Wissenschaft + Klimawandel + Nachhaltigkeit
Stirbt die Artenvielfalt? Artensterben heißt: Wir löschen die Daten der Natur von der Festplatte! 6/8

- Nördliches Breitmaulnashorn: Nur noch im Zoo zu besichtigen, wie in dieser Woche vermeldet. (Hier in San Diego)
Die Lebensvielfalt auf der Erde gehört zu den natürlichen Ressourcen wie das Wasser und die Wälder, die Luft und der Boden, die unsere Lebensgrundlage bilden. Doch anders als bei Naturstoffen wie zum Beispiel Wasser oder Erdöl, das man zählen und messen kann, verändert und erneuert sich das Leben ständig.
Die wichtigste Eigenschaft der Lebewesen ist ihre Fähigkeit zur Selbstvermehrung und Selbstveränderung. Kohle, Sauerstoff oder Mineralien können nicht wachsen. Aber Leben kann wachsen und sich fortpflanzen und – zumindest in längeren Zeiträumen – sich auch verändern. Diese Entwicklung nennen wir Evolution. Dabei hat sich gezeigt: Die Vielfalt der Arten ist die „Versicherung“ des Lebens!Doch seit etwa 200 Jahren – mit dem Beginn der Industrialisierung – spielen wir Evolution rückwärts. Wir Menschen pfuschen erstmals dem lieben Gott ins Handwerk und spielen selbst Gott.Die Übernutzung der Natur ist unser größtes Problem geworden. Was früher Nutzung war, ist heute Ausbeutung. Wir überfrachten die Natur mit Abfällen und Giften. Atommüll strahlt mehr als 100.000 Jahre. Die Menschheit produziert 2008 etwa 600 Milliarden Plastiktüten, die weggeworfen werden, aber in der Natur nicht recyclebar sind und Tiere töten, welche die Plastiktüten mit Nahrungsmitteln verwechseln.
Wir treiben Raubbau. In wenigen Jahrzehnten verbrennen wir an Kohle, Gas und Erdöl, woran die Natur 300 Millionen Jahre gearbeitet hat. Die Übernutzung von Wasser- und Energie-Ressourcen ist eine wesentliche Ursache des dramatischen Artensterbens.
Die Lebensvielfalt gilt noch immer als kein Wert an sich, obwohl davon wahrscheinlich unser Überleben abhängt. Wenn wir das Artensterben noch eine Zeitlang so weitertreiben wie heute, ist das so, als würden wir die Daten der Natur unwiederbringlich von der Festplatte des Lebens löschen. Wir zerstören eine unersetzliche Datenbank. Dabei liefern uns pflanzliche Arzneimittel wirksame Stoffe zum Beispiel gegen Krebs und Malaria.
Artensterben sei überhaupt kein Problem für unser Überleben, sagte mir ein Kollege in einer Fernseh-Talk-Show, weil es sich ja meist um kleinere, eher unscheinbare Lebewesen handelt. Erstens stimmt die Annahme nicht, denn auch große Tiere sind vom Aussterben bedroht. Es ist eine historische Tatsache, dass Menschen auch Großtiere ausgerottet haben. Und zweitens: Weil wir meinen, einen kleinen Käfer nicht „brauchen“ zu müssen oder Fliegen eher für unnütz und gefährlich halten, ist das noch lange kein Beweis für ihre Unbrauchbarkeit in der Natur. Der Wert des Lebens hängt nicht von seiner Größe ab. Für die meisten Menschen gilt: Auch Ungeborene haben ein Lebensrecht.
Im Angesicht von Hunger, Kriegen, Energieknappheit und Klimawandel fragt sich auch mancher Zeitgenosse, ob wir nichts Wichtigeres zu tun hätten, als uns um Vogelschutz und Streuobstwiesen Sorgen zu machen.
Verstummen die Vögel, fällt uns das vielleicht noch auf. Dass aber früher Spatzen allgegenwärtig waren, wo wir heute Amseln treffen, nehmen wir kaum noch wahr. Bunte Blumenwiesen von früher sind heute selten geworden. Jetzt im Frühjahr überwiegt das Gelb von Raps und Löwenzahn in unserer Landschaft. Schmetterlinge aber sind selten geworden. In Bayern wird heute bereits die Hälfte aller 16.000 Tierarten und die Hälfte aller Pflanzenarten als „gefährdet“ eingestuft.
Es gibt viele Pflanzenarten, die auf Tiere angewiesen sind, vor allem auf Insekten. Diese Vielfalt auch der kleinen Arten zu erhalten und den Artenreichtum verantwortlich zu nutzen, damit sich auch noch künftige Generationen daran erfreuen können, ist nicht nur eine ökologische Verpflichtung und eine ökonomische Chance, es ist primär ein moralischer Auftrag.
Neben der Überdüngung der Felder, dem Zerschneiden von Flächen und dem Klimawandel sind die vielen Menschen auf unserer begrenzten Erde die Hauptursachen für das Artensterben.
Wenn der Natur zu wenig Raum bleibt, ziehen sich Tiere und Pflanzen zurück, werden seltener und sterben aus. Zuerst lokal, dann regional und schließlich global. Es gibt im reichen und dicht besiedelten Deutschland viele ökonomische „Erfolgsbilanzen“ – aber die „Roten Listen der gefährdeten Arten“ gehören nicht dazu.
Und dennoch gibt es auch einen Grund zur Hoffnung: In unseren Großstädten zum Beispiel fühlen sich immer mehr bedrohte Tierarten richtig wohl. Überraschenderweise zeigt sich, dass Großstädte oft letzte Rettung bieten für Tiere, die auf intensiv von der Landwirtschaft genutzten Flächen keine Chance mehr hatten: Dies gilt für die Millionenstadt München, aber auch für Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln und Frankfurt, für New York, Singapur, London und sogar für Anchorage in Alaska.
Biologen und Stadtökologen stimmen darin überein, dass Großstädte in den letzten 30 Jahren artenreicher wurden. Der Artenreichtum nimmt sogar überraschenderweise mit der Größe der Stadt zu und nicht ab, schreibt der bekannte Münchner Evolutionsbiologe und Artenforscher Josef H. Reichholf in seinem Buch: „Ende der Artenvielfalt?“: „Die Zahl der im Stadtgebiet brütenden Vogelarten nimmt mit der Größe der Städte in Mitteleuropa stark zu. In Berlin brüten zwei Drittel aller sich überhaupt in Deutschland fortpflanzenden Vogelarten.“
- In Simbach am Inn sind schon 60 Brutvogelarten im Stadtgebiet heimisch,
- in Dachau sind es 82,
- in Regensburg 100,
- in Nürnberg 108,
- in München 114,
- aber in Berlin 138.
In Deutschlands Hauptstadt kann ein Fuchs unbehelligt durch die Stadt streifen, Elche und Schwarzbären, ja sogar Grizzlybären bummeln vertrauensselig durch die Gärten und Gassen von Anchorage. Nur Bär „Bruno“ hatte Pech in Bayern.
Auf Flughäfen tauchen Feldhasen auf, Amseln brüten auf abgestellten Eisenbahnwaggons, Sperber an Krankenhäusern und der scheue Wanderfalke am Kölner Dom, am Roten Rathaus in Berlin, ja sogar auf den Türmen der Münchner Heizkraftwerke. Reichholf: „Im Stadtgebiet von Berlin singen mit rund 1.000 Nachtigallen ähnlich viele oder vielleicht schon mehr als es von Europas Vogelwelt bester Sängerin in ganz Bayern noch gibt. Dazu kommt ein solche Fülle von Schmetterlingen, dass die Ergebnisse entsprechender Untersuchungen in Städten durchaus mit solchen aus Naturschutzgebieten konkurrieren können.“
Selbst Schmetterlinge zeigen sich inzwischen mehr in Städten als auf Ackerland mit Monokulturen. Und in den vielfältigen gepflegten Gärten Mitteleuropas zeichen sich inzwischen dreimal so viele Arten wie es wildwachsende Pflanzen gibt.
Ein Wendepunkt zum Positiven war in Deutschland auch der Film „Serengeti darf nicht sterben“ von Bernhard Grzimek und in den USA der Bestseller „Der stumme Frühling“ von Rachel Carson. Seither steigt zumindest das Bewusstsein für Umweltschutz und Artenschutz in den westlichen Gesellschaften. Auch die zunehmende Zahl der Nationalparks (in Deutschland 15, in Australien 2000) haben Millionen für den Artenschutz sensibilisiert.
Die Agrarfläche macht in Deutschland 55 % der gesamten Landesfläche aus – auch dort sind Arten bedroht und ausgestorben. Tiere und Pflanzen finden paradoxerweise inzwischen mehr Schutz in den Städten, Friedhöfen und Truppenübungsplätzen, aber natürlich auch in Wäldern und Seen.
Erfolge im Artenschutz
Millionen Menschen engagieren sich im Natur- und Artenschutz. Prominente wie Prinz Philip von Großbritannien oder Prinz Bernhard der Niederlande waren Vorstände des WWF, was den Artenschutz populär machte. Mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch: Tierschutz und Pflanzenschutz ist auch Menschenschutz!
Der Grauwal war beinahe ausgerottet – jetzt gibt es wieder Tausende und Hunderttausende Natur-Touristen machen „Walbeobachtung“. Delfine und Eisbären – wie Knut im Berliner Zoo – sind geradezu Stars für Millionen.
Das Verbot des Elfenbeinhandels hat den Elefanten in Afrika tatsächlich geholfen – ihre Populationen erholen sich. Gegenwärtig gibt es in Mitteleuropa mehr große Säugetiere und Großvögel als noch vor 100 Jahren. Rothirsch und Damhirsch, Rehe, Elche und Wildschweine gibt es heute sogar mehr als je zuvor. In Japan kehrte 2004 der ausgestorbene ostasiatische Weißstorch wieder zurück und wurde mit einem großen Volksfest begrüßt, und in Bayern konnte nach 1970 der Biber wieder heimisch werden. Auch die Zeit der fast völligen Ausrottung der Adler ist vorbei.
Rund ums Mittelmeer steigen wieder die Bestände der Flamingos und in den Schluchten des Balkans kehrten die extrem selten gewordenen Schwarzstörche zurück. Zu Zugzeiten kann man über München Schwärme von Graugänsen fliegen sehen.
Alle diese Beispiele sollten die 5.000 Teilnehmer der Bonner Biodiversitätskonferenz Ende Mai dazu ermutigen, Natur- und Artenschutz künftig einen noch höheren politischen Stellenwert zu geben als bisher. Dafür gibt es begründete Hoffnung. Kein Zweifel: Die Artenvielfalt auf unserem Planeten ist gefährdet. Aber verloren ist sie noch nicht.
Noch ein positives Beispiel: Vor gar nicht allzu langer Zeit war es für viele Frauen chic, sich in einen Leopardenfellmantel zu hüllen, um damit Reichtum und Ruhm zu signalisieren. So etwas ist heute megaout und eher verpönt. Und die Leopardenbestände in Afrika nehmen zu.
Teil 7: Was kann die Politik und jeder Einzelne tun?
Quelle:
Franz Alt 2008
Erstveröffentlichung
“tz” München 2008
Photo: Lance and Erin, Lizenz: cc creative commons 2.0 - Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr
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Rückschau: Teil 5











Krishna Gans
#Dass aber früher Spatzen allgegenwärtig waren, wo wir heute Amseln treffen, nehmen wir kaum noch wahr.#
Klar, seit keine Pferdeäpfel auf der Straße liegen, geht es mit den Spatzen abwärts.
Aber wenn ich dann im Zoo oder woanders ein Ausflugslokal sehe, wo die Spatzen, mit den Kunden am Tisch, den Kuchen vom Teller fressen glaub ich nicht mal mehr an das Verschwinden von Spatzen - nur an eine Verlagerung.
Krishna Gans
#Die Agrarfläche macht in Deutschland 55 % der gesamten Landesfläche aus – auch dort sind Arten bedroht und ausgestorben.#
Nicht auch dort sondern gerade dort.
Wolfgang Flamme
Wenn der Herr Alt hier wenigstens eine Linie hätte … zuerst lesen wir seitenweise vom unseligen Einfluß des Menschen, der unhelvollen Landschaftszerschneidung, der rücksichtslosen Landnutzung und den verheerenden Folgen des Klimawandels - dann erfahren wir, daß ausgerechnet in den Großstädten, diesen am dichtesten besiedelten, am intensivsten zerschnittenen und am rücksichtslosesten und naturfernst umgestalteten Lebensräumen, die zudem noch unter besonders starker Erwärmung leiden, die Artenvielfalt gerade zunimmt. Der Widerspruch könnte kaum größer sein, doch der Autor hat ohnehin alles so dick mit kaum unterdrücktem Weltschmerz zugekleistert, daß ihm das gar nicht mehr auffällt. Daß er in der kommenden, siebten und vorerst letzten Sitzung endlich austherapiert ist, steht demnach nicht zu vermuten.
Zyniker
Wer sich beim lesen der voran gegangenen Anmerk(el)ungen – insbesondere meiner –, bezüglich den Ausführungen des Autors und ohne besondere Berücksichtigung der ihn ge- und prägenden Öko-Propaganda im Stillen dachte, die übertreiben, wird hiermit endlich eines besseren belehrt. Nun ist es raus – und sogar in einem Satz! Es bedurfte ganzer sechs Teile seiner achtteiligen „Natur-über-alles-Predigt“ mit den darin enthaltenen Unterstellungen und Vorwürfen, die der Autor über den unbedarften Leser kübelte, ja, selbst vor Verunglimpfungen seiner Mitmenschen schreckte der Autor nicht zurück, bis zu dieser unmißverständlichen Aussage:
„Neben der Überdüngung der Felder, dem Zerschneiden von Flächen und dem Klimawandel sind die vielen Menschen auf unserer begrenzten Erde die Hauptursachen für das Artensterben.“
Diese Aussage müßte doch auch bei einem eingefleischten Öko-Gläubigen die letzten Schleier der von interessierter Hand künstlich erzeugten „Umwelt-über-alles-Nebelwand“ hinweg wehen. Damit offenbart der selbsternannte Wanderprediger in Sachen Umwelt & Naturschutz, Franz Alt, die ihn und auch seinesgleichen umtreibende Menschenfeindlichkeit. Einzig und allein fehlt in diesem Satz noch die Anzahl der Menschen, die der Autor für „überflüssig“, bzw. „(über-)lebenswert“ erachtet. Seine Mitstreiter im Geiste sind da nicht so zimperlich:
In einem Interview mit dem „Unesco Courier“ sagte der verstorbene Meeresforscher Jacques Cousteau in 1991: „…daß es zwar eine Horrorvorstellung wäre 350.000 Menschen pro Tag eliminieren; aber es wäre schlimmer das nicht zu sagen.“
Unvergessen auch das dpa-Interview gegen Ende der 80er, des hier erwähnten Prinzgemahls seiner königlichen Hoheit, Themse-Liesl II., Philip Mountbatten, worin dieser bekannte, er wolle als „…tödliches Virus wieder geboren werden, um die Überbevölkerung zu bekämpfen“.
Wie dieser im Natur- und Artenschutz engagierte Blaublüter grundsätzlich zu Menschenrechten steht, geht aus einer Bemerkung gegenüber dem einstigen paraguayischen Diktator Alfredo Stroessner hervor:
„Es ist eine schöne Abwechslung, mal in ein Land zu kommen, das nicht vom Volk regiert wird.“
Doch ich greife vor. Gehen wir die Reihe der angeblichen anthropogenen Umwelt-Ferkelleien ab und prüfen sie auf ihre Wahrhaftigkeit. Ich befleissige mich dabei, getreu dem überlieferten weisen Spruch „Ohne Zorn und Eifer“(Sine ira et studio) vorzugehen. Wobei dies weitergehend bedeutet, daß sich die Anmerk(el)ungen umfangreicher gestalten als gemeinhin angenommen, wenden sie sich doch direkt gegen die hier zelebrierten infantilen Öko-Formeln, die sich in den vergangenen Jahrzehnten und stets im Verein mit den hiesigen „Qualitätsmedien“ , quasi als (in-)offizielle Staats-Indoktrination, in die von Seriendialogen umnachteten Hirne einnisteten – ergo, sie nicht mit einem Satz gegen die Realität auszutauschen sind! Denn wäre dem so, und die beschriebene Reziprokvaginalität der Umwelt-Jubilierer erschlösse sich einem wie oben beschriebenen gebranntmarkt und benebeltem Geist, würden nicht dergestalt viele zwangsgesteuerten Mitläufer frei herumlaufen.
Um es noch einmal festzuhalten: auch SIE werte Leser sitzen nach dieser Öko-Kampfschrift des Autors hier als Angeklagte!
Um das ganze nicht ausufern zu lassen, werde ich dem/der Interessierten Web-Links zur Hand geben; so wie hier denn auch gleich eine kritischen Betrachtung unserer ang. „freien Presse“: Medienmonopol – kann hier komplett als Pdf-File zwecks genauerer Untersuchung geladen werden. Einen kleinen Abriss, was bei des Deutschen liebster Nachrichtensendung so abgeht, gibt auch Walter van Rossum.
Derart gestärkt geht’s nun in den Kampf, halt, denn ich wollte ja „ohne Zorn…“
Mit einer an Beispielen unübertroffenen Regelmäßigkeit, wird diese Phrase wieder und wieder hochgewürgt seit ein gewisser M. King Hubbert (1903-89) derartiges 1956 in einem Aufsatz (Nuclear Energy and Fossil Fuels in: Drilling and Prodution Practice, Washington, American Petroleum Institute, S. 7-25) so etwas wie „peak oil“, d.h. den Wendepunkt der Ölförderung, richtig für das Jahr 1970 vorhergesagt hatte. Das betraf aber ausschließlich die USA und lag nicht an den natürlichen Ölvorkommen der USA, sondern daran, daß die Regierung diese Ölvorkommen in den USA aus strategischen Gründen als Reserve betrachtete und nicht weiter angreifen wollte!(Böse Zungen sprechen auch von Manipulationen des sogen. „freien Marktes“) Für den Rest der Welt stimmten Hubberts Ankündigungen auf der ganzen Linie nicht; so sollte für Libyen der Rückgang der Ölproduktion schon 1970 eintreten; im Iran 1974; in Rumänien 1976; in Brunei 1979; in Rußland 1987… usw. Doch wieviel Öl tatsächlich in der Erdkruste verborgen ist, weiß bisher niemand so recht.
Dazu auch sehr aufschlußreich Biosphäre der heißen Tiefen & „Mit der Ölwaffe zur Weltmacht“ oder gleich bei Autor William Engdahl
Schon lange vor Hubbert, nämlich 1933, hatte Erich Zimmermann (1888-1961, World Resources and Industries, New York, Harper & Brothers) diese Denkweise ebenfalls sehr einfach und grundlegend widerlegt. Es gebe keine natürlichen Rohstoffe, sagte er:
„Rohstoffe sind eine recht dynamische, funktionale Vorstellung. Es gibt sie nicht, sie werden. Sie ergeben sich aus dem dreieinigen Zusammenwirken von Natur, Mensch und Kultur. Die Natur setzt zwar Grenzen, aber der Mensch und seine Kultur sind weitgehend für den Anteil an der physikalischen Totalität verantwortlich, die dem Menschen verfügbar ist.“
Kurz gesagt: „Wissen ist die Mutter aller Ressourcen“. Nicht nur macht erst das Wissen um die Verwendbarkeit bestimmter Stoffe diese zu Rohstoffen, auch die Technik des Zugriffs auf sie bestimmt, wie viel davon zur Verfügung stehen. Unsere geldorientierte Zeit verkürzt diese Einsicht auf den Preis: die Höhe des Rohstoffpreises bestimmt den Umfang der verfügbaren Vorräte. Und selbst eine wahrhafte EU-Energie-Kommissarin, Loyola de Palacio, erklärte im Mai 2004 in Brüssel vor versammelter Medien-Meute:
„Es handelt sich um eine Spekulationsblase … Es gibt keine echte Verknappung auf den Märkten. Das ist die Wirklichkeit.“
Wie mit dem Erdöl, dürfte es bei allem anderen sein. Um sich einmal über die Dimensionen klar zu werden um die es hier geht und für jeden, der noch über ein gewisses Maß an Vorstellungskraft verfügt, als Vorgabe: der mittlere Erddurchmesser beträgt 12.735 Km.
Das tiefste Bohrloch befindet sich mit über 12 Km in Russland; das, was einmal die „tiefste Bohrung“ werden sollte, wurde bei etwas über 10 Km in der Oberpfalz abgebrochen. Nachweislich graben die Menschen überall auf der Erde punktuell nach allerlei Mineralien; in Südafrika hat man sich dabei so um die 2 Km eingeschaufelt.
Die Aufgabe: man zeichne sich mit einem Zirkel einen Kreis mit Radius 6,4 cm auf ein Blatt Papier und erhält folglich einen 12,8 cm Kreisdurchmesser. Die Linie die ihn umschreibt, dürfte im Verhältnis um ein mehrfaches dicker sein, als es menschliche Buddelei vermochte in die Erdkruste vorzudringen! Ergo: was dort alles noch auf Entdeckung wartet, enthält sich noch anthropogener Schaffenskraft!
In Ermangelung grundschultauglicher Utensilien tut’s auch einhandelsübliche Salat-Zwiebel. Die oberste braune Schale dürfte dem Vergleich nahe kommen.
Das alles vermag einen wie Siggi-Pop, alias Meatloaf, alias Red-Bull-Gabriel, dem höchstpersönlich ins BRD(usselland) hernieder gefahren und fleischgewordenen Seraph nicht zu erschüttern, er verkündet:
Wir(die Menschheit) benötigten zwei Planeten Erde – wenn wir so weitermachen!
Aber der erzählt auch:
„Ohne die Treibhausgase wäre es auf der Erde bitterkalt. So aber herrscht bei uns eine konstante Temperatur von 15 Grad Celsius.“ Und warnt vorm Anstieg des Meeresspiegel, während Dubai mal gerade eben 500 Milliarden $ auf Normal-Null (N.N) ins Wasser verbaut!
Es ist ein künstlich erzeugter Alarmismus der, wie im 1. Teil angemerk(el)t, bis zu dem unsäglichen Thomas Robert Malthus zurückverfolgt werden kann. Er ist quasi der geistige Urahn aller heutigen Öko-Kleriker die in Lande herumziehen und verängstigten Menschen zu Flagellanten (um-)erziehen wollen. Sie trachten danach ihren Mitmenschen einen Naturromantizismus zu vermitteln unter dessen Hegemonie sie sich nicht wie in 1. Mose 1,28 verkündet – und über Jahrhunderte praktiziert – die Natur untertan machen(sollen); sondern sich fortan nurmehr als sprechende Affen sehen sollen.
Während der „üble Pfaffe“(Malthus) in seinem 1798 erschienen „Essay on the Principle of Population“ noch selbst in einer Fußnote zugeben kann, „Es darf nicht der Hinweis fehlen, daß die Hauptthese dieser Abhandlung einzig und allein die Notwendigkeit einer Klasse von Besitzenden und einer solchen von Arbeitenden zu belegen trachtet… “, wird von seinen Nachfahren – hier der „Christ“ Franz Alt – mit großzügigem Gebrauch des Konjunktivs davon abgesehen.
Noch ein Wort zur angeblichen „Überbevölkerung“, die ja nicht nur den Autor umtreibt.
Wie sieht die Wirklichkeit denn aus? Die Erdoberfläche beträgt etwas über 510 Millionen Km2, davon sind 70,8% oder 361 Mio. Km2 Wasser. Die Landfläche umfaßt 149 Mio. km2, davon gelten als „bewohnbar“ 90 Mio. km2. Von diesen 90 Mio. km2 werden 13,5 Mio. km2 landwirtschaftlich genutzt, das sind rund 15%, und nur 1,9% der bewohnbaren Fläche – wobei diese sich durch entsprechende Maßnahmen sicher noch ausdehnen ließe – ist von menschlichen Siedlungen bedeckt. Mit anderen Worten, mehr als 83% der bewohnbaren Erdoberfläche sind vom Menschen weder besiedelt, noch werden sie als Ackerland genutzt.
Z.Z. leben ca. 6 Mrd. Menschen auf der Erde. Böte man jedem nur 113 m2 Raum, so hätten sie alle in einem einzigen US-Bundesstaat, nämlich in Texas Platz, der mit 680.755 km2 fast doppelt so groß ist wie die BRD. Wenn man die einzelnen Menschen aller Altersstufen nun in Drei-personenhaushalte zusammenfaßt, könnte man für jeden Haushalt ein Haus von 102 m2 Wohnfläche errichten und mit der frei werdenden Fläche würden Städteplaner Freiräume für eine Infrastruktur, für Ver- und Entsorgungseinrichtungen. Sie bräuchten höchsten zweigeschossige Häuser zu errichten und Texas wäre eine riesige Stadt, eine Megapolis, und kein Mensch wäre da, die Felder in der Ukraine, in Australien, Europa, Afrika, den USA, Kanada und Lateinamerika zu bearbeiten, sie alle würden in Texas wohnen.
Vergl. dazu Roland Rösler „Familienplanung – die Mär v.d. Bevölkerungsexplosion“ ;
sein Buch von 1989 „Der Menschen Zahl“
Wie sagt schon ein großer Philosoph:
Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.
In diesem Sinne, denkt mal darüber nach.
mfg
Das liebe Vieh « Johanna sez
[…] Doch leider gibt es beim Tierschutz kein Äquivalent zu “klimaneutral”. Wirklich etwas zu verändern, ist deutlich schwerer, als monatlich Geld abbuchen zu lassen. Auch der Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittelgruppen hilft hier meiner Meinung nach wenig. Sich wirklich um Tierschutz zu bemühen, heisst für mich hinzusehen und sich bewusst zu werden, dass bei einem Einkaufs-Milchpreis von 37 Cent/Liter die Haltungbedingungen auf der Strecke bleiben und dass Fleisch eben dummerweise nicht auf Bäumen wächst. Wenn die Bereitschaft des Verbrauchers steigen würde, für hochwertige Lebensmittel auch angemessene Preise zu zahlen, wäre der Tierwelt sicher mehr geholfen, als mit scheinheiligen Ablasszahlungen zum Schutz bedrohter Tierarten. […]
Krishna Gans
#n Berlin brüten zwei Drittel aller sich überhaupt in Deutschland fortpflanzenden Vogelarten.“
* In Simbach am Inn sind schon 60 Brutvogelarten im Stadtgebiet heimisch,
* in Dachau sind es 82,
* in Regensburg 100,
* in Nürnberg 108,
* in München 114,
* aber in Berlin 138.
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Es gibt wahrscheinlich keine andere Stadt mit soviel Grün auch im Stadtgebiet wie in Berlin-Grunewald, , dann allein im Wedding 3 große Parks: Rehberge, Goethepark, Schillerpark, dann Tegel, Heiligensee - Tegler Forst, daß ist jetzt nur der mir von früher bekannte Westen Berlins.
Ist auch gut fürs Stadklima - weniger Wärme, die sich speichern kann.
Readers Edition » Stirbt die Artenvielfalt? Was muss die Politik – was kann jeder Einzelne tun? 7/8
[…] Rückschau: Teil 6 […]