Deutschland sucht den Superstern!

“Wer ist schräger als Pete Doherty, so stimmgewaltig wie Amy Winehouse oder hat das Dancequeen-Potential einer Kylie Minogue?” Das fragt stern.de ab sofort sichtlich herausfordernd auf seinem soeben eingerichteten Format “Stars von morgen”. Nach Dieter Bohlen, Stefan Raab, Thomas Gottschalk und Co. haben sich sie Urheber von “Jugend forscht” nun

tzguuh.jpg“Wer ist schräger als Pete Doherty, so stimmgewaltig wie Amy Winehouse oder hat das Dancequeen-Potential einer Kylie Minogue?” Das fragt stern.de ab sofort sichtlich herausfordernd auf seinem soeben eingerichteten Format “Stars von morgen”. Nach Dieter Bohlen, Stefan Raab, Thomas Gottschalk und Co. haben sich sie Urheber von “Jugend forscht” nun ebenfalls auf das Terrain der Nachwuchssuche in Sachen Musik begeben.

Allerdings – zum Casting strömende Massen, sich in Tränen ergießende Teenager und sonstige “Skandälchen”, an die sich der Zuschauer so manch langwieriger Samstagabend-Show bisweilen gewöhnt hat, wird es hier nicht geben. Denn nach jungen vielversprechenden Talenten wurde schlicht und völlig zeitgemäß im Internet gesucht. Was der Readers Edition schon einige Male mit ihren “local heroes” wiederfahren ist, wird jetzt also im großen Stile betrieben und Deutschland sucht ab sofort nicht mehr den “Superstar”, sondern vielmehr seinen neuen “Superstern”.

Die User haben das letzte Wort

“Der Hip-Hop-Newcomer, die neue Rock-Hoffnung oder die Erbin von Sängerin Norah Jones? So wie einst Lily Allen oder die Arctic Monkeys warten Musik-Perlen im Internet auf ihre Entdeckung. Zusammen mit Musikexperten hat stern.de solche Talente im Internet gefunden”, heißt es prophezeiend in der dazugehörigen Pressemitteilung. Und so werden künftig jede Woche drei selbstproduzierte Videos von noch unbekannten Musikern vorgestellt. Über deren “Starpotential” hat dann jedoch allein die User-Gemeinde das letzt Wort.

Los geht es dieser Tage durchwegs vielversprechend. Zur Auswahl stehen bis zum 16. Juni der aus London stammende Musiker “Digga” alias Antony McLean und sein Song “Broken”, der nach Angaben von stern.de im Internet bereits einen “regelrechten Hype” ausgelöst haben soll. “In kurzer Zeit drehten Fans mehr als 200 eigene Videos zu Diggas Song über Liebe und Verlust, die bereits über zwei Millionen Mal angeklickt wurden”, ist in der Künstlerinfo zu lesen.

Nach soulig-sanften Tönen geht’s dann auch gleich rhythmisch weiter… Indie-Rock von “The Tatianas” ist angesagt. Ganz der Intention der Macher entsprechend stoßen Pierre Hesling, Timothée Imhaus und Loïs David direkt aus dem Pariser Underground hinzu, konnten aber auch schon als Vorband von Razorlight überzeugen. Zu hören bekommen wir denn auch ihren Titel “Crackhead”, um auch den “gemeinen User” für ihr Schaffen zu begeistern.

Dritte im Bunde ist die Londonerin Helen Lawson. Sie “gilt (noch) als Geheimtipp für die Fans sanften Folkpops”. Und so debütiert Frau Lawson mit “Something in the Wine”, den sie, wie fast alle ihre leisen und melancholischen Songs, zu Hause erstellt haben soll, ebenso wie das dazugehörige Video. “Umgeben von Kühen, Schafen und Rhabarber” ist die Singer- Songwriterin aufgewachsen – eine Tatsache, die laut einleitender Präsentation auch zu hören sein soll… allerdings natürlich nur im “positiven Sinne”.


Es muss nicht immer DSDS sein…

Wie ist nun der Zwischenstand am dritten Tag nach Erscheinung? Maximal sechs Punkte können an jeden Musiker vergeben werden. Und anscheinend liegt gerade Helens Melancholie voll im Trend. Sie führt aktuell mit vollen sechs Punkten, dicht gefolgt von Digga, der 4,5 Punkte auf seinem Konto verzeichnet und dahinter liegen The Tatianas mit 3,5 Punkten.

Fazit dieses ersten kleinen Besuches: Es muss nicht immer DSDS sein. Zwar darf es auch im Logo des neuen Formates ein wenig glitzern. Doch insgesamt zeigt sich diese neue “Talentshow” – im Vergleich zu manch prominenteren Beispielen – in Gestaltung und Präsentation der Künstler geradezu dezent und einladend. Neben den Videos gibt es eine kleine, aber doch aussagekräftige Information zu den einzelnen Interpreten, nebst einem Link zu deren eigenen Präsenzen im Netz. Da stellen sich am Ende der Betrachtungen lediglich zwei Fragen: Welche Musikexperten haben da für uns so fleißig gestöbert und wie wird es mit den jungen Talenten nach dem Voting weiter gehen. Wir sind gespannt und bleiben dran…

Photo: screenshot via stern.de

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