Aufhören!!! Anne Will entzaubert.

- Anne Will manipuliert ihre Gäste. Photo: screenshot aus der Sendung (via daserste.ndr.de)
“Man merkt die Absicht, und man ist verstimmt.”
Goethe lässt seinen Helden im “Torquato Tasso” sagen : “(…) und wenn sie auch die Absicht hat, den Freunden wohlzutun, so fühlt man Absicht und man ist verstimmt.”
Daher stammt der heute viel verwendete Spruch. Mit ihm kritisieren wir im Gegensatz zu Tasso nicht eine als ärgerlich empfundene Einmischung trotz angenommenen guten Willens des Handelnden. Wir sind ob erkennbarer Absicht verstimmt wegen eines allzu durchsichtiges Tuns, in dem wir sehr deutlich persönliche und meist auch uns schädliche Interessen erkennen.
Es war nicht immer so, dass man bei Anne Will an das abgewandelte Tasso-Zitat denken musste.
Anfänglich suchte und förderte sie offene Gespräche mit und unter ihren Gästen. Sie war im Vergleich zu Sabine Christiansen auffallend freundlich, geduldig, entgegenkommend. Kurz gesagt war sie fair gegenüber jedem Gast.
Nach ein paar Ausstrahlungen kam dann aber der Bruch. Jedem aufmerksamen Beobachter wird schnell klar, dass Anne Will heute knallhart politische Ziele verfolgt und in diesem Interesse ihre Gäste manipuliert. Je weniger sie ihre vorgestecktes Ziel verfeht, desto nervöser wird sie. Vorläufiger Höhepunkt war die Sendung von Sonntag, dem 1.6.2008. Sie hatte ihre Teilnehmer zur Gesprächsrunde wie üblich so zusammengestellt, dass es unterschiedliche Lager gab, auch bei den weniger prominenten Gästen am “Katzentisch”. Sie zeigte dann aber in der Sendung mit aufdringlicher Mimik und extrem unterschiedlicher Verteilung der Redezeit, wer von den Geladenen ihr in der Verfolgung ihrer Absichten genehm war und wer nicht. Die einen konnten sich frei ausmähren, die anderen unterbrach sie ohne Unterlass und ohne Rücksicht auf den Wert und den Stand der Aussage. Da kriegte am 1.6. ein nach eigenem Eingeständnis politisch unbedarfter Unternehmer, der Chef von Villeroy & Boch aus dem Saarland, ihr offen gezeigtes Wohlwollen und wurde bei dem teils recht eitlen Unsinn, den er verzapfte , auch nicht ein einziges Mal unterbrochen. Ganz und gar unerträglich war dann aber die Ausbreitung der Lebensgeschichte einer wenig bekannten Buchautorin über das Unrecht, das ihr in der DDR widerfahren war und das ihr heute Anlass gibt, alles anzugreifen, was sich aus der Zeit der DDR herüber gerettet hat. Dazu gehört allen voran die PDS, aber auch die LINKE, in der die PDS aufgegangen ist. Seltsamerweise hat sie die kommunistischen Blockparteien, die von CDU und FDP nach der Wende gnädig aufgenommen worden waren, nicht im Visier. Sie hatte auch nicht die Kanzlerin Angela Merkel im Blick, die - worauf Lafontaine genüsslich hinwies - doch als überzeugte FDJ-Aktivistin sogar auf Kosten der DDR in Moskau studieren konnte.
Anne Will gab ihrer Besucherin jede Zeit der Welt, ihre schlichten Gedanken zur Politik und mehr noch ihre persönlichen Befindlichkeiten auszubreiten. Leider habe ich die Zeit nicht gestoppt, die diese Episode kostete. Mir kam es vor, als ob sie mehr als die Hälfte der Sendezeit ausmachte.
Wowereit und Lafontaine unterbrach Anne Will fast in jedem Satz.
Sie merkte aber bald, dass sie diesen alten Hasen nicht gewachsen war. So wurde sie fortschreitend aggressiver, bis sie schließlich im regelrechten Schlagabtausch nur noch falsch lächeln konnte wie ein angeschlagener Boxer. Sie schaffte es nicht einmal, den simplen Beckstein davor zu schützen, dass er von Wowereit und Lafontaine regelrecht vorgeführt wurde. Beckstein selber geriet darüber in Rage, haspelte herum und vergriff sich im Ton mit Worten wie “Blödsinn” und “saudumm”. Auf einmal fühlte ich mich ganz deutlich an starke Szenen des großartigen Schauspielers Heinz Schubert in Wolfgang Menges einmaliger Serie “Ekel Alfred” erinnert.
Schließlich musste sich Anne Will auch noch gegenüber Wowereit “outen”. Er hielt ihr vor, dass ihre Filmeinblendung doch tendenziös und lächerlich zugleich war, in der sie mit erhobenem Zeigefinger die Landespolitik des rot-roten Berlin wegen der angeblichen systematischen Schließung von Freibädern rügte. Wowereit hielt ihr vor, dass von insgesamt 70 Freibädern in Berlin gerade mal die sechs wirklich maroden geschlossen wurden. Schließlich ist bekannt, dass in der DDR aufgrund politischer Präferenz die Freibaddichte viel höher war als im Westen. Wie um sich zu entschuldigen sagte Anne Will ganz offen zu Wowereit:
“Es ging mir doch nur um die Entzauberung der Politik in Berlin!”
Zweifelt jemand daran, dass das alles nicht allein auf dem Mist von Anne Will gewachsen ist? Dass sie vielmehr von den Fernsehgewaltigen hart in die Pflicht genommen und zur Linientreue gezwungen wurde? Bestimmt hat Ulrich Tilgner solche Zweifel nicht. Er hat Deutschland verlassen, weil hier die Journalisten durchweg in die Verfolgung fremder politischer Ziele eingespannt oder gleich mundtot gemacht werden.
Und wann sind wir Blogger dran?











Margareth Gorges
Lieber Herr Ehlers,
vorletzen Sonntag gab es zur Sendung von Anne Will den RE Artikel:
MEHR STAMMTISCH GEHT NICHT !
http://www.readers-edition.de/2008/05/27/anne-will-und-die-armut-mehr-stammtisch-geht-nicht-ein-kommentar/#comments
Wir wurden gestern eines bessern belehrt: ES GEHT NOCH TIEFER !
Herr Albrecht Müller hat das dieser Tage auch einmal in einem Beitrag zusammengefasst:
Revolutionäre Situation? Oder die beruhigende Macht der Propaganda-Maschine!
http://www.nachdenkseiten.de/?p=3246#more-3246
Dowanda
Der “unbedarfte Unternehmer” hatte von allen Gästen den wenigsten Redeanteil.
Und wenn Sie es persönlich als unerträglich empfinden, wenn jemand seine Erfahrungen mit der DDR-Diktatur (ein Beispiel von vielen, denen es ähnlich ging) schildert - dann sagt das sehr viel drüber aus, dass Sie auf dem linken Auge blind sind und es der Moderatorin deshalb übel nehmen, wenn sie anderen DREIEN (also inkl. Beckstein) ins Wort fiel sobald diese nur noch in Blabla abrutschten.
Das sie übrigens alles was sich rechts von der LINKEN bzw. Wowereit abspielt - und das ist ja bald einmal der Fall - mit Attributen wie “unerträglich”, “simpel”, “schlicht”. Das ist ein abgehobenes, linksklünglerisches Elitendenken der abgedroschensten Sorte.
Barbara Schönemann
Ich schliesse mich Dowanda und ihren Ausführungen an.
Auf mich macht Herr Ehlers ein bisschen den Eindruck, dass es ihm relativ egal ist, welchen Inhalt die Befragten (und Nichtbefragten) beizutragen hatten, sondern wieviel Redezeit Frau Will den entsprechenden Gästen eingeräumt hat.
Und wie es scheint, wertet er nach dem Anti-Will-System: je mehr Redezeit der Gast, desto schlechter der Inhalt ?
Das macht Sie, Herr Ehlers, dadurch leider nicht besser, als die Person, die sie kritisieren, höchstens anders. Eine derartige Retourkutsche ist sicher nicht weniger schlicht.
Andreas E.
Ich gebe zu: Ich habe gestern von der Sendung nur 10 Minuten durchgehalten.-
Danach fiel ich lachend von meinem Fernsehsessel!
Fakt ist:
Oskar Lafontaine hat Anne Will vorgeführt. Wie ein kleines Hundchen führte er sie vor. Gerade so, wie man es mit politisch nichtdenkenden immer tun soll, wenn diese einen als Demagogen oder Populisten bezeichnen.
Das die Will von außen gesteuert wird, hat sie in dieser Sendung gezeigt. Allein schon dadurch, das sie nicht einmal im entferntesten darauf einging, das unser Kanzler ja eigentlich FdJ-Agitatorin war - und deshalb in Moskau studieren durfte. An dieser Stelle war bei Will das Licht aus. Ab diesem Moment konnte sie den eigenen Sendungsablauf nicht mehr steuern, da Lafontaine rein sachlich im Vorteil war.
Ist halt Mist, wenn man sich Journalist nennt und niemals Recherche gelernt hat. Dabei lernt man unter anderem auch, das man die Argumente der Gegenseite kennt.
Lafontaine ist kein Journalist und der beherrscht die Recherche wie kein Zweiter. Dumm halt nur, das Frau Will wirklich keinen Willen zeigte, sich an die FDGO zu halten.
Lafontaines Spruch gegen Herrn Beckstein, das er die CDU beobachten lassen würde, wenn er im Saarland wieder den Ton angibt, war genau die richtige Konter, die der bayrische Ministerpräsident gebraucht hat. Vielleicht lernt der jetzt endlich richtig grade aus denken - und aufhören, seinem geliebten Stoiber nachzutrauern.
Fakt ist leider auch:
Das Frau Will es fertig brachte, das Niveau wirklich noch weiter abzusenken. Und das ist Rekord. Ich schlage diese Sendung in jedem Fall für die goldene Himbeere vor - so viel gequirlte Scheiße, wie da aus dem konservativen Lager kam, kriegt man sonst das ganze Jahr nicht zu sehen (und dieses Jahr schon zweimal, Hut ab!) Das ist kaum mehr Steigerungsfähig, es sei denn, Frau Will outet sich als bekennende Rechtsnationale, die nur ihre Homosexualität deshalb auslebt, weil sie sonst nichts am Leben hat, das ihr Spaß macht - und Männer Scheiße sind. Es sei denn sie heißen Strauß, Kohl, Beckstein, etc pp.-
MfG
Rainhelt
Na hoffentlich schnell!
Auch diese Sendung habe ich komplett anders empfunden.
Frau Will fällt dem Chef, der lediglich im Aufsichtsrat sitzt, ständig ins Wort. Nur leider hat er recht!!! Da kann man leider nichts machen.
Und Frau Neumann (?) wollte keiner zuhören. In der DDR war gar nichts toll. Das bleibt Fakt!
Barbara Schönemann
Warum sollte Frau Will darauf eingehen, dass Frau Merkel mal FDJ-Aktivistin war ?
Das sollte doch genauso uninteressant bleiben können, wie im Gegenzug die SED-Vorgeschichte der PDS von den Linken & ihren Sympathisanten gerne geleugnet wird. Ausserdem scheint Frau Merkel aus der Zeit ja etwas gelernt zu haben.
Ich bin der Meinung, dass niemand sich anmassen sollte, die DDR & die darin entstandenen Schicksale zu beurteilen, sofern er in diesem System nicht gelebt hat.
Und Herr Ehlers beurteilt z.Bsp. die aus dieser Zeit berichtende Dame, die eben rein gar kein gutes Haar an diesem System lassen wollte - und das ist ihr gutes Recht, sie war dabei.
Für Herrn Ehlers & auch Andreas E. scheint leider alles einheitlich mies, was nicht in ihren ‘real existierenden Sozialismus’ passt. So verstehe ich den Inhalt.
Klären Sie mich auf, wenn ich etwas falsch verstehe.
Die DDR war nicht ohne Grund ein Regime. Die Waffen der Grenzsoldaten zielten & schossen (!) nach innen, auf die Bürger des eigenen Landes.
Ich habe Verständnis für jeden, der das nicht mehr will und Angst hat, dass durch die Rückkehr von allzu linksradikaler Politik (und den teils unrealistischen Modellen dahinter) die Geschichte wiederholt wird, oder zumindest im Nachhinein dauernd schöngeredet wird, um die Geschehnisse zu leugnen und sich in Machtpositionen etablieren zu können.
Rolf Ehlers
@Dowanda @Frau Schönemann: Sie schließen zu kurz von meinem Ärger über “Kommunistenfresser” auf eine
Gesinnung nach Muster der DDR. Ich nehme doch an, wir wollen alle den demokratischen Rechtsstaat, ich als Jurist und Völkerrechtler per se. Das ändert aber doch nichts daran, dass das deutsche Volk nach der Verformung und Verführung durch diktatorische Systeme weiter leben muss. In der DDR haben die Bürger der durchgehenden sozialen Versorgung etwas abgewonnen. Klar wollen sie beides - Vollversorgung und Sicherheit und Bewegungsfreiheit und Luxus. Weil sie heute genügend Freiheit haben, schätzen sie den aktiv versorgenden Staat heute wieder mehr und wählen die Partei, die aus dem System herausgekommen ist. Wenn Sie die - doch weitestgehend demokratisch gewandelte - Staatspartei verteufeln, verteufeln sie auch ihre vielen Wähler. Ich habe als junger Mensch nicht verstanden, wie Adenauer aktive und kaum gewendete Nazis mit ins Boot holte. Aber er hatte gar nicht mal Unrecht: es gb so viele Menschen mit der alten Denkungsart, dass wir nicht alle vom öffentlichen Leben ausschließen konnten.
Hauptthema meines Beitrags ist nicht die immerhin diskutierbare Frage, ob Koalitionen mit der Linken
sinnvoll und angebracht sind. Da kann man schon wie die Buchautorin die Zuschauer zum Gähnen bringen, aber selbt das kann man ertragen. Völlig unerträglich ist das Verhalten der Autorin, die
jeder Flachheit weiten Raum ließ und sonst straff die Zügel anzog, um ihr vorgefasstes Ergebnis, dass jede Zusammenarbeit mit den Linken vom Bösen wäre, durchzusetzen. Das ist kein Gespräch, das
ist - schlecht gemachte - Manipulaton.
Claus-Dieter Stille
Danke für den Beitrag! Nichts anderes empfand ich selbst gestern. Aber langsam tut Frau Will meinem eh schon erhöhten Blutdruck ganz und gar nicht gut. Er steigt: Die ständigen Unterbrechungen der offensichtlich ungenehmen Gäste durch Anne Will. Ihre unsägliche Mimik gestern! Geht’s noch schlimmer? Nach gestern befürchte ich: Sicherlich. Es stimmt: Frau Will begann vielversprechend und wohltuend. Frau Christiansen - welche neoliberalen Geist zunächst mit herbeigeredet hat, zum Schluss dessen Folgen zu beklagen - hatte ich persönlich nun wirklich satt. Anne Will ließ aufatmen.
Was geschah dann mit Frau Will? Wurde sie “umgedreht”? Unter Druck gesetzt? Es ist höchst schmerzlich zu sehen, welchen Weg sie mit ihrer tendenziösen Moderation eingeschlagen hat. Wenn sie Mut hat, kehrt sie zu sich selbst und zu einem Journalismus zurück, für den sie wohl einmal stand, und für den sich niemand schämen muss. Hut ab vor Ulrich Tilgner! Er sah wohl keine andere Chance mehr für sich. Wenn man älter ist, macht man halt weniger Kompromisse. Das ist auch richtig. Ins Ausland muss Anne Will ja nicht gleich gehen. Sie ist ja noch jung. Aber bitte Anne Will: Hauen Sie mal ordentlich auf den Tisch! So kann es jedenfalls nicht weitergehen.
Andreas E.
@Frau Schönemann
Ich fand das hier am interessantesten an ihrer Erwiderung. Und werde auch dazu Stellung beziehen:
Zitat Schönemann: Warum sollte Frau Will darauf eingehen, dass Frau Merkel mal FDJ-Aktivistin war ?
Vielleicht, weil es angebracht wäre, einmal der CDU zu sagen, welche Schlange sie da jahrelang an ihrem Busen genährt hat und uns nun dadurch ein stalinistisches System droht, dessen Faschismus sich ja ohne weiteres mit dem eines A.H. messen läßt! Und nur ein überzeugter Kommunist kann als FdJ-Agitator tätig sein, da hat Oskar Lafontaine schon Recht. Vor allem jedoch, und dies ist das entscheidende, worauf auch Oskar Lafontaine hinaus wollte, ist der Umstand, das solche Leute selbst in unserer modernen Zeit nicht mehr umerziehbar sind. Das bereits wieder ein Überwachungsstaat nach DDR-Muster unter der Ägide einer Frau Merkel aufgebaut wird, muß ich Ihnen wohl nicht erzählen (ich sage hier nur: VDS)!
Zitat SAchönemann: Das sollte doch genauso uninteressant bleiben können, wie im Gegenzug die SED-Vorgeschichte der PDS von den Linken & ihren Sympathisanten gerne geleugnet wird. Ausserdem scheint Frau Merkel aus der Zeit ja etwas gelernt zu haben.
Verraten sie mir bitte, was sie gelernt hat? Etwa so gut zu heucheln oder das Königsmorden? Anders kann man ihren Aufstieg in der CDU nämlich nicht interpretieren. Oder war gar der gute Helmut ihr Führungsoffizier? Das sind die Fragen, die sich mir da stellen.
Die SED hat jedoch, im Gegensatz zu Frau Merkel, etwas daraus gelernt. Und zwar sachlich und ehrlich ernsthaft dabei zu bleiben. Nicht alle StaSi-Mitarbeiter sind heute bei DER LINKEN. Ich gehe mal davon aus, das der weitaus größere Teil heute ein schwarzes Parteibuch mit sich herumträgt und bei der Telekom arbeitet!
Zitat Schönemann: Für Herrn Ehlers & auch Andreas E. scheint leider alles einheitlich mies, was nicht in ihren ‘real existierenden Sozialismus’ passt. So verstehe ich den Inhalt.
Klären Sie mich auf, wenn ich etwas falsch verstehe.
Fakt ist:
Es gibt keinen real existierenden Sozialismus. Nicht einmal einen erfundenen, theoretischen. Deshalb verbitte ich mir, mir solch einen hanebüchenen Unsinn unterstellen zu wollen.
Ich gehöre eher zu der Partei Leute, die Oskar Lafontaines politische Karriere jahrzehntelang verfolgt haben. Und dabei erkannten, das er zumindest (neben Gysi) der einzig ehrliche und offene Politiker in diesem Land ist.
Fakt ist aber leider auch:
Das bei Frau Will der Dampf raus ist. Sie hat gegen die wichtigste journalistische Regel verstoßen. Sie kannte nicht einmal im Ansatz die Argumente eines Herrn Lafontaine. Und als sie sich danach immer weiter in Schweigen hüllte, bzw. andere Redner umso vehementer unterbrach, zeigte sie eigentlich nur, das sie das Thema gar nicht mehr interessierte, sondern für sie nur noch politische Diffamierung das einzig ausschlaggebende war.
An der Wahrhaftigkeit der Aussage eines Oskar Lafontaine über unsere amtierende Kanzlerin ändert sich dadurch aber nichts. Und man kann es überall nachlesen.
Deshalb befürchte ich den real existierenden Sozialismus, sofern er denn überhaupt existiert, eher von der Kanzlerin als Ex-Stalinistin ausgehend kommend als von der Partei DIE LINKE. Und dies heißt nicht, das mein Herz linksschlagend ist, das es sowieso tut, sondern das ich in diesem Fall mehr Angst vor einem stalinisierten Deutschland unter einer CDU-Fahne habe, als davor, das Oskar Lafontaine den Bundeskanzler macht.
MfG
NachDenkSeiten - Die kritische Website » Hinweise des Tages
[…] Aufhören!!! Anne Will entzaubert Anfänglich suchte und förderte sie offene Gespräche mit und unter ihren Gästen. Sie war im Vergleich zu Sabine Christiansen auffallend freundlich, geduldig, entgegenkommend. Kurz gesagt war sie fair gegenüber jedem Gast. Nach ein paar Ausstrahlungen kam dann aber der Bruch. Jedem aufmerksamen Beobachter wird schnell klar, dass Anne Will heute knallhart politische Ziele verfolgt und in diesem Interesse ihre Gäste manipuliert. Je weniger sie ihre vorgestecktes Ziel verfeht, desto nervöser wird sie. Vorläufiger Höhepunkt war die Sendung von Sonntag, dem 1.6.2008. Quelle: Readers Edition […]
Tov
Man darf auch nicht jeden Unsinn glauben, den Lafontaine erzählt lieber Herr Ehlers. Angela Merkel hat jedenfalls nie in Moskau studiert. Sie studierte an der Karl-Marx-Universität in Leibzig und promovierte dann am ZIPC in Berlin.
Und wer unrecheriert Alles von Lafontaine übernimmt, sollte erstmal seine eigenen journalistischen Standards überprüfen und sich nicht so herablassend über die Arbeit anderer Journalisten äußern.
Peter Meyer
Dowanda schrieb:
Und wenn Sie es persönlich als unerträglich empfinden, wenn jemand seine Erfahrungen mit der DDR-Diktatur (…) schildert…
Das nennt man wohl “der Sieger schreibt die Geschichte”.
Ob Sie es nun glauben oder nicht: Frau Neumann hat ein Verbrechen begangen, wurde erwischt und kam ins Gefängnis.
Unanbhängig davon, ob man die Reisegesetze der DDR nun gut oder schlecht fand: Illegaler Grenzübertritt war nunmal eine Straftat, und jeder DDR-Bürger wusste das.
Auch damals gab es schon die Möglichkeit, legal auszureisen (nicht nur Rentner o.ä.). Aber davon berichtete sie nicht.
Der gleiche Geschichtsschreibung bekommt man heute mit dem “Schießbefehl” vorgesetzt.
“Unbefugtes Eindringen in militärische Sicherheitsbereiche sind notfalls mit Gebrauch der Schusswaffe zu unterbinden!”
Solche und ähnliche Vorschriften gab es nicht nur in der DDR, sondern in allen(!) Staaten der Welt.
Niemand gelangte “zufällig” in den Grenzstreifen und wurde heimtückisch hinterrücks erschossen.
Was nicht in BILD steht: Die Dienstanweisungen zum Gebrauch der Schusswaffe bei Grenztruppen und Volksarmee in Friedenszeiten waren identisch(!) mit denen der Bundeswehr und des Bundesgrenzschutzes.
Das war zwischen den beiden deutschen Staaten und den Allierten vertraglich vereinbart worden.
Ist ein Hartz4-Empfänger als erwischter Bankräuber in Ihren Augen auch ein “Opfer des BRD-Regimes” oder ein Krimineller?
Schließlich wurde er durch das Regime gezwungen, sich Geld zum Leben zu besorgen!
Darf er dann auch seine Opfer-Story überall (gegen gutes Honorar) verbreiten?
Wohl kaum, gelle?
Barbara Schönemann
Warum glauben Herr Ehlers und seine Fürsprecher, dass Menschen erst manipuliert und umgedreht werden müssen, um gegen Lafontaine und Wowereit zu streiten und ihnen eine gefühlte kürzere Redezeit einzuräumen ?
Vielleicht hat Frau Will nach ihren mittlerweile doch schon einigen Sendungen mit den beiden als Gästen ein eigenes Bild gewonnen, was sie in ihren Augen so handeln lässt, wenn man hier überhaupt eine solche Handlung erkennen kann - dies fällt hier augenscheinlich nur den Anne-Will-Hassern auf.
Hinter den Kulissen schwätzen & gebärden sich die Menschen auch recht viel und da nehmen sich Wowi & Lafontaine sicher nicht anders aus, als der Rest, der von ihnen als schlicht & unerträglich bezeichnet wird.
Und @ TOV - sie haben recht.
Die Menschen übernehmen scheinbar im Allgemeinen gerne ungefiltert Inhalte - obwohl sie andere ausschweifend des Manipuliertseins bezichtigen.
@Andreas E. - wer hat sich nun ihrer Meinung nach selbst “wie ein Hündchen” vorgeführt ?? Ich persönlich würde auf Lafontaine tippen. Recherche tut not.
Noch einmal Anne Will
[…] http://www.readers-edition.de/2008/06/02/aufhoeren-anne-will-entzaubert/print/ […]
salvo
@Barbara Schönemann
Sie sollten, denke ich, in erster Linie in sich gehen und über den Unterschied zwischen Kritik und ‘Hass’ reflektieren, den übrigens ich eher aus Ihren Worten herauslese als aus dem Beitrag von Herrn Ehlers
Herbert Steffes
Rolf Ehlers stimme ich voll und ganz zu: ausgezeichnet.
Anne Will ist eine Schande für das ganze Talkmaster- und Journalisten-Gewerbe - bei aller Abhängikeit. Beschämend.
Und diese Ex-DDR-Gefangene hatte mit dem Thema bestimmt nichts zu tun. Was soll das? Den Buchverkauf sponsern?!
salvo
ja, Recherche muss sein, und das gilt nicht nur für Journalisten. Ich habe mir die Mühe gemacht, im Netz etwas zu recherchieren:
Nach einer Quelle, welche Gerd Langguths Biographie Angela Merkels rezensiert, hat diese tatsächlich in Moskau studiert, nämlich im Rahmen eines Studentenaustauschs. Dort lernte sie sich auch ihren Mann kennen. Angela Merkel und ihre Famile werden in dieser Biographie als angepaßte Mitläufer beschrieben, so wie es wohl sehr viele nicht nur in der DDR sondern auch in Nazi-Deutschland gegeben hat. Übrigens heutzutage wohl auch. Im Rahmen ihrer Tätigkeit als Diplom-Physikerin am Zentralinstitut für Physikalische Chemie kam sie auch in den Genuss eines längeren Aufenthalts in Prag und einer ausgedehnten Individualreise durch die Sowjetunion. Alles Privilegien, in deren Genuss wohl nur jemand kommen konnte, der sich mit dem System gut stellte. Eine Oppositionelle ist sie nie wirklich gewesen, erst als es klar wurde, dass Opposition zum System keine persönlichen Nachteile bringen würden. Eine Opportunistin schlechthin. Aber was solls, sie paßt eben zu diesem Land.
Rainhelt
Tja, Freunde. Schon die neusten Medungen gelesen?
http://www.stern.de/unterhaltung/tv/:Friedbert-Pfl%FCger-Politiker-Anne-Will/622408.html
Margareth Gorges
@ Salvo könnten Sie den Link der Quelle bitte dazustellen.
Denn anscheinend ist es wohl nun ein dringendes Bedürfniss von vielen über die “Herkunft = Zukunft ” von Frau Merkel genau informiert zu sein:))
Ich habe übrigens auch eine Quelle gefunden dazu:
Die unglaubliche Metamorphose der Angela Merkel
—( )Tatsache ist , dass die Pfarrerstochter Angela Kasner in Moskau Physik studierte ( )
Quelle: Zeitonline.de
http://kommentare.zeit.de/user/uwe-kruse/beitrag/2008/04/16/die-unglaubliche-metamorphose-der-angela-merkel
boje
@Tov
“Gewaltige Erfolge”, sagt Beeskow, habe sie vor allem in Russisch erzielt. Sie sprach die Sprache des “großen Bruders”, wie im SED-Staat die UdSSR genannt wurde, so fließend, dass sie sogar als “Aushängeschild der DDR” zum internationalen Schulwettbewerb “Russisch-Olympiade” nach Moskau geschickt worden sei.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2000/0320/none/0033/index.html
Ali
@ Barbara Schönemann
Ich kann für Sie nur hoffen, dass Sie zwischen ‘real existierenden Sozialismus’ und Sozialismus unterscheiden können. Da helfen Ihnen auch die Erfahrungen aus der DDR nichts. Oder doch? “Und Herr Ehlers beurteilt z.Bsp. die aus dieser Zeit berichtende Dame, die eben rein gar kein gutes Haar an diesem System lassen wollte - und das ist ihr gutes Recht, sie war dabei.” Nun, dass die DDR kein demokratischer Staat war ist unbestritten, dass nun aber alles schlecht war halte ich für Geschichtsverfälschung ganz nach bürgerlichen Maßstäben. Und wer noch immer nicht die Manipulation mitbekommen hat kann ja neoliberal argumentieren. Der hat keine Arbeitsplätze geschaffen und die Umleitung bzw. Aneignung von Steuergeldern, die für gesellschaftliche Zwecke ausgegeben werden sollen, werden an die Besitzenden verteilt. Der gemeine Arbeitnehmer wird später doch entlassen, vergessen wir die Staatsverschuldung nicht. Subventionierte, also manipulierte Marktwirtschaft. Eine manipulierte Marktwirtschaft mit Elementen der Planwirtschaft?
Wenn wir die aber Ökonomisierung in den Krankenhäusern beobachten, verweisen einige Politiker auf die staatliche Bevormundung in der Planwirtschaft, damals, beispielsweise in der DDR. Ist das jetzt doch schlecht? Schon wieder billige Argumente und neue alte Feindbilder. Nur der Zwang der Ökonomisierung aller Lebensbereiche des Menschen, ganz gleich ob gesellschaftlich oder privat, ist kapitalistisch und nicht “real sozialistisch” oder sozialistisch. Denn dort war und wird der Mensch nicht durch ein diktatorisches westliches Wirtschaftssystem zum Produktionsmittel degradiert.
Der Kapitalismus ist nicht das letzte Wort der Geschichte.
@ Rolf Ehlers
“Zweifelt jemand daran, dass das alles nicht allein auf dem Mist von Anne Will gewachsen ist? Dass sie vielmehr von den Fernsehgewaltigen hart in die Pflicht genommen und zur Linientreue gezwungen wurde? Bestimmt hat Ulrich Tilgner solche Zweifel nicht.” Es wäre nur zu schön, wenn das nicht nur in seinem Fall mal bewiesen werden könnte.
Ich kann das neoliberale Geplappere nicht mehr hören, der Journalismus ist zu Einheitsware verkommen und hilft der besitzenden Klasse weiter ihre Macht zu festigen. Je größer die Erfolge der Linken werden, je größer die Schmährufe, langsam wird es interessant. Sollen Sie weitermachen mit ihrer rüpelhaften Haarspalterei, zu neu aufgelegten Vorlesungsreihen in den Unis, die sich mit dem “Kapital” von Karl Marx beschäftigen, kann ich nur begrüßen.
salvo
wie gewünscht der Link
http://www.gerd-langguth.de/MerkelRezensionen/wams.htm
Otto-Werner Hinrichs
@Rolf Ehlers
Hey Rolf,
wieder einmal sprichst Du mir aus der Seele, wieder einmal gibt es widersprüchliche Kommentare, wieder einmal muss man einfach fesstellen, wieviel Mitbürger die Vergangenheit leugnen, sie verdrängt haben oder mit null Wissen bestraft sind.
Die für all unsere Fernseh-Moderatoren-Tussis und auch für die männlichen Knallchargen von Deppendorf über Frey, von Than etc. ausgegeben Formel lautet - haut den Gysi, dann können wir die Linken klein halten. Zu diesem Zweck suche man sich eine der vielen Opfer des DDR-Regimes aus, transportiere deren vorgetragene Leidensgeschichte, auf Oskar, Gregor und die Linke - … dös passt dann schon!
Kann sich wirklich niemand an Herrn Hans Globke erinnern, er war mitverantwortlich für die Gleichschaltungsgesetze und Kommentator der Nürnberger Rassengesetze und wurde unter dem CDU Bundeskanzler Konrad Adenauer zum Staatssekretär ernannt.
Es sei an Kurt Georg Kiesinger und an den Nazi Richter Filbinger und seine Todesurteile erinnert. Sie, und ein weiteres Dutzend konnten ohne Probleme Karriere in der CDU machen. Ja, noch in jüngster Vergangenheit erdreistete sich Herr Oettinger die Vergangenheit von Herrn Filbinger in die eines Gutmenschen zu wandeln.
Die meisten unserer Mitbürger haben auch nie zur Kenntnis genommen oder wollen ganz einfach nicht wahrhaben, dass die CDU und die FDP die Blockflöten und deren Vermögen gefressen haben, dass Sie Dutzenden dieser Altkommunisten und IM´s Karrieren bis in die höchsten Ämter ermöglicht haben.
Genau genommen geht es bei Hrrn Gysi um zwei Fälle, dem Fall Bahro und dem Fall Havemann. Im Fall Havemann, so behauptet das Schweizmagazin habe unsere Kanzlerin als FDJlerin zu den Kräften gezählt, die zur Beobachtung des Havemannschen Grundstückes eingestzt worden sind. Gegen die Herausgabe der Bilder hat Frau Merkel erfolgreich geklagt, der Film des WDR ist verschwunden.
Hier der Link:http://schweizmagazin.ch/news/336/ARTICLE/4283/2008-05-29.html
Ich stelle fest, es wäre ein leichtes festzustellen, ob der Herr Gysi in seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt oder in seiner vermutenden Tätigkeit als IM der Familie Havemann oder der Familie Bahro geschadet hat, denn es leben ja noch Mitglieder der Familie.
Und ich behaupte, das Gregor Gysi durchaus einen mehr als guten Zugang zum Zentrlalkomitee hatte, was soll er dann mit untergeordneten Chargen der Stasi bereden.
Aus unzähligen Dokumenten (fragwürdiger Herkunft und Zuordnung) auf Schuld zu schliesssen vermag nur die Mehrheit des Immunitätsausschusse. Diesen unseeligen Beschluss tragen Sie nun wie eine Monstranz vor sich her. Mit welcher emotioneller Kraft die Herren aus der SPD gegen Gysi gewettert haben war schon bewunderungswürdig. Allerdings kann ich nicht nachvollziehen, wohin sich seinerzeitr ihr emotioneller Kampfgeist bei den Spendenaffären von Kohl, Schäuble, Koch und all den Anderen verkrochen hatte.
Mein Gott, schon wieder so ein elendslanger Kommentar, seid mir nicht böse, aber ich muss auch noch etwas zu dem alten Herrn aus Bayern sagen. Ich meine mich zu erinnern, dass er zu den aufständischen Anti-Soiber-Truppen gezählt werden muss, ja das er mit seinem Spezi dem Erwin doch bereits unmittelbar nach der Bundestagswahl schon vereinbart hatte, wer an welchen Fresstrog darf. - Nun, nach dieser Sendung wird dem kleinen räuberischen Bergvolk an den Alpen wohl klar werden, … dumm gelaufen.
Zu Anne Will und dem Herren Aus der Boch-Erbengemeinschaft will ich mich nicht mehr äussern, wer sehen wollte konnte sehen, wer zuhören wollte hat gehört, hat gelernt und weiss woran er ist.
Lafontaine war mir das “allererste Mal” ein kleines bisschen sympathisch. Ich mag seine Analysen, seinen scharfen Verstand, bin aber gleichzeitig der Meinung, dass er ein arroganter Drecks … ist, aber davon sitzen viele ganz, ganz viele in den Parlamenten und Ämtern.
Moni
Die Neoliberalen blasen zum Sturm. Was schreibt heute spiegelonline?
“Irgendein Teufel ist in Sie gefahren!”
Von Reinhard Mohr
Mal lächelt Oskar Lafontaine böse, mal gönnerhaft, mal kräuselt er staatsmännisch die Stirn. Bei Anne Will fand der Saarländer die perfekte Bühne, um das Schmierenstück von der historischen Wiederauferstehung der deutschen Linken zu inszenieren - eine Travestieshow. . .
Tja, lieber Herr Ehlers, Sie haben ja so Recht. Allerdings versuchen die Neoliberalen nicht nur mit Anne Will die Leute zu manipulieren und zu verdummen, auch der gute Herr Plasberg tut sein übriges. Bei “Hart aber fair”, Sendung vom vergangenen Mittwoch waren es Frau Hadertauer und Herr Kniebel, die seine “ganze” Sympathie genossen.
Es ist schon so, man hat mächtig viel Angst vor den Linken. Und Angst frist Hirn, leider.
Übrigens, als ehemalige DDR-Bürgerin weiß ich wie die Angela tickt. Man kann es sogar an jeder ihrer Gesten ablesen. Sie glaubt an die Obrigkeit, die man dem Volk gefälligst schmackhaft machen will. Leider sank das Niveau der Streitkultur und der geistigen Auseinandersetzung in der DDR von Jahr zu Jahr. Besonders als so junge Frauen wie die genannte sich mit dem System arrangierten.
Binat
Habe mir ebenfalls gestern die Sendung angesehen und muss sagen, dass ich es köstlich fand, wie offensichtlich hier mit zweierlei Maß gemessen wurde. So wurde ich von Bekannten, mit weniger politischem Verständnis, noch als schnell zu beeinflussen tituliert, da les ich heute diesen wundervoll geschriebenen Artikel.
Was mir aber fehlte, war die Erwähnung, dass man in der Sendung absolut ungefiltert das Statement, dass der Sozialismus = DDR-Regime (Putin war interessanterweise auch sofort in meinem Kopf) ist. Das ist nicht nur albern, sondern auch noch grob falsch. Dazu kommt, dass die Sendung mit einer Anti-PDS-Haltung endete, die umgehend (wieder ungefiltert) auf die ‘linke’ Politik der SPD gestülpt wurde, nur weil man sie darauf hinweisen wollte, dass der Abbau vom Sozialwesen die Konsequenz der Politik der Linken ist.
Da mag man sich doch gleich noch mal bei Herrn Wowereit bedanken, der glücklicherweise noch dazu kam zwei Zahlen in den Raum zu werfen. Es stehen noch 53 von 64 Schwimmbäder. Ja auch Kinder können mehr als 5 Kilometer Weg auf sich nehmen um zu einem Schwimmbad zu kommen, ob das bei 53 Stück noch nötig ist, sei dahin gestellt.
Barbara Schönemann
http://www.angela-merkel.de/page/28.htm
Studium nun doch eher in Leipzig, auch nach Langguth ?
@salvo & MG
Ich finde im Langguth-Link leider nichts über das Physikstudium in Moskau. Es gab lediglich einen Hinweis über einen Studentenaustausch in Moskau, der Zeitraum ist dabei unerwähnt, es können also auch nur zwei Wochen gewesen sein, oder nicht ?
Das Studium selbst fand in Leipzig statt, fortgeführt wurde es in Berlin.
@ali
ich kann unterscheiden zwischen realexistierendem Soz. & Sozialismus.
Wie man unschwer erkennen kann, habe ich den Begriff in meinem Kommentar in Anführungszeichen gesetzt.
Abgesehen davon ist Frau Merkel hier aber nicht das Thema. Meine Meinung ist, dass z.B. Lafontaine auch keine Gelegenheit auslässt, um mit Dreck & Nebelkerzen um sich zu werfen. Dazu braucht es aber keine Anne Will.
@salvo - Hass ? Nee, dazu ist mir das ganze dann doch zu unwichtig. Zorn träfe es besser.
@Peter Meyer
Ich bin etwas erschrocken über ihren Pragmatismus zum Thema Gesetzestreue, Schiessbefehl, etc..
Frei interpretiert - selber schuld, wenn man sich nicht beugt ?
Legal ausreisen ? Ja, sicher, bei nachgewiesener Linientreue und nur unter strengsten Auflagen und dann mit viel Willkür.
Dasselbe gilt übrigens für Studium & Co. Und wenn das der Preis dafür ist…. so wurden aus Menschen “freiwillige” FDJ Agitatoren & die Eltern zu Parteimitgliedern.
Schlimm, wenn es nur noch darum geht, sich gegenseitig den Dreck auszugraben, um weniger beschmutzt oder gar glänzend dazustehen.
Massenmedien wurden seit jeher benutzt, je nach Gesinnung des Organs war das eben eher links oder eher rechts.
Ich denke, dass Politik andere Ziele haben sollte. Aber hier sehe ich ursächliche Probleme hervorgerufen durch das Wahl- bzw Parteiensystem.
Solange es pro gewonnene Wählerstimme Geld gibt, wird sich auch an den damit gekauften Medien nichts ändern.
Barbara Schönemann
@ Andreas E. Zitat:
“Ich gehöre eher zu der Partei Leute, die Oskar Lafontaines politische Karriere jahrzehntelang verfolgt haben. Und dabei erkannten, das er zumindest (neben Gysi) der einzig ehrliche und offene Politiker in diesem Land ist.”
Uiuiui… ein Optimist ….naja, wir werden mal sehen.
Das Saarland ist ja damals auch wirklich eine blühende Landschaft geworden, aber sie sagten ja auch offen & ehrlich; nicht erfolgreich.
Warum ist OL eigentlich als SPD Finanzminister 1998 zurückgetreten ?
Kennen Sie die Gründe ?
By the way - wo sind eigentlich die Gelder der Ex-SED ? Da haben sie doch sicher auch noch eine Idee.
http://www.welt.de/politik/article1695862/Hat_die_Linke_Vermoegen_in_Liechtenstein.html
P. Meyer
Sie sind erschrocken beim Thema Gesetzestreue? Seltsam…sowas sollte selbstverständlich sein.
Wo sollten man denn nicht pragmatisch mit Gesetzen umgehen?
Lafontaine ist als Finanzminister wegen des Verrats von Schröder an der Sozialdemokratie zurückgetreten. Er war in der Schröder-Regierung der Feigenblatt-Linke auf dem Schleudersitz des Finanzministers.
Wie heute gut zu sehen ist: Bei Bedarf ist immer der Finanzminister schuld. Selbst der Wirtschaftsminister Glos erdreistet sich zu Kommentaren zur Finanzpolitik und “guten” Ratschlägen.
Warum ist eigentlich die gesamte rot-grüne Bundesregierung 2005 geschlossen aus dem Amt geflohen, wo sie doch bis heute vom “Erfolg” ihrer “Reformen” so überzeugt sind? Wegen dem Bundesrat? Wie lächerlich…der Bundesrat war fast immer in Opposition zur Regierung. Selbst unter Kohl war der Bundesrat SPD-dominiert.
Sie fragen nach dem SED-Vermögen?
Das ist Propaganda!
Die Konten der SED wurden konfisziert und an die anderen Blockparteien nach der Wahl 1990 aufgeteilt. Inklusive der Konten mit den Mitgliedsbeiträgen der verschiedenen Bezirke der DDR.
Weiter: Man nennt die DDR auch “SED-Staat”. Daraus folgernd wurde aus westdeutscher Sicht die gesamte DDR zum “SED-Vermögen” inkl. natürlich der volkseigenen Wirtschaft. Und für deren Abschaffung erfand man die Treuhandanstalt.
Sie sollten nicht alles glauben, was die Springerpresse in ihrem latenten Antikommunismus verbreitet. Es reicht völlig, wenn man das aktuelle Datum auf BILD und WELT glaubt. Der Rest ist eh frei erfunden, wie man täglich bei bildblog.de nachlesen kann.
CDU - Wir wissen, wie man mit Geld umgeht! ;)
http://www.tagesspiegel.de/meinung/kommentare/;art141,1883768
Margareth Gorges
@ Moni Kommentar aufgreifend:
Es ist schon so, man hat mächtig viel Angst vor den Linken. Und Angst frist Hirn, leider.
PASSEND DAZU:
Massiver Eingriff in die Pressefreiheit
Zu den Forderungen des Berliner CDU-Fraktionschefs Friedbert Pflüger, die ARD-Polit-Talk-Show “Anne Will” abzusetzen, erklärt der stellvertretende Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE, Bodo Ramelow:
Mir scheint, als sei Herr Pflüger das erste Opfer der doch noch gar nicht so lange anhaltenden Hitzewelle. Seine Forderung, “Anne Will” abzusetzen, ist einfach unglaublich. Damit versucht er, massiv in das deutsche Presserecht und die Pressefreiheit einzugreifen. Es ist für die Staatsferne und Unabhängigkeit schon bedenklich genug, dass Union und SPD regelmäßig versuchen, Leitungsposten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nach Parteibuch zu besetzen. Aber wenn nun Politiker wie Herr Pflüger massiv in den Sendebetrieb eingreifen wollen, setzt das dem Ganzen die Krone auf und sagt sehr viel über das Demokratieverständnis der CDU aus. Herr Pflüger kann doch einfach den Fernseher ausschalten, wenn ihm eine Sendung nicht gefällt.“
Zum Anschauen:!!!!
Frontal21 TOLL! Der Held von Tempelhof.
http://www.youtube.com/watch?v=W28oM86tbCI
Rolf Ehlers
@Tov: Vielen Dank für die Ermahnung, besser zu recherchieren. Es ist nicht immer leicht, jeden Aspekt
gründlich zu recherchieren, besonders wenn er nicht im Zentrum der Ausführungen steht.
@Salvo, Margarth Gorges: Ihnen aber meinen ganz besonderen Dank für die erfolgreiche Recherche in Sachen Merkel. Das macht das Thema Anne Will nachträglich zur Nebensache!
Überhaupt: Neben ein wenig eisernem Beharren auf voreingenommenen Positionen so viel Wachheit und Klarheit in den Kommentaren zu lesen, ist ungemein erfrischend.
Barbara Schönemann
Leute, man findet zu jeder Aussage eine Gegenaussage, wenn man nur lange genug sucht. Die Wahrheit liegt dann irgendwo dazwischen. Und jeder glaubt das, was ihm am besten passt. Selten hat das wohl noch irgendetwas mit Hirn zu tun - der Mensch ist die Summe seiner Erfahrungen und so sind Wahlentscheidungen eben meist emotional gesteuert. Auf beiden Seiten - rechts und links.
Und jede Seite hat wohl ihre Daseinsberechtigung, radikal ist links & rechts der gleiche Mist.
Hier kommen endlose Faktoren dazu, Sympathieträger in der Politik haben es sicher einfacher ihre Ideologien unter die Leute zu werfen.
Und die Aussage von Bodo Ramelow glauben wir jetzt auch wieder unkommentiert ?
Sie könnte den ewigen Gegnern der Sendung m.E. einfach mal ein Tipp sein - einfach mal den Fernseher ausschalten ;).
@ P. Meyer
Wieso bezeichnen sie eine Frage als Propaganda ?
Man wird ja wohl noch fragen dürfen…oder verstösst das schon gegen ein Gesetz?
Zu ihrem Pragmatismus bei Gesetzestreue - verurteilen sie eigentlich die Menschen im Dritten Reich, die sich an die damals geltenden Gesetze & Regeln gehalten haben oder schreit man heute nicht eher danach, dass zuviele weggesehen haben oder gar in blindem Eifer folgten ?
Ich finde es legitim, dass man bestehende Gesetze in Frage stellen darf, im Zweifelsfall sich sogar dagegen auflehnt.
Ab welchem Vergehen beginnt es sich zu unterscheiden ?
Barbara Schönemann
@ Rolf Ehlers
Die Recherche in Sachen Merkel finde ich nicht wirklich gelungen & aussagekräftig, da ein Studium in Moskau & ein Studentenaustausch m.E. zwei verschiedene Paar Schuhe sind.
Rolf Ehlers
@Liebe Frau Schönemann,
Oskar Lafontaine hat mit seinem Hinweis auf Merkels Verstrickung im System der DDR eine inzwischen
sehr differenzierte Diskussion losgetreten, in die wir hier mit hineingerutscht sind. Wenn es sonst niemand tut, werde ich alle greifbaren Fakten zusammentragen und sorgfältig werten, von welcher Bedeutung die relevanten Vorkommnisse sind. Warten Sie es ab.
Erinnern Sie sich noch an die Angriffe gegen Joschka Fischer als Prügelprotestler?
Ich will wissen, was dran ist an der Bespitzelungsaktion der FDJ beim Regimekritiker Heinemann und
an der Annahme, dass Merkel da mitgemacht hat. Sie hat es ja geschafft, dass das Foto, das sie vor
seiner Villa zeigt, vernichtet wurde.
Es müssen aber auch die Umstände aufgearbeitet werden, wie Merkel in die Gunst der sich nachträglich als IM’s herausgestellten Wendestrategen gekommen ist, die sie Kohl aufs Auge gedrückt haben.
Wenn Sie eine kritische Gesamtsicht dieser Verstrickung mit dem DDR - System haben, werden Sie keinen Weg mehr finden, Freundlichkeiten wie Studienaufenthalte in Russland, die ja nun wirklich nur verdienten Bürgern gewährt wurden, gleich als unbedeutend hinzustellen, wenn sie nur ein paar Woche, und nicht gleich ein ganzes Semester gedauert haben. Auch Reisen nach Prag gewährte das System nur seinen Freunden.
Ali
“Auf beiden Seiten - rechts und links.
Und jede Seite hat wohl ihre Daseinsberechtigung, radikal ist links & rechts der gleiche Mist.”
Ich denke, dass der Kapitalismus nicht das Zentrum der Welt ist und die bürgerlichen Parteien zwar für sich veranschlagen können was radikal ist, aber wenn Privatpersonen diese Argumentation übernehmen wird mir schlecht.
Wenn ich mir den Rechtsstaat und die Marktwirtschaft ansehe, kann ich sagen die Regale sind voll, für viele Menschen ist das ja sehr wichtig. Wenn ich mir den Entwicklungsweg der Menschheit ansehe, frage ich mich welches nun die Opfer sind, die wir alle für diese vollen Regale zahlen. Da stimmt doch etwas nicht! Da sind radikale Lösungen vonnöten, zwecks Umweltschutz. Die Wirtschaft müsste eigentlich im Minus wachsen, wir oder sollte ich die da oben sagen machen fleißig weiter mit ihrer Profitrate. Menschen werden als Produktionsmittel eingesetzt, die man nach Verfall einfach abschreibt. Die Partei Die Linke ist nicht so wichtig, wichtiger ist die Energie die freigesetzt werden muss und diese muss viel weiter nach links gehen, um eben die notwendigen Lösungen zu finden. Das kapitalistische System muss weg, die Frage ist nur welches danach kommen könnte.
Und rechts, ich meine rechts im radikalen Sinn ist keine Meinung. Was hat nun beides miteinander zu tun? “Radikal ist links & rechts der gleiche Mist.” Ich verstehe es nicht.
Radikal ist die Welt in der wir leben, so viiiiiiiiiiiiiiel Armut und so viel Reichtum, aber radikal sind nicht die, die darauf aufmerksam machen und folgerichtig einen anderen Weg wollen. Radikal müssen die Lösungen sein. Und ja, ich benutze eine andere Sprache, weil ich der herrschenden Klasse nicht entsprechen will, weil ich mir dieses angepasste Weichspülerdenken nicht aneignen will. Ich sitze mit denen nicht im gleichen Boot.
Otto-Werner Hinrichs
@Barbara Schönemann
Kommentar vom 03. Juni 22:29
Liebe Frau Schönemann,
wirklich recherchierte Einzelheiten (mit Quellen Angaben) über das Ausscheiden von Oskar Lafontaine finden Sie in folgenden Artikeln:
www.readers-edition.de/2008/05/22/offene-mail-an-mathias-richling
www.readers-edition.de/2007/08/07/wahrheiten-ueber-den-fahnenflüchtigen-oskar
Spass + Freude beim Sammeln neuer Erkenntnisse wünscht Ihnen
Opa Otti
Barbara Schönemann
@Rolf Ehlers
Sie haben recht in dieser Hinsicht, z.B., dass man den Dingen auf den Grund gehen sollte. Vielleicht mus man sogar provokativ werden, um Widersprüchlichkeiten aufdecken zu können. Mir graut vor den Dingen, die man dann zu sehen bekäme, leider aber bei einer Mehrzahl der Regierenden.
Doch stets werden auch teils aus dem Zusammenhang gerissene und vergleichsweise Kleinigkeiten hochgespielt.
Für mich ist es problematischer, dass im HEUTE nichts bewegt wird.
Mein Vater, dessen Familie keine Parteimitglieder beheimatet hat und das Gegenteil von Linientreue zeigte (stellte seit jeher sehr kritische Fragen), bekam als Auszeichnung für besondere schulische Leistungen eine Wolgakreuzfahrt geschenkt. Er konnte zudem unfreiwillig besonders gut Russisch. Er durfte sogar an der TU studieren, obwohl sein Vater nicht der Partei beigetreten ist, obwohl man diesen dazu ermunterte.
Manche Dinge wurden auch getan, um die Bürger mit dem Regime zu versöhnen und um es ihnen schmackhaft zu machen. Seht her, ihr dürft doch alles.
Er liess sich nicht umdrehen, dennoch waren wir in Prag, sogar in Ungarn in den Ferien - wenn auch unter erschwerten Bedingungen erreichbar. Bei Akademikerfamilien wurden teils Ausnahmen gemacht. Wirklich schwierig wurde es erst nach dem offiziellen Ausreiseantrag.
Daher dürfen Sie mir glauben, ich habe grosse Mühe mit Menschen, die in dieser Zeit den Weg des geringsten Widerstandes gegangen sind.
Aber wer hat schon geglaubt, dass die Grenzen jemals wieder geöffnet werden - daher haben viele versucht sich zu arrangieren, auch um ein einigermassen komfortables Leben führen zu dürfen.
Nun mischen sich alle diese Gesinnungen querbeet und wer am überzeugendsten seine Weste wäscht, gewinnt. Das finde ich übel. Auf allen Seiten.
Otto-Werner Hinrichs
@Rolf Ehlers
Lieber Herr Ehlers,
ich arbeite an derselben Sache wie Sie, da ich Ihre schriftstellerischen Fähigkeiten sehr schätze, würde ich Ihnen wenn Sie mögen gerne zu arbeiten.
Ich wohne in einer süddeutschen Gemeinde, die einen sehr hohen Anteil an Zuwanderern aus den ehemaligen GUS Staaten hat. Mit zwei Professoren aus diesen Staaten habe ich mich über den Stammtisch im Sportlerheim angefreundet, sie gehören zu unser Rentnergang.
Die recherchieren jetzt seit zwei Tagen in Moskauer Archiven. Sollten sie fündig werden, würde ich Ihnen die Fundstellen zur weiteren Verifizierung und Verwendung gerne übergeben.
Sie erreichen mich unter o.w.h@t-online.de
merci + mfG
O. W. Hinrichs
P.Meyer
@Frau Schönemann.
Ich bezog mich nicht direkt auf die Frage sondern auf die Intension dahinter.
Oder wollen Sie mir wirklich erzählen, die Frage wäre ehrlich gestellt und Sie haben nie etwas von “SED-Vermögen” gehört?
Dass Sie denn auch gleich die Nazikeule herausholen und die DDR mit dem Dritten Reich vergleichen, ist natürlich klar, wenn auch unverschämt. Schon die Faschisten des Nazi-Regimes haben sich bei dem Begriff “Nationalsozialisten” mit fremden Federn geschmückt zur öffentlichen Wahrnehmung als “Sozialisten”.
Wollen Sie im gleichen Zug mitfahren?
Wie sieht es denn aus mit Bankräubern? Bankraub war im Dritten Reich genauso verboten wie in der BRD. Kann man daraus schlussfolgern, die BRD sei der legitime Nachfolger des Dritten Reiches?
Achneee…dann müsste sie ja Reparationen an Russland zahlen, nicht wahrß
Aber das war ja Aufgabe der DDR. (auch hier wurden die Folgen der Reparationsleistungen bis heute als “sozialistische Misswirtschaft” bezeichnet/in der BRD hingegen die Geschenke des Marshallplanes der “sozialen” Marktwirtschaft zugeschrieben). Euer “Wirtschaftswunder” habt ihr nicht erarbeitet, sondern unterm Weihnachtsbaum gefunden. Aber euer Weihnachtsmann war böse: Er verlangte ewigen Gehorsam als Gegenleistung. Und Frau Merkel hat keine Hemmungen, dem Weihnachtsmann bedingungslos zu glauben und zu folgen.
Was Sie in Ihrer beschränkten Weltsicht vergessen: Man muss reguläre Gesetze von politischen Gesetzen unterscheiden.
Kein Bankräuber im Dritten Reich wurde je als “Opfer des Faschismus” bezeichnet.
Unterschied klar? Wohl eher nicht.
Wer gegen Gesetze der Staatsgrenze verstößt, ist kein “Opfer des Sozialismus”. Schließlich gibt es keine “sozialistischen” Staatsgrenzen.
Aber Sie dürfen gern weiter versuchen, die Frau Neumann als “Opfer des Kommunismus” darzustellen. Ich freu mich drauf!
Edmund
Liebe Frau Schönemann,
Lebensläufe sollten Sie nicht vermischen:
Ihr Vater hat eine Wolgakreuzfahrt geschenkt bekommen und war nicht in der Partei. Ist zwar allgemein gesehen nicht wichtig, aber, nun gut. Jedenfalls ist das ein Lebenslauf.
Frau Merkel hat wohl im Rahmen ihres Studiums Aufenthalte in Moskau und Prag geschenkt bekommen und war als FdJ-Agitatorin gewiss überzeugte Kommunistin. Das ist allgemein gesehen schon wichtiger. Und das ist eben ein anderer Lebenslauf.
-Jedenfalls sollten wir uns alle Gedanken darüber machen, was aus der Agitatorin eigentlich geworden wäre, wenn die DDR weiter existieren würde. Manche Menschen kommen zu dem Schluss, dass sie wohl als Systemgegnerin im Gefängnis sitzen und von Herrn RA Gysi betreut werden würde - und ich komme zu dem Schluss, dass sie wie alle Machtsüchtigen wohl gerade Herrn Krenz ablöst.
Barbara Schönemann
@ P.Meyer
Nur weil ihnen meine Darstellungen & Ansichten nicht gefallen, müssen sie nicht herablassend werden. Das ist eine offene Diskussion und ihr Niveau wird gerade etwas flach.
Ich kann sehr wohl unterscheiden zwischen regulären & politischen Gesetzen. Mir gefiel nur ihre Verallgemeinerung bzgl. der Gesetzesverstösse dazu nicht.
Im Übrigen habe ich die DDR nicht mit Nazideutschland verglichen, sondern ihre Aussage - Gesetzestreue um jeden Preis - verdeutlichen wollen.
Nichtsdestotrotz haben reguläre Gesetze ihre Ausrichtungen nach den landesüblichen ethischen Gesichtspunkten.
Was sie aber nie verstehen werden, ist, wie es sich anfühlt, ein lebenlang in einem Land eingesperrt zu sein. Und all die täglichen Lügen ertragen zu müssen.
Solche Diskussionen wie hier hätten die meisten geradewegs nach Bautzen befördert.
Und da man den meisten Bürgern der DDR erzählte, dass sie im Sozialismus leben(mit der Vision “wenn wir reif dafür sind, erlangen wir den allseits erstrebenswerten Kommunismus”), haben die Menschen heute entweder ein offenes Ohr bei diesem Begriff oder eben eher nicht. Es gibt daher wahrscheinlich kaum einen ehemaligen, der keine Meinung dazu hat.
Edmund
Liebe Frau Schönemann,
einmal langsam einatmen und “oooommmm” sagen, dann geht’s uns schon wieder besser. Ich gehe davon aus, dass alle Diskutanten nicht in die DDR zurückwollen. Ich gehe aber davon aus, dass eine Fraktion die heutige real existierende deutsche Politik nicht unbedingt gut findet. Und hier sollten wir doch ansetzen. Natürlich können viele Bundesbürger verstehen, “wie es sich anfühlt, ein Leben lang in einem Land eingesperrt zu sein”, nämlich die Armen in diesem reichen Land. - “Und all die täglichen Lügen ertragen zu müssen”. Ja, wo leben Sie denn? - Gesetze werden Ihrer Meinung nach durch landesübliche Ethik bestimmt, in Saudi Arabien heißt das Hand ab und in den USA heißt das Elektrischer Stuhl. Ethik? In Deutschland werden Daten ‘bevorratet’, Wohnungen und Computerinhalte Unschuldiger könnten bald observiert werden, Flugzeuge hätten beinahe abgeschossen werden dürfen, all das und noch vieles mehr wurde und wird politisch angedacht. Steuerhinterzieher (über 100 Mio €) kommt mit 3,5 Mio davon - ohne Vorstrafe. Gesetze? Ethik?
Das Sprichwort “vom Regen in die Traufe” trifft m M n sehr gut die Situation der ostdeutschen Bundesbürger. Viele DDRler haben den “Regen” nicht gespürt, so wie andere die “Traufe” nicht wahrnehmen (wollen).
Barbara Schönemann
@Edmund
Das ist doch das, was ich versuchte, P. Meyer klarzumachen - nicht jedem Gesetz blind zu folgen, sondern es auch in Frage stellen zu dürfen und sich notfalls dagegen zu wehren (ja, ich weiss, nach Vollzug der Todesstrafe wird das schwerer).
Dabei ist es doch egal, ob in der DDR oder anderswo.
Vielleicht nehme ich jetzt mal ein kräftiges “oooommmmmm” in Anspruch ;-)
Barbara Schönemann
@ Opa Otti
Merci für die Links
Dr. Bimbes
Leider begehe auch ich immer wieder den Fehler, mir den Sonntagabend zu versauen und bei dieser Sendung rein zu zappen. Frau Will ist inzwischen mindestens bei Christiansen Niveau angelangt, wenn nicht schon darunter. Diese Sendung war jedenfalls die reinste Propagandaveranstaltung gegen die Linke. Ein Schelm wer denkt, das Frau Will dazu einen Auftrag von ganz oben benötigt. Die vorhergehende Sendung, in der penetrant versucht wurde die wachsende soziale Polarisierung einfach wegzudefinieren, war keinen deut besser.
Wer spätestens beim Auftritt von Frau Neumann nicht begriffen hatte wohin der Hase läuft, den kann man wirklich nicht mehr helfen, der glaubt wahrscheinlich auch alles was in der BILD-Zeitung steht. Die Methode ist so plump wie offensichtlich nach der Formel DDR = SED = Stasi = Linke gestrickt. Was hat das persönliche Schicksal von Frau Neumann direkt mit der heutigen Linken zu tun? Soll das heißen, daß alle die Millionen Wähler, die die Linke als einzige Alternative zur neoliberalen Einheitspartei SPDCDUCSUFDPGRÜNE begreifen im Prinzip mit ihrem Votum für die Wiedereinführung der Stasi eintreten? Nicht zu verstehen ist weshalb sich Frau Neumann für so etwas instrumentalisieren lässt wo sie doch so tut als wüsste sie es besser.
P.Meyer
@ Frau Schönemann
Als DDR-Bürger freue ich mich darauf, von Ihnen die DDR erklärt zu bekommen.
Druschba!
Edmund
Dr. Bimbes, Sie haben recht bzgl der demagogischen Universal-Gleichung
DDR = SED = Stasi = Die Linke
das klingt so wie
Zentrumspartei = NSDAP = Soldaten sind Mörder = cDU/csU;
so etwas plumpes hört man im “Westen” aber gar nicht gern, denn nicht alle heißen Filbinger, von Weizsäcker, Lübke ………… und das sind und waren seit 1945 anständige Demokraten nach dem Motto: mein Fähnlein richtet sich immer nach dem Wind.
- Gut für alle diese Demokraten, dass 18 Jahre nach Kriegsende Frau Birthler noch zu jung war, um ihr heutiges Amt zu bekleiden.
- Zur Ehrenrettung der meisten Mitglieder der Partei “Die Linke” muss aber noch erwähnt werden, dass sie gegen den Wind ankämpfen, gegen die gefährliche Windhose, die das Schwache in ihrer Nähe verschlingt. Und das Verschlingen ist ein natürliches Phänomen, das immer stärker wird, je länger es wirken kann.
Margareth Gorges
LINKE = PDS = SED = Stasi = hirnrissig!!! Na klar doch, in der LINKEN sind wahrscheinlich Personen aus allen diesen Richtungen vertreten.
Die CDU hat zwei SED-Blockparteien geschluckt, ohne das jemals aufgearbeitet zu haben. Das gleiche gilt für die FDP. . Die alleinige Zuweisung der DDR-Vergangenheit an die Linke ist eine scheinheilige Propaganda dieser Parteien .
Als die Mauer fiel und Deutschland eins wurde, da haben die politisch engagierten der Ex-DDR in ALLEN Parteien IHRE Heimat gefunden. Seit der Wiedervereinigung ist so viel Zeit ins Land gegangen und da werden wohl auch die Ex-Hardliner der Ex-DDR, der Ex-SED dazugelernt haben. Jedenfalls hört man aus der CDU/CSU und der SPD keine Klagen über ihre Mitglieder aus dem Osten. Vielleicht sind diese ja lernwilliger als die Mitglieder der LINKEN.
Wenn >links
Margareth Gorges
sorry Nachtrag, war nur halber Kommentar versehentlich:
Wenn links so falsch ist wie unsere Volksparteien uns zu erklären versuchen, dann besteht das deutsche Volk zu 80% aus unverbesserlichen Dummköpfen. Da ich das nicht glaube, würde ich eher sagen, dass unsere Volksparteien zu 80% aus unverbesserlichen Dummköpfen bestehen. Im Übrigen, jeder soll seine Chance bekommen. Gell Herr Beck, gell Herr Struck. Mehr Namen und Parteien will ich hier nicht mehr nennen - weiß sowieso jeder wer gemeint ist.
Rainhelt
Das deutsche Volk ist also zu 80% links? lol
Merkels Stasi-Vergangenheit | vogelmann
[…] June 5, 2008 by Ingo Merkels Stasi-Vergangenheit In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seinerZusammenarbeit mit Gegor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei. […]
Merkels Stasi Umfeld « infowars
[…] In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seiner Zusammenarbeit mit Gegor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei. […]
Margareth Gorges
Die strategische Bedeutung des Bedauerns von Anne Will für den Einfluss der Rechtskonservativen auf die Medien
Dass Anne Will am Sonntag Abend bedauerte, die Verschuldung Berlins in der Sendung vom 1. Juni fehlerhaft dargestellt zu haben, wäre nicht der Erwähnung wert, wenn hierin nicht die nahezu totale Herrschaft der Union und der Oberschicht über die Medien sichtbar geworden wäre. Der Schachzug des CDU-Manns Friedbert Pflüger, diese Korrektur zu fordern und durchzusetzen, hat auch strategische Bedeutung. Die Union hat den Medienschaffenden klargemacht, dass sie auch bei kleinsten Verstößen sofort mit dem großen Schlag rechnen müssen. Übrigens auch dann, wenn die Aussage der Redaktion tendenziell sogar stimmt: Rot-rot hat über die Schulden bei Regierungsübernahme hinaus noch Lasten aus der von der Union verursachten Berliner Bankenkrise geerbt. Albrecht Müller.
Hier weiterlesen : http://www.nachdenkseiten.de/?p=3269#more-3269
Merkels Stasi-Umfeld « Der Volkszustandsbericht!
[…] In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seiner Zusammenarbeit mit Gegor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei. […]
Nicola
Ziemlich erschreckend für mich ist die immer noch bestehende ideologische Verbohrtheit, die man hier auf dieser website antrifft. Und der ganz dicke verbale Knüppel, mit dem dann sofort auf eine so intelligente und unabhängige Journalistin eingedroschen wird, sobald fehlende “Linientreue” durchblitzt. Da wird dann auch schnell mit einschlägigen Begriffen wie “Verrat” um sich geworfen (etwa, wenn es um die Ursachen von Lafontaines Rücktritt 1999 geht). Im Grunde besteht die schönste - oder besser gesagt: unschönste - Übereinstimmung mit den Hardlinern aus der Union: Wer nicht pariert muss weg.
Nebenbei gesagt: Talkshow-Größen wie Lafontaine und Gysi werden schon einen Grund dafür finden, dass sie in der Opposition sitzen bleiben können. Demagogen? Vielleicht. Aber vor allem sind es Schnacker, die von morgens bis abends darüber schwätzen, was die Anderen alles falsch machen, wie total unfähig ja alle Anderen sind, um was für Deppen und Anfänger es sich da handelt und wieviel man für dieses Projekt und wieviel für jenes ausgeben müsste und wieviel für noch eins. Das erinnert mich leider fatal an ein paar Leute aus meinem Schützenverein, von denen man genauso zugelabert wird wenn sie einen in der Krone haben. Nur glaube mal ja keiner, dass von denen irgendeiner mal selbst für den Vorstand kandidieren würde! Da müssten sie ja was tun.
Margareth Gorges
Passend zu Ihrem Beitrag Herr Ehlers noch folgender:
Anne Will und das Demokratiedefizit
http://www.readers-edition.de/2008/07/08/anne-will-und-das-demokratiedefizit
Otto-Werner Hinrichs
@Nicola
lieber guter Nicolaus,
mir scheint, dass Du ein kleines bisschen zu lange auf der Brennsupp´warst. Deine politische Bildung kannst Du ohne jedes Problem in die Tonne kloppen, Du Könntest anfangen sie zu verbessern, indem Du meinen Artikel über den “fahnenflüchtigen Oskar” auf dieser Plattform liest. (Archiv)
Du kannst aber auch durch die Blogs und die grossen Zeitungsarchive turnen, ich verspreche Dir dümmer wirst Du nicht und all den “Schnackern” in Deiner Schützengilde könntest Du mindestens zwei Liedchen pfeiffen.
Du könntest nachlesen, warum wir all die Schulden haben, Du könntest Dir einmal anschauen, wo “olle Schwartenmagen aus der Pfalz” die blühenden Landschaften versteckt hat, unter seinem Bett wirst Du wahrscheinlich all die gebrochenen Versprechungen über nicht stattfindende Steuerhöhungen finden.
Du könntest angefangen von Focus über den Spiegel oder über das Zeit Archiv herausfinden, wie und was alles unter unserem dicken Vorsitzenden während der Wiedervereinigung schief gelaufen ist, Du könntest Dich ohne grosse Mühen über die Fakten der Treuhandanstalt, die Hunderte von Milliarden verbrannt hat (die genauen Zahlen sind immer noch geheim), die Subventionen mit beiden Händen zum Fenster heraus gehauen hat, die zehntausende von Grundstücken verschleudert hat, die zehntausende von Betrieben platt gemacht hat kümmern. Du kannst darüber nachdenken, warum es mindestens 350 Milliarden gekostet hat, um 4,5 Mio. Arbeitslose “in die Zone” zu produzieren.
Du kannst aber auch einmal in die Akten des Währungsumtausches, dessen Rewgisseur der damalige Staatssekretär Köhler (jetzt Bundespräsident) war schauen, Du könntest Dir ein paar Sorgen darum machen, warum Herr Köhler seinerzeit 200 Milliarden an die Deutschen Banken verschenkt hat.
Dann kannst Du dem einen oder anderen “Linken Ochsen” ordentlich eins auf die Schnauze hauen, dass wir nun für diese dämliche Wiedervereinigung dank dem Verhandlungsgeschick von “Birne Kohl” Schäuble und all den anderen “Schwarzfüssen” auch noch die DM gegen den Euro tauschen mussten.
Du kannst aber auch darüber nachdenken, wie es diese linken Bazillen in den vergangenen 18 Jahren geschafft haben dass wir nun mit 2,5 Mio. in Armut lebende Kinder haben.
Finde doch einmal heraus, wie diese rote Brut es geschafft haben, dass ausgerechnet bei uns diese globale Kac.. - so zugeschlagen hat. In Dänemark, Schweden, den Niederlanden in Luxemburg und wo weiss ich noch, da hat es irgendwie keine Sche… sondern stetige Lohnerhöhungen geregnet. Denen ist es irgendwie vollkommen gleichgültig wer Exportweltmeister ist. - Die kennen den Begriff “Tafelshops” gar nicht, die kennen die langen Schlangen vor diesen Läden nicht. Das haben uns alles diese roten Bastarde während Ihrer 18 jährigen Regierungszeit eingebrockt.
Auch die 7,5 Mio. Hartz IV Schmarotzer, für die wir unsere Steuergroschen opfern, die 1,5 Mio. Aufstocker - alles Schuld von diesen linken Abzockern. Pfui Deibel noch eins, der Blitz soll Sie alle beim S.. treffen.
Ich kann Dich voll und ganz verstehen, hast Du irgendwelche “Eizes”, wie wir diese Kommunisten diese Falschmünzer, die all die Jahre das Volk betrogen und belogen haben, wie wir diese Bande wieder los werden, - dann melde Dich!
Dietmar Küffler
Sehr geehrte Frau Will,
Ihre seichte Moderation der Sendung schlägt Ihre Vorgängerin Christiansen um Längen.
Hören Sie auf Neiddiskussionen zu provozieren und oberflächlich und populistisch zu
diskutieren.
Es ist eine Zumutung am Sonntagabend im öffentlichem Fernsehen solch eine Sendung präsentiert zu bekommen.
Margareth Gorges
http://www.readers-edition.de/2008/07/27/tv-hetze-anne-will-talkt-wieder-zu-hartz-iv-das-arme-land-und-die-drueckeberger
Ester
Anne Will: ESTABLISHMENT.
Nicola
Lieber guter Hinni,
komm´ erst einmal von Deinem hohen Ross herunter. Vielleicht könnten wir dann ja einigermaßen sachlich darüber reden, wer nicht nur einen halben Kontinent ökonomisch und sozial zugrunde gerichtet hat sondern auch eine große Menschheits-Hoffnung - den Sozialismus - derart verwirtschaftete, dass sie in einer breiten Öffentlichkeit nur noch als Schimpfwort gebrauchsfähig ist. Und das waren weder die Treuhand noch irgendwelche kapitalistischen Weltverschwörer und auch nicht Helmut Kohl!
Im Übrigen, auch wenn´s Dir nicht passt: Lafontaine und Gysi sind Klugschwätzer, die sich beide bei der ersten sich bietenden Gelegenheit aus ihrer jeweiligen Regierung verpisst haben um als Talkshow-Größen und Sonntagsredner auf eine sehr platte populistische Art zu beckmessern. Nichts sonst. Und sie werden sich beide auch in Zukunft vor Regierungsverantwortung hüten. Dann müssten sie nämlich zeigen was sie wirklich können!
Der Rest von Deiner Suada lohnt mit Verlaub zu sagen eine Antwort nicht.
MfG
Nicola
Edmund
Liebe(r) Nicola,
das Wort “Sozialismus” erlebt gerade eine Renaissance und ist kein Schimpfwort mehr, ausser vielleicht in “schießwütigen Clubs” und im Noblessviertel von Bad Homburg.
Dass der real existierende Sozialismus einen halben Kontinent “zugrunde gerichtet” hat, bestreiten nicht einmal Lafontaine und Gysi, aber dass der sog. ökonomische Neoliberalismus seit Jahren dabei ist, die andere Hälfte (’des Kontinents’) im ökologischen und sozialen Bereich zu ruinieren, wobei hier in Deutschland Kohl (”blühende Landschaften in zwei bis drei Jahren”), Köhler (Mrd. DM Geschenke an Banken), die Treuhand und viele andere den Anfang machten und von Schröder (Hartz I bis IV etc) fortgesetzt wurde, entgeht einem ungetrübt dreinblickenden Zeitgenossen auch nicht. Kein System ist bisher besser, eines hat nur schneller schlapp gemacht, oder zählen die weltweit Hungernden und die Kriegsopfer beim “Kampf gegen den Terroismus” bei Ihnen nicht mit, für die wir, die “Herrenmenschen” global gesehen -auch- verantwortlich sind.
Ich glaube, Sie sind eine ganz junge Persönlichkeit, denn sonst wüssten Sie, dass Lafontaine über Jahrzehnte Oberbürgermeister in Saarbrücken und Regierungschef im Saarland war, dazu kommt noch die Ochsentour in der SPD, die ihn bis zum SPD-Vorsitzenden hievte (höher geht nicht und mehr Verantwortung -über viele Jahre- geht auch nicht). Wie kommen Sie nun darauf, felsenfest zu behaupten, dass Herr Lafontaine sich bei der “ersten sich bietenden Gelegenheit” aus der jeweiligen Regierung “verpisst”? Wieso streiten Sie ihm sein soziales Gewissen ab, ob das nun aus taktischen oder moralischen Gründen generiert wird? Er hätte ja als Finanzminister weitermachen können, indem er alles Schröderianische mitgetragen hätte, so wie sein Nachfolger Eichel und all die anderen, die weitergemacht haben. Für uns alle hätte sich ja nichts geändert. Für ihn aber schon: er hätte wider Willen die Politik mitgetragen, die heute real existiert. Und das wollte er nicht. Punkt.
Weiterer Punkt: Herr Hinrichs wollte Ihnen pointiert auf die Sprünge helfen, damit Sie die “Arbeit” von Kohl, der Treuhand und “irgendwelche(n) kapitalistischen Weltverschwörer(n)” auch wertfrei und korrekt würdigen. “Weltverschwörer” ist Ihr Vokabular. Weltverschwörer gibt es nicht, es gibt nur Egozentriker und krankhaft Machtbesessene, die das Weltgeschehen (mit)beeinflussen, die allerdings ihre Triebe “im Griff” haben, so dass der Durchschnittsmensch nicht auf Anhieb deren pathologische Züge erkennt, die für eine Gesellschaft sehr gefährlich sein können und sind.
Mit freundlichen Grüen
Edmund
Margareth Gorges
werte Nicola,
lesen Sie beide Artikel von Otto W. Hinrichs einmal in Ruhe durch - —>und dann denken Sie einfach mal nach.
MfG
http://www.readers-edition.de/2008/07/29/gedanken-am-offenen-grab-ii/
Otto-Werner Hinrichs
@Nicola - 30. Juli um 8:23
eigentlich haben der Edmund und die Margareth Dir umfassend geantwortet - aber ein paar Kleinigkeiten will ich doch noch hinzufügen, weil ich Dich anregen möchte, Dir selbst ein paar Fakten anzuschauen, selbst zu recherchieren, nicht bei Deinem Meinungsbild zu verbleiben, sondern einfach noch eine Gehirnrinde weiter zu denken.
Du hast absolut Recht, das System, das Lenin, Stalin und alle Nachfolger auf der Basis eines Buches, dass ein gewisser Marx und sein Kumpel Engels in London geschrieben haben, ist zusammen gebrochen.
Das der kommunistische Bösewicht Wladimir Illjitsch Ulljanow Lenin und all seine Nachfolger in Ost und West ihre Machtansprüche mit dem Wort „Sozialismus“ aufwerteten ist ganz sicher nicht die Schuld dieser politischen Ideologie.
Die Ideologie des Sozialismus sollte Anfang des 19. Jahrhunderts den Grundwerten „der Gleichheit, der Gerechtigkeit und der Solidarität“ zum Durchbruch verhelfen. Zu jener Zeit wäre in weiten Bevölkerungsschichten selbst Hartz IV als ein Geschenk des Himmels angesehen worden.
Na ja, Du wirst, wenn Du durch all die Zeitdokumente, die Du im Netz finden kannst wanderst sehr schnell heraus finden, dass es verblendete, machtbesessene Funktionäre waren, die den Untergang des Kommunismus (nicht des Sozialismus) zu verantworten haben. Wie Du bin ich der Meinung, wir sollten jeden Tag eine Kerze anzünden, dem lieben Gott und Gorbi danken, dass er uns diese Bande von Idioten vom Hals geschafft hat.
change will come
mfG - O. W. Hinrichs
P. S. - Übrigens - was ich noch sagen wollte, - ich hab mein Ross schon vor 12 Jahren (nach dem 1. Infarkt) verkauft!
Nicola
Danke für das paternalistische Geseiere - aber so alt, dass ich weiß, wer Lafontaine ist, bin ich nun doch schon. Er hat in dreizehn Jahren Ministerpräsidentschaft vor allem das gemacht, was er heute immer noch macht: klug geschwätzt. Und als es dann darum ging, praktische Regierungsarbeit zu leisten statt aus der gesicherten, da politisch verantwortungslosen Stellung der Opposition heraus pathetische Sonntagsreden zu halten und mit dem moralischen Zeigefinger zu fuchteln - da hat er sich schlicht und einfach verpisst und alle, denen er seine glänzende Karriere zu verdanken hatte, abgestellt wie eine seiner diversen Frauen. Soziales Gewissen? In diesem Zusammenhang ist mir nur die einschlägige Saarbrücker Rotlichtaffäre in Erinnerung.
Über die Ursachen des Zusammenbruchs des Sowjet-Imperiums braucht man im Übrigen nicht mehr lang und breit zu diskutieren. Es waren nicht einzelne Funktionäre, die da gescheitert sind - es war ein freiheitsfeindliches politisches System, das bankrott gemacht hat. Nicht zuletzt und vor allem auch im wortwörtlichsten ökonomischen Sinne. Gescheitert sind damit auch alle Phantasmagorien, man könne den Sozialismus aus der Welt der reinen Idee auf die Ebene real existierender Politik herunterholen. Dass es teuer - sehr teuer - werden würde, diesen Scherbenhaufen zusammen zu kehren: das ist nicht die Schuld von Helmut Kohl und auch nicht die der Treuhand. Dass man diese Mumie aus ihrem Grabe herausholen und sie nun wieder zu neuem Leben erwecken kann - das ist ausgeschlossen. Eher wird in Deutschland wieder die Monarchie restauriert.
Die SED/PDS/Die Linke betreibt denn auch keine Restauration des Sozialismus sondern einen platten und vordergründigen Populismus, der auf die beiden Zentralfiguren Lafontaine-West und Gysi-Ost zugeschnitten ist und von der Möglichkeit lebt, sich selbst ganz auf die Oppositionsbänke zurück zu ziehen, den Moralapostel zu mimen und abwechselnd unerfüllbare und gemeingefährliche Forderungen zu stellen. Deshalb war und ist es auch der größte politische Fehler der SPD, sich von der Union diese bourgeoise Distanzierungsattitüde aufzwingen zu lassen: Nein, mit diesen Schmuddelkindern dürft Ihr nicht reden! Und wenn Frau Ypsilanti und Herr Beck ganz leise oder auch etwas lauter daran denken, es eventuell und unter gewissen Bedingungen doch zu tun, dann ertönt sofort das Geschrei: “Verrat! Verrat!” Gerade nicht von Anne Will! Aber vor allem auch von sehr vielen publizistischen Hilfstruppen der Union (oder glaubt hier jemand, es ist ein Zufall, dass Herr Pflüger Anne Wills Talkshow aus dem Programm kippen wollte?).
Für Lafontaine & Gysi ist das natürlich wunderbar, schließlich müssen sie ihre Sonntagsreden auf diese Weise nicht dem Test auf politische Substanz unterziehen lassen. Und Herr Roland Koch - Herr Koch!!! - hofiert derweil die Grünen, Herr von Beust macht eine Koalition mit ihnen - nachdem er zuvor mit dem Rechtspopulisten Ronald Schill eine selbige hatte - nur um an die Macht zu kommen und an ihr zu bleiben - und die SPD draußen vor lassen zu können. Obwohl die Grünen sozusagen noch gestern die Rolle der Schmuddelkinder zu spielen hatten, mit denen die SPD nicht reden durfte ohne das “Verrat! Verrat”-Geschrei zu provozieren. Ich bin mir sicher, sollte die CSU wider alle Erwartungen bei den bayerischen Landtagswahlen in diesem Jahr ihre absolute Mehrheit verlieren und FDP und Grüne nicht in den Landtag kommen, sie hätte nicht die geringsten Probleme, sofort eine Koalition mit der Linken zu machen, nur um die SPD von den Fleischtöpfen fern zu halten. Und sie hätte dabei nicht die geringsten Probleme, einem 200-Milliarden-Euro-Konjunkturprogramm, einem vom Staat gezahlten pauschalen Monatsgehalt von 2000,- Euro für jeden Bayern und der Abschaffung der Bundeswehr sowie dem Austritt aus NATO, EU und UNO zuzustimmen, sollten das die Bedingungen sein, die Lafontaine & Gysi stellen, damit sie an der Macht bleiben kann. Und sie hätte auch kein Problem damit, sich “tolerieren” zu lassen um den Herrschaften die geliebte Oppositionsrolle auch weiterhin zu ermöglichen.
Aber wehe, Herr Maget oder irgendjemand sonst von der SPD käme in dieser Situation auf die Idee, einfach mal Koalitionsverhandlungen vorzuschlagen um dieselben Herrschaften entweder auf einer vernünftigen Basis in die politische Verantwortung zu holen oder eben zu dekonstruieren. Das “Verrat! Verrat!”-Geschrei würde totsicher sofort einsetzen.
Das ist momentan das wirkliche politische Grundübel der Politik in unserem Lande: die organisierte Verantwortungslosigkeit!
Gerd
Anne Will, Angst vor dem Krieg?
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1231773667575&openMenu=1013083806110&calledPageId=1013083806110&listid=
http://annewill.blog.ndr.de/2009/01/09/tabu-freitod/
“Angst vor dem Krieg?
Kurzfristiger Themenwechsel der ARD-Talkshow am Sonntagabend
die Themensetzung der letzten Sendung von Anne Will. Denn statt über den Krieg in Nahost zu diskutieren, wurde am Sonntag lieber über “Tabu Freitod” geredet.
…
Warum sich die Redaktion am Ende einmütig - wie die NDR-Redakteurin Olga Nisser auf Anfrage einräumte - gegen den Krieg im Gaza-Streifen entschieden hat, war dem Vernehmen nach vor allem der Gästeliste geschuldet. …. Zudem fehlten die für eine kontroverse Runde nötigen “Hardliner”. ”
Soweit aus einem Bericht der MZ.
Die “Hardliner” und Freunde israelischer Militäroperationen gegen die palästinensische Bevölkerung wie Frau Charlotte Knobloch Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland wollten nicht?
Kriegsgegner und Friedens-”Hardliner” wie Frau Evelyn Hecht-Galinski Tochter des ehemaligen Zentralratspräsidenten Heinz Galinski, als jüdische Stimme gegen den Krieg (z.B. “Mörderische Selbstverteidigung bis zum bitteren Ende”) oder ROLF VERLEGER (z.B. “Gaza: Der böse, böse Nachbar”) oder URI AVNERY (z.B. „Geschmolzenes Blei“) verweigerten jede Teilnahme?
Merkels Stasi-Umfeld - Merkel, Stasi, Maizière, Vater, Angela, Kanzlerin, Kasner, Gysi - Womblog [Worte oder mehr]
[…] In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seiner Zusammenarbeit mit Gegor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei. […]
Claudia Linke
Frau Anne Will,
einfach aufhören mit Ihrer Sendung!
Ich schrieb im letzten Jahr über Anne Will und Peter Sloterdijk:
[…] http://www.readers-edition.de […]
Maik Schmurdy
Das die heutige Bundeskanzlerin Frau Angela Merkel in der ehemaligen DDR
FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda war ist eine Tatsache
(Quelle: Wikipedia).
Und wenn man zu DDR Zeiten FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda war, dann muss man schon wirklich ein ziemlich roter Hut gewesen sein.
So glaube ich zumindest. Gerne zeigt sie ihren Finger auf Gregor Gysi, aber sie sollte sich eines sehr gut merken:
Wer im Glashaus sitzt soll nicht mit Steinen werfen!
Sie war auch
FDJ-Kreisleitungsmitglied
(Quelle: ebenfalls Wikipedia).
Rolf Ehlers
@Maik Schmurdy: ich habe vor gut einem Jahr mal in einem RE Beitrag alles zusamengetragen, was Merkel mit dem alten System verband:
http://www.readers-edition.de/2008/06/05/merkels-stasi-umfeld
Das alles hat sie wirklich von einem Tag auf den anderen ganz abgelegt? Wenn man
sieht wie sie ganz im Sinne der im Osten gelernten Strategie und Taktik vorgeht, kann man sich das nicht vorstellen. Dieses Hin und Her der Ideologien hat sie im Kopf ganz wuschig gemacht, weshalb sie sich heute liberal, morgen sozial und übermogen wieder anders gibt. Sie operiert mit angelerntem Wissen, wie sie auch mit angelernten ungelenken Gesten ihre Reden unterstreicht.
Edmund
Schön, dass nach so langer Zeit wieder weiterdiskutiert wird.
Für das Verhalten von Merkel gibt es schon ein Wort; es muss nicht nochmal erfunden werden - und lautet “Wendehals” und gehört zur unausrottbaren, allegorischen Tierart der gepanzerten Giftschlangen. Sie hätte ganz bestimmt auch in einer noch existierenden DDR Karriere gemacht. Frau Staatsratsvorsitzende klänge auch gut, wenn die Umstände anders wären.
Merkels Stasi-Umfeld | Dokument X
[…] In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seiner Zusammenarbeit mit Gregor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei. […]
Frau Merkel und die alte Vergangenheitsdiskussion. « My Blog DeutschlandWahl2009
[…] In der Talk-Show von Anne Will wies Oskar Lafontaine, der sich heftigen Angriffen wegen seiner Zusammenarbeit mit Gregor Gysi als angeblichem Zuträger der Stasi ausgesetzt sah, darauf hin, dass es die Kanzlerin Merkel selbst sei, die eine Aktivistin des DDR-Systems gewesen sei. […]