Beim nächsten Mal…

…von Edith Huber Das erste eigene Buch ist im Briefkasten. Leon R. Preuss hat es gar wunderschön verpackt und mir geschickt. Unsere beiden Namen stehen vorne drauf und ich verspüre so etwas wie Mutterstolz, zumindest stelle ich mir das Gefühl so vor. Zwar gibt es noch Kleinigkeiten am Lektorat zu

bissfe.jpg…von Edith Huber

Das erste eigene Buch ist im Briefkasten. Leon R. Preuss hat es gar wunderschön verpackt und mir geschickt. Unsere beiden Namen stehen vorne drauf und ich verspüre so etwas wie Mutterstolz, zumindest stelle ich mir das Gefühl so vor. Zwar gibt es noch Kleinigkeiten am Lektorat zu verbessern, aber das machen wir ganz einfach bei der zweiten Ausgabe besser. Inhaltlich ist uns eine tolle Sammlung von Geschichten zum Thema “Bissfest” gelungen. Für die erste Ausgabe sind wir zufrieden.

Die Münchner Anthologie hat fürs Erste alles was sie braucht: ein schickes Cover, spannende Geschichten und einen Termin zu einer vorstellenden Lesung.

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Der ist am 31.05.08 in München, in einem Etablissement in einem Hinterhof in München. Der Eintritt ist gesalzen, aber die Betreiberin der Räumlichkeiten versichert uns Neuherausgebern, dass für städtische Verhältnisse und unter Berücksichtigung des Buffets ein solcher Preis gerechtfertigt, ja, geradezu günstig ist. Dafür hat sie auch gute Pressekontakte, die sie bemühen wird, um unser Buch bekannter zu machen. Die Pressekontakte sind letztlich das Zuckerl, das wir uns so gierig wünschen, dass wir einwilligen, die Lesung in einem Hinterhof abzuhalten.

So machen wir und die beteiligten Autoren Stefan Berndt, Carolin Hafen, Corinna Kanthak, Bettina Kenter, Susanne Laubach, Andreas Neuenkirchen und Martin Skerhut, uns auf zur ersten Lesung. Jeder von uns ist ein wenig aufgeregt, man liest ja nicht jeden Tag. Als wir ankommen, verkündet die Veranstalterin, dass die Lesung eine Stunde später beginnt. Schade, dass uns Herausgebern das nicht eher gesagt wurde, aber naja. Wir Autoren und Herausgeber kennen uns eh noch nicht. Das wird sich in den nächsten eineinhalb Stunden ändern. Die hochprozentige Bowle und das sensationelle Wetter tun ihr übriges.

Die Stimmung ist herzlich und ausgelassen.

Erst jetzt merken wir, dass es keinerlei Beschilderung zur Lesung gibt, geschweige denn einen Hinweis auf das Etablissement als solches. Jetzt wird der verspätete Beginn der Lesung unser Glück, bleibt doch dem Publikum Zeit, den Veranstaltungsort zu suchen. Langsam tröpfeln Leute in den Hinterhof, Bekannte, Verwandte und Literaturinteressierte.

Dummerweise gibt es in dem Raum, wo die Lesung stattfinden soll, keine Stühle. Allerdings organisieren wir für Ältere trotzdem noch schnell ein paar Sitzgelegenheiten. Dann sind diese aber auch aus. Jeder unter fünfzig steht.

Um sieben Uhr, dem offiziellen Veranstaltungsbeginn, ist der Raum gut gefüllt. Die Veranstalterin will aber noch warten, weil noch mindestens zehn Leute kommen, welche sich bei ihr angemeldet haben. Eine Stunde später kommt noch ein Gast. Beim nächsten Mal werde ich lieber mit dem Veranstalter streiten, als eine Stunde sinnlos zu warten.
Die Presse ist inkognito da – oder doch nicht? Ich ärgere mich darüber, dass ich mich auf jemand anderen verlassen habe. Bei der nächsten Lesung werde ich mich selbst darum kümmern, dass wir in die Zeitung kommen.

In der Pause gibt es drei Baguettes mit Belag für vierzig Zuhörer…

Das scheint mir nicht in Relation zum Eintrittspreis stehend und ich schäme mich eine Runde dafür, dass ich Mitveranstalterin bin. Nächstes Mal möchte ich den Eintritt selbst bestimmen und keine Leute in der Pause um aufgeschnittenes Baguette streiten sehen.
Ich bin angespannt und versuche, in den Gesichtern der Zuschauer zu lesen. Glücklicherweise kommen die Geschichten trotz aller Widrigkeiten sichtlich gut beim Publikum an. Die Anwesenden treten begeistert von einem Bein auf das andere und hören andächtig zu, auch wenn sie das vielleicht lieber im Sitzen getan hätten.

Und ich ärgere mich, weil ich das Vorhandensein ausreichender Sitzgelegenheiten irgendwie erwartet hätte. Bei der nächsten Lesung werde ich also fragen, ob es Stühle für alle gibt und ich frage mich, ob jemand anders mit mehr Erfahrung in solchen Veranstaltungen daran gedacht hätte, nach Sitzplätzen zu fragen. Nach der Lesung, als alle gegangen sind, bleiben Leon, die Autoren und ich übrig. Wir sind uns trotz aller Widrigkeiten einig: Die Lesung hat sich gelohnt und auch das Buch ist sehr gelungen! Im Herbst, bei der zweiten Lesung für diese Ausgabe, sind alle Autoren wieder dabei. Beim nächsten Mal, wenn wir alles noch viel besser machen…

Die Münchner Anthologie ist ein Anthologieprojekt aus München, das außer der Möglichkeit zur Publikation auch die zur öffentlichen Lesung des jeweils publizierten Texts für die Autoren bietet. Die aktuelle erste Ausgabe hat das Thema “Bissfest”. Die zweite Ausgabe wird im Frühjahr 2009 zum Thema “festGenommen” erscheinen. Einsendeschluss für Beiträge ist der 31.12.08. Eingereichte Texte sollten 15 Normseiten nicht überschreiten und sind per Mail an die Adresse dieanthologie@gmx.de zu übersenden. Die Bedingungen für Zusendungen finden sich auch unter www.myspace.com/dieanthologie.

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