Eine Notiz zum Milchboykott

Die Parteien verhandeln. Die Auskünfte sind widersprüchlich. Man gab sich die letzten Tage gesprächsbereit. An die Öffentlichkeit drang wenig. Nur soviel: “Solange es kein Entgegenkommen der Milchindustrie gibt, setzen wir unsere Aktionen fort“, kündigte der stellvertretende BDM- Vorsitzende Stefan Mann an und bekräftigte damit die Entschlossenheit der Milchbauern. Das wird

Milchk.jpgDie Parteien verhandeln. Die Auskünfte sind widersprüchlich. Man gab sich die letzten Tage gesprächsbereit. An die Öffentlichkeit drang wenig. Nur soviel: “Solange es kein Entgegenkommen der Milchindustrie gibt, setzen wir unsere Aktionen fort“, kündigte der stellvertretende BDM- Vorsitzende Stefan Mann an und bekräftigte damit die Entschlossenheit der Milchbauern. Das wird der Öffentlichkeit nicht unbekannt sein, gab es doch in jüngerer Vergangenheit bereits Vorreiter in anderen Branchen.

Doch es drang bisher so wenig an die Öffentlichkeit, dass der Großteil vermutlich bereits wieder ihr Interesse verloren hat.

Steigen die Milchpreise wieder an? Wird es Engpässe geben? Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Milchbauern (BDM) werden solche nicht mehr lange auf sich warten lassen. Molkereien und glaubt man den Worten des Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Handels, werden unverändert reichlich mit Milch versorgt: “Die Regale und Lager sind voll“. Aber man sucht weiterhin nach einem Kompromiss. Ein Engpass sei auch nicht abzusehen.

Der BDM will dem abhelfen und rief zu einem bundesweiten Aktionstag vor den Molkereien am Montag auf. Nach Angaben des BDM müssten die Molkereien mittlerweile Ausfälle von Milchlieferungen in Höhe von mehr als 70 Prozent haben. Die Resonanz der landwirtschaftlichen Betriebe war enorm. Der Boykott der Bauern begann am vergangenen Dienstag und hält bislang an. Unterstützend meldete sich Landwirtschaftminister Horst Seehofer (CSU) zu Wort: “Wenn Bauern ihr Produkt freiwillig vernichten, stehen sie mit dem Rücken zur Wand.” Für kleine Milchbauern wäre es schon in den vergangenen Jahren schwer gewesen, kostendeckend zu arbeiten. “Mit den Preissteigerungen in letzter Zeit ist die Grenze überschritten.”

Auch der Präsident des Deutschen Bauernverbands teilte diese Ansicht und forderte die Molkereien faire Preise für Milch zu zahlen. Die zusätzlichen Kosten für eine vierköpfige Familie beliefen sich lediglich auf 3,20EURo. Im Gegenzug seien eine sichere Milchversorgung sowie stabilere Preise gewährleistet. In der Tat bereiten sich den Molkereien auf steigende Preise vor. Entgegen der Angaben des Einzelhandels erwartet der Milchindustrieverband (MIV) bereits in wenigen Tagen starke Versorgungsengpässe. Ersatzweise sei auch aus dem Ausland mittlerweile keine Milch mehr zu bekommen. Eine schnelle Einigung wäre somit ratsam.

Allerdings sehen die Molkereien keinen Spielraum für Preiserhöhungen, solange der Einzelhandel diese nicht an die Konsumenten weitergeben würde. Dieser lehnte Neuverhandlungen der, erst im Frühjahr geschlossenen Verträge ab. “Es geht hier um eine Auseinandersetzung zwischen Bauern und Molkereien. Deren Auszahlungspreise sind nicht Sache des Handels“, erklärte Hubertus Pellengahr, Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE). Sprachs und zieht sich weiter aus der Affaire. Die Ursache des Preisrückgangs sei das Überangebot. Diesen Preisverfall haben Politik und Landwirtschaft zu verantworten – nicht aber der Handel.

Es scheint, als wollte man sich einigen.

Solange aber nicht alle Parteien an einem Tisch sitzen und verhandeln wollen, wird wohl derjenige gewinnen, der es sich leisten kann am längsten zu fordern.

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Kommentare

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  1. Wieso müssen Parteien über so etwas entscheiden? Angebot und Nachfrage bestimmen doch den Preis in einer wirklichen freien Marktwirtschaft. Also soll der handel bezahlen, was die Milchbauern verlangen und die sollen Wettbewerb untereinander führen wie in jeder anderen Branche auch. Künstliches Schnauben ist das.