Gestatten, Flatterball Adi…

das lasse ich mir nicht mehr bieten, ich habe lange genug geschwiegen. Inzwischen bin ich während der Fußballeuropameisterschaft durch alle Stadien in Österreich und in der Schweiz geflogen, Cristiano Ronaldo hat mich gestreichelt, die Holländer haben mich vor sich hergetrieben, Lukas Podolski hat mir nachgeschaut, als ich im polnischen Tor

schio.jpg das lasse ich mir nicht mehr bieten, ich habe lange genug geschwiegen. Inzwischen bin ich während der Fußballeuropameisterschaft durch alle Stadien in Österreich und in der Schweiz geflogen, Cristiano Ronaldo hat mich gestreichelt, die Holländer haben mich vor sich hergetrieben, Lukas Podolski hat mir nachgeschaut, als ich im polnischen Tor gelandet bin, dennoch ist immer noch nicht Schluss mit der Behauptung, ich würde immer wieder die Flugbahn ändern und so Verwirrung stiften.

Das behaupten spieltagein, spieltagaus Kommentatoren, das behauptet der deutsche Torhüter Jens Lehmann, der mir schon vor dem Turnier die Schuld für seine Patzer gegeben hat und abwinkte, wenn er eins ums andere Mal daneben griff: “Das ist ein Flatterball. Den kann man nicht berechnen.”

Noch schlimmer ist es gestern Abend gewesen. Ich rolle und fliege durch das Baseler Stadion, setze meine Oberflächenstruktur aus PSC-Texture strömendem Regen aus und Wolf-Dieter Poschmann vom Zweiten Deutschen Fernsehen lästert über mich von der ersten bis zur letzten Minute.

Ball bleibt liegen-stehen-stecken

Vor dem 1:0 der Schweizer gegen die Türkei sagt er: “Da bleibt der Ball noch einmal liegen.” Schon vorher behauptet er: “Der Ball läuft nicht mehr, er steht.” Die Spieler warnt er: “Den Ball zurück zu spielen, ist zu riskant.” Dann bleibe ich angeblich nicht mehr liegen oder stehen, sondern: “Der Ball bleibt stecken.”

Zwischendurch meckert Wolf-Dieter Poschmann ausnahmsweise einmal am Rasen herum: “Der Platz lässt es nicht zu” und schon bin ich wieder dran, weil mir eine Pfütze den Weg von einem Spieler zum anderen versperrt: “Da bleibt er mittendrin liegen.”

Misshandlungen der Griechen

Das hält doch kein Ball aus, das ist doch noch schlimmer als die Misshandlungen der Griechen, die mich im Spiel gegen Schweden an Stellen getroffen haben, die mit meiner Farbgebung in weißer Grundfarbe mit schwarzen Punkten überhaupt nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Bin ich deshalb vom Platz gerollt, habe ich mich in Luft aufgelöst? Nein: Ich habe es schweigend ertragen.

Doch damit kann schnell Schluss sein: Noch so ein Satz und ich platze im Spiel der Deutschen gegen die Kroaten vor Wut, und zwar in der 93. Minute kurz vor der Linie nach einem Schuss von Michael Ballack, der sonst zum 1:0 geführt hätte.

Ich höre schon den Günter Netzer sagen: “Das passt zu diesem Spiel.” Vielleicht auch zu mir, Euer Adi, das ist mir durchaus zuzutrauen…

Photo Quelle/Copyright: schoenswetter (im Exil), cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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