Wochenende an der Jade: Wilhelmshaven startet in Container-Zukunft

“Das passt zur Aufbruchstimmung”, merkt in diesen Tagen Eberhard Menzel, Oberbürgermeister von Wilhelmshaven, gern an, wenn ein Unternehmen Ansiedlungswünsche äußert. Noch sinkt die Einwohnerzahl der Stadt am Jadebusen, aber mit dem JadeWeserPort (JWP) soll auch hier eine Trendwende geschafft werden – folgerichtig ist da das Motto des diesjährigen Stadtfestes “Wochenende

wrf.jpg“Das passt zur Aufbruchstimmung”, merkt in diesen Tagen Eberhard Menzel, Oberbürgermeister von Wilhelmshaven, gern an, wenn ein Unternehmen Ansiedlungswünsche äußert. Noch sinkt die Einwohnerzahl der Stadt am Jadebusen, aber mit dem JadeWeserPort (JWP) soll auch hier eine Trendwende geschafft werden – folgerichtig ist da das Motto des diesjährigen Stadtfestes “Wochenende an der Jade”, das vom 3. bis 6. Juli rund um den Großen Hafen gefeiert wird. Das Motto lautet also “JadeWeserPort – Kurs Zukunft”. Die Veranstalter rechnen mit über 300.000 Stadtfest-Besucherinnen und -Besuchern.

Das Festgelände reicht vom Kulturzentrum “Pumpwerk” mit mittelalterlichem Dorf und Aktionen für Kinder bis hin zur Promenade des Südstrandes mit Jahrmarkt und Discozelt. Auf den fünf Bühnen treten mehr als 80 Bands auf. Für Raymond Kiesbye, seit 99 Tagen Geschäftsführer der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH (WTF), ist es das erste große Ereignis, das er mit der Stadt, dem Friesischen Brauhaus zu Jever, der JadeWeserPort-Realisierungsgesellschaft und dem Lokalsender Radio Jade organisiert.

Es wird fleißig gebuddelt

Im Norden der Stadt wird derweil fleißig für den geplanten Containerhafen gebuddelt, werden Gleise verlegt, Brücken und Straßen gebaut, außerdem wird während des “Wochenendes an der Jade” eine Infobox eingeweiht, in der es stets Aktuelles über “Deutschlands größte Wasserbaustelle” geben soll. Unter dem Motto “Container verbinden Menschen” werden die Stationen gezeigt, die ein Container von einem großen Hafen im Fernen Osten bis zum JadeWeserPort in Wilhelmshaven zurück legen muss.

Die Kaje des JadeWeserPorts, der 2010 in Betrieb genommen werden soll, ist 1725 Meter lang, zwischen Kaje und Deich werden 360 Hektar mit über 40 Millionen Kubikmetern Sand aufgespült. Die letzte gerichtliche Entscheidung, ob beim Genehmigungsverfahren für die Sandgewinnung alles rechtens gewesen ist, fällt am 19. Juni 2008.

Echt ansteckend

“Echt ansteckend” soll nicht nur der vom Oberbürgermeister und von anderen zur Schau gestellte Optimismus wirken, ansteckend soll auch der “Jade-Pin” sein. Diese Anstecknadel kostet zweiEURo, mit ihr kommen die Festgäste vom 3. bis 6. Juli preiswerter in die Museen der Jade-Stadt, über 40 Schausteller, Geschäfte und Stände gewähren Pin-Besitzerinnen und -Besitzern Preisnachlässe.

Das “Wochenende an der Jade” lockt inzwischen auch Gäste aus anderen Bundesländern an, die WTF-Veranstaltungsleiterin Heike Gorath berichtet, dass in Wilhelmshaven am ersten Juli-Wochenende bereits kein Hotelzimmer mehr frei sei. Doch einen Platz zum Schlafen findet man immer…

Kommentare

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  1. Vom Grundgedanken her ist es logisch, in Wilhelmshaven einen Tiefwasserhafen zu bauen. Schon aufgrund der geografischen Lage. Allerdings muß in Bezug auf die Infrastruktur des Oldenburger Landes dann wirklich Gewaltiges geleistet werden! Da gibt es teilweise noch eingleisige Bahnstrecken, die von Bremen heranführende Autobahn muß verbreitert werden, ebenso die in Richtung Westen führende Strecke, die außerdem mit einer Direktverbindung nach Wilhelmshaven versehen werden muß. Das sind nur einige Andeutungen dessen, was da auf Wilhelmshaven und das Land Niedersachsen zukommt. Grundsätzlich ist dieses Vorhaben zu begrüßen. Einen bitteren Beigeschmack wird die ganze Sache aber trotzdem haben, nämlich den, daß in Hamburg die ganz großen Containerschiffe nicht mehr festmachen und somit ein Verlust von Arbeitsplätzen unvermeidbar wäre. Andererseits muß man berücksichtigen, daß dann die Elbe nicht ständig weiter vertieft werden brauchte, was der Natur zugute käme. Auch das spricht für Wilhelmshaven. Daher wünsche ich für dieses Vorhaben gutes Gelingen.
    Bernd Stichler