. Das was ich von anderen Menschen einfordere muss ich schließlich auch vorleben. Leider kann mein Weg nicht von jedem nachgelebt werden; daher werde ich diesen hier auch nicht bekannt machen.