Kurz und schnurz

Die Welt schaut wieder mal hin. Genauer gesagt, ein bisschen. Und zwar auf den Libanon. Vor zwei Wochen noch war die Frage: Bürgerkrieg? Heute lautet die Frage: Jetzt alles paletti? Na ja, ganz so einfach ist’s halt selten. Und schon gar nicht im Nahen Osten. Aber sag’ das mal auf

iouoiou.jpgDie Welt schaut wieder mal hin. Genauer gesagt, ein bisschen. Und zwar auf den Libanon. Vor zwei Wochen noch war die Frage: Bürgerkrieg? Heute lautet die Frage: Jetzt alles paletti?

Na ja, ganz so einfach ist’s halt selten. Und schon gar nicht im Nahen Osten. Aber sag’ das mal auf 1’30.

Also hier noch ein paar zusätzliche kurze Einwürfe.

The winner ist Hesbollah. Noch vor zwei Jahren wollte Israels regierender Rechtsanwalt die Hesbollah in Grund und Boden bomben. Hesbollah sitzt heute mit einem Veto ausgerüstet in der libanesischen Regierung – und der israelische Rechtsanwalt im etwas gross geratenen Gewand des Premierministers strampelt im Rahmen seines fünften Korruptionsverfahrens wieder einmal ums politische Überleben.

Der US-Präsident und seine Adlaten – oder war’s eher umgekehrt – wollten die Demokratie in den Nahen Osten bringen: Irak fällt, danach einem Domino-Effekt gleich der Libanon, Ägypten. So zumindest war’s zwar nicht durchdacht, aber doch geplant. Im Irak haben sie mittlerweile aufgehört die Toten zu zählen. Zum Libanon ist aus beredtem US-Mund auffallend wenig mehr zu hören. Und Ägypten hat heute den seit fast 27 Jahren geltenden Ausnahmezustand um zwei weitere Jahre verlängert. – Selbst-Demontage der US-Nahost-Politik in drei Schritten.

Frankreich, Deutschland, die EU, Russland, und natürlich die Schweiz: alle wollten sie vermitteln im Libanon. Der Schweizer Sonderbotschafter für den Nahen Osten etwa liess wissen, er habe den Libanon in den letzten 18 Monaten fünf Mal besucht. Hingekriegt hat’s dann – wen erstaunt’s – nicht die Schweiz. Die arabische Liga war’s, mit Unterstützung des Emirs von Qatar. Die Liga, ein längst totgesagtes arabisches Tratsch-Organ, konnte einen Sieg feiern. Was blieb der Schweizer Diplomatie anderes übrig, als sich geehrt zu fühlen, zur Einsetzung des neuen Staatspräsidenten nach Beirut geladen worden zu sein; hey, die sechste Libanon-Reise in 18 Monaten für den Schweizer Diplomaten.

Und während die Welt wieder mal ein bisschen hingeschaut hat, ist übrigens sonst noch so das eine oder andere geschehen:

Dem US-Professor Norman Finkelstein, Sohn von Holocaust- Überlebenden, wird die Einreise nach Israel verweigert. Der amerikanische Politologe wird noch am Flughafen Ben Gurion festgehalten und ins nächste Flugzeug nach Europa gesetzt. Offizielle Begründung: Finkelsteins anti-zionistische Haltung und seine harsche Kritik an Israels Politik

Israels Kampfjets sind aufgestiegen, um ein feindliches, unidentifiziertes Flugzeug abzufangen. Der Pilot antwortete nicht auf wiederholte Aufrufe, sich zu identifizieren – mit so was kennt die israelische Airforce keinen Spass. Glück für den Passagier, besann sich der Pilot doch noch eines Besseren: An Bord des Privatjets sass nämlich Tony Blair, der einstige britische Premier

Israel und Syrien bestätigen, dass es indirekte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern gibt. Der israelische Generalstabschef vertritt eine leicht abweichende Position: Israels obester Militär, Gabi Ashkenazi, hat seinen sämtlichen Offizieren verboten, sich an den Verhandlungen mit Syrien zu beteiligen

Kurz und schnurz.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. - und freuen wir uns jetzt über den Sieg der “Hesbollah” (ich kenne nur Hisbollah – soll wohl besonders intelligent klingen?) oder was?