“In sechs Tagen schuf Gott die Welt und unsere Erde mit all den unterschiedlichen Menschen, Tieren, Pflanzen; mit all den Bergen, Meeren, Seen, Flüssen; mit Regen, Wind, Sonne…” So kennen wir die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel, um die Bewahrung der Schöpfung geht es eine Woche lang in der Rotweinstadt Ingelheim.
Oberbürgermeister Dr. Joachim Gerhard schreibt dazu in einem Grußwort: “Ich wünsche uns allen interessante Erkenntnisse, Erfahrungen und Begegnungen.” Die Arbeitsgemeinschaft Glaubensgemeinschaften in der Agenda 21 und die Stadtverwaltung haben ein buntes Programm mit Ausstellungen, Filmen, Diskussionen, Gottesdiensten, Workshops, Kunst und Kultur auf die Beine gestellt.
In einer Präambel heißt es zu der Schöpfungswoche: “Die im Forum vertretenen Glaubensgemeinschaften respektieren die bestehenden Unterschiede der Mitgliedsgemeinschaften. Alle Aktivitäten basieren auf dem Prinzip der Freiwilligkeit.”
Gewaltige Unterschiede
Die Unterschiede sind fürwahr gewaltig, zu den Veranstaltern gehören nicht nur die evangelische und die katholische Kirche, sondern auch die Zeugen Jehovas. Die bauen auf dem Marktplatz einen Stand auf und wollen Beweise dafür liefern, dass es einen Schöpfer gibt, außerdem lädt diese Glaubensgemeinschaft, die sich sonst von der Außenwelt abschottet, zu Besuchen des Königsreichssaales und der Druckerei in Selters ein.
Gebildet wird in Ingelheim auch eine Gesprächsrunde, die sich mit der Frage beschäftigt, woran Zeitgenossen glauben, die nicht an die Schöpfung glauben – woran aber glauben Zeugen Jehovas?
Unvorstellbares Blutbad
Bislang glauben sie jedenfalls nicht an die Bewahrung der Erde, wie sich die Mehrheit den Schutz von Natur und Umwelt vorstellt. Zeugen Jehovas glauben noch schlicht und einfach an eine neue Welt, die aus einem Blutbad hervorgeht. Das kann man nachlesen in “Die Wahrheit wird euch freimachen” und in “Neue Himmel und neue Erde”.
Demnach werden in absehbarer Zeit “Jehovas Hinrichtungsheere” losschlagen, Jesus und seine Truppen werden jauchzen (“Wachtturm”, 15. März 1956) und “fast schwimmen im Blut” (ebenda), “aasfressende Raubvögel und wilde Tiere aus Feld und Wald werden zu einem Festmahl von Menschenfleisch geladen werden” (“Wachtturm”, 15. Mai 1950, 1. November 1951, 1. August 1951).
Da müssen wohl viele schlucken und sofort taucht die Frage auf: Warum beteiligen sich die Zeugen Jehovas in Ingelheim an der Schöpfungswoche? Bereiten sie so wieder eine Änderung der Lehre vor? Sollen die Schreckensbilder weich gezeichnet werden, wie die totale Ablehnung von Bluttransfusionen und Militär aufgeweicht worden ist?
Gefährlich für den Bestand
Wie gefährlich es für den Bestand einer solchen Glaubensgemeinschaft sein kann, wenn man die Zügel lockert, zeigt das Beispiel Neuapostolische Kirche, die ebenfalls eine solche Entscheidungsschlacht zu ihrer Lehre zählt.
Beide Glaubensgemeinschaften gehen davon aus, dass ihre Mitglieder eines Tages die Welt beherrschen. Doch dieser Glaube leidet zusehends darunter, dass sich diese Erde immer weiter dreht. Deshalb muss man sich einrichten. Die Neuapostolische Kirche hat inzwischen die Taufe in der evangelischen und in der katholischen Kirche anerkannt und der gegenwärtige Kirchenpräsident legte kürzlich das Geständnis ab, dass man Theologie lange abgelehnt habe, inzwischen aber nützlich finde, wenn sie sich mit der Lehre dieser Glaubensgemeinschaft vereinbaren lasse. Das klingt wie ein bisschen schwanger – und hat negative Auswirkungen auf die Mitgliederzahl, auf die Einsatz- und Opferbereitschaft.
Kein Zweifel: Diese beiden Glaubensgemeinschaften haben sich selbst überholt – sie wollen es nur noch nicht wahr haben Für Menschen, die frei sein wollen, ist das eine gute Nachricht.
Und am 7. Tag schüttelte Gott den Kopf darüber, wie dumm Menschen sein können …..