Die guten Dinge im Leben kommen Jahr für Jahr wieder. Geburtsage, Weinhachten, Ostern. Jedes Jahr auch ruft die Stiftung Organtransplantation (staatlich geförderter Verein zur Förderung der Organspende) die Bevölkerung auf, sich vermehrt für die postmortale Organspende zu erklären. Seit eh und je sind etwa 3/4 der Bundesbürger dafür. Ihre Bereitschaft, sich einen Organspendenausweis zu besorgen, sinkt aber trotz aller Aktionen dieser Stiftung und gutem Zureden des Bundesministeriums für Gesundheit.
Das ist nun mal die menschliche Trägheit. Aber die Stiftung ist weiter fest überzeugt, dass ihre Aufklärungsaktionen irgendwann einmal Wirkung zeigen, sagt sie jedenfalls. Immerhin bezahlt der Staat ihre Tätigkeit. Vielleicht kriegt sie sogar Spenden von privater Seite. Jetzt hat die Stiftung gar ermittelt, dass jeden Tag unnötig drei Menschen sterben, weil aus keinem Körper der jährlich Hunderttausenden Abgelebten das den Lebenden helfende Organ entnommen werden darf. Die schönen Bauteile werden einfach im Erdreich den Würmern zum Fraß überlassen oder verbrannt und in die Urne gesteckt, an einem Baum verscharrt oder im Meer versenkt. (Vgl. zum Beispiel ftd.de)
Die Erklärungsfaulheit wäre weg
Jahrelang habe ich dafür gekämpft, dass auf der elektronischen Gesundheitskarte eine Erklärung über die Spendenbereitschaft stehen sollte: Keine Angabe = Nein, ein Nein ist ebenso klar, aber ein Ja, ggf. mit sachlicher Einschränkung ändert alles. Niemand wäre überfordert, aber dazu müsste er eine Angabe machen, im Zweifel eben ausdrücklich “keine Angabe”. Die Erklärungsfaulheit wäre weg. Keine Frage, wir hätten danach keine Toten mehr zu beklagen, weil Ersatzorgane fehlten. Auch die zigtausendfache wöchentliche Blutwäsche der Kranken, die auf eine neue Niere warten, gäbe es nicht mehr. Aber eben auch nicht die mächtigen Gewinne der Dialyse-Industrie.
Seehofer hatte sich für den Eintrag auf der Karte ausgespochen und wechselte dann das Amt. Die Bayerische Sozialministerin kämpft noch immer auf einsamer Flur dafür. Hauptverdiener Siemens, das weiß man ja nach dem Korruptionsskandal, hatte mal wieder mehr Geld. Dann machte der Ethikrat ungare Vorschläge für eine fast zwangsweise Entnahme von Organen nach dem simplen Motto: “Wer schweigt, wird ausgeschlachtet.” Das war dumm und kontraproduktiv.
Jeden Tag drei Tote mehr..
Also feiern wir weiter jedes Jahr Geburtstag, Weihnachten und Ostern und die schamlose Vernachlässigung und das Leiden und den Tod der Schwer- und Todkranken, die mit funktionsfähigen Organen Verstorbener ein neues gesundes Leben hätten führen können.
Ich bin dafür, das man die Organspende abschafft, oder erst einmal von den Politikern, die das Volk ständig auffordern, Organe zu spenden, mit gutem Beispiel voran gehen. Am besten wäre es, sie spendeten Hirn – da Politiker ja generell davon ausgehen, das ihres besser funktioniert als das der normalen Leute.
ORGANSPENDE NEIN DANKE!
Ich würde auch keine Spenderleber annehmen, wenn ich mir meine eigene weggesoffen hätte. Aber ich würde meine Leber auch keinem saufenden Politiker geben, damit der das Volk weitere Legislaturperioden hindurch weiterhin mit solchen beknackten Gesetzen wie der Organspende terrorisiert.
Wir sind doch nicht in Huxleys ‘Brave new World’ – oder?
Und solange dies nicht der Fall ist, sage ich dasselbe, das damals die Frauenbewegung zur Abtreibung sagte: MEIN BAUCH UND DESSEN INHALT GEHÖRT MIR, KEIN GESETZGEBER HAT DARÜBER ZU BEFINDEN, WAS ICH DAMIT UND SEINEM INHALT MACHE!
Organspenden sind nichts, das ich befürworte. Oder ist Recycling beim Menschen jetzt auch schon üblich, obwohl der Mensch ja angeblich der größte CO²-Erzeuger dieses Planeten sein soll! Dann ist es doch gut, wenn niemand Organe spendet, umso weniger Menschen (vor allem reiche) gibt es hinterher, die weiterhin CO² emitieren.
MfG