Euro 2008: Schweiz und Österreich hadern mit Schiedsrichtern

Noch “Rot – weiss – heiss” ist das Schweizer Boulevardblatt “Blick” und nennt heute “zehn Gründe, warum wir dochEURopameister werden”. Dazu gehören in einer Fotoserie die Trauer eines kleinen Mädchens, das sich fortan über die Spiele der Nati nur noch freuen soll, Elfmeterpfiffe für den Gastgeber von Schiedsrichtern, die “nicht

EFSFFD.jpgNoch “Rot – weiss – heiss” ist das Schweizer Boulevardblatt “Blick” und nennt heute “zehn Gründe, warum wir dochEURopameister werden”.

Dazu gehören in einer Fotoserie die Trauer eines kleinen Mädchens, das sich fortan über die Spiele der Nati nur noch freuen soll, Elfmeterpfiffe für den Gastgeber von Schiedsrichtern, die “nicht blind” sind wie angeblich der Leiter der Partie gegen Tschechien, die Tränen von Alexander Frei nach seinem Ausscheiden, mit denen die Schweizer in die erste Heul-Liga von Ballack und Ronaldo aufgestiegen seien, geschichtliche Erfahrungen und die statistische Erkenntnis, dass Portugiesen erst an Sex und dann an Fußball denken, bei den Eidgenossen sei es anders herum.

Aber, ob dabei die erforderlichen Siege gegen die Türkei und gegen Portugal herumkommen, bezweifeln die meisten Leser-Kommentatoren dieser Thesen – “rot – weiss – heiß” scheinen zwischen Basel und Genf nur noch wenige zu sein.

In den Fuß gelaufen?

Auch der zweite Gastgeber rechnet – erst einmal mit dem Schiedsrichter ab. Olic sei ihm “in den ausgestreckten Fuß gelaufen”, muss der österreichische Nationalspieler René Aufhauser ein anderes Spiel gesehen haben als die Millionen in den Fan-Zonen und am heimischen Bildschirm. Kein Schiedsrichter pfeife “so einen Elfmeter gegen Deutschland oder Italien”, sonst bekomme “er international lange kein Match mehr”.

Mindestens zwei internationale Begegnungen liegen bei der Fußballeuropameisterschaft aber noch vor den Österreichern, die blitzschnell lernen sollten, dass gewisse Fouls im Strafraum einfach nur dumm sind – ob in der 3. oder in der 60. Minute.

Springt deswegen im Spiel gegen Polen ein Sieg heraus, ist gegen Deutschland alles möglich, dafür gibt es einige Beispiele bis hin zur stillschweigenden Vereinbarung zwischen beiden Mannschaften, dass man den Ball so lange hin- und herschiebt, bis der Schiedsrichter endlich abpfeift Etwas verbindet die beiden Teams jetzt schon: Lehmann und Vastic als Seniorenclub der 38-Jährigen. Da bietet sich während der 90 Minuten auf dem Platz ein Plausch über ein langes Fußballerleben geradezu an.

Für die Schweiz reicht es nicht mehr

Für die Schweizer dagegen wird es kaum noch reichen. Die Portugiesen werden die wahrscheinliche Begegnung mit Deutschland noch ein wenig auf die lange Bank schieben, Tschechien kann sich in Ruhe anschauen, wie sich die Eidgenossen gegen die Türkei aus der ansonsten ziemlich hoffnungslosen Affäre ziehen.

Des Lobes voll ist man in Österreich und in der Schweiz für die deutsche Elf, die gegen Polen “punktgenau” ins Turnier gestartet sei. Zu den Sympathieträgern gehört nun Lukas Podolski – nicht nur wegen seiner beiden Tore, sondern auch wegen seiner Zurückhaltung beim Jubeln, mit der er der Fußballöffentlichkeit gezeigt hat, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen: ein polnisches und ein deutsches.

Was hat dieser Spieler schon an Hohn und Spott über sich ergehen lassen müssen! Sogar ein Tagebuch ließ sich jemand einfallen, um den 23-Jährigen nieder zu machen. Als sich Lukas Podolski dagegen vor Gericht wehren wollte, entschied ein Richter, dieses Tagebuch sei derart blöd, dass es mehr Negatives über den Verfasser aussage als über den Nationalspieler.

So, wie dieser Richter Größe bewiesen hat, hat sie Lukas Podolski am Sonntagabend in Klagenfurt bewiesen

- – -

Photo: Screenshot Video via www.tagesschau.de

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar für diesen Artikel.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*