Gestatten, nicht mehr Flatterball Adi…

… das hat mir gestern Abend gefallen. Nach der Niederlage der Deutschen gegen Kroatien und nach dem Unentschieden zwischen Polen und Österreich verbat sich Ingolf Lück in seiner Comedy-Show “Nachgetreten” die weitere Verwendung des Begriffs “Flatterball”. Mist, dachte ich noch kurz vor 18 Uhr, auch diese beiden Spiele werden vom

schiu.jpg… das hat mir gestern Abend gefallen. Nach der Niederlage der Deutschen gegen Kroatien und nach dem Unentschieden zwischen Polen und Österreich verbat sich Ingolf Lück in seiner Comedy-Show “Nachgetreten” die weitere Verwendung des Begriffs “Flatterball”.

Mist, dachte ich noch kurz vor 18 Uhr, auch diese beiden Spiele werden vom Zweiten Deutschen Fernsehen übertragen. Darum verbarg ich in meinem Inneren einen Sender und hatte so stets Kontakt mit meiner Freundin Puma, die mich über die Kommentare von Béla Réthy informierte. In der Halbzeitpause teilte sie mir mit: “Der hat dich noch kein einziges Mal als Flatterball bezeichnet.”

“Lehmann, Torwartfehler”

Also rollte ich frohen Mutes in die zweite Halbzeit, doch in der 62. Minute zuckte ich zusammen, als mich Rakitic in den deutschen Strafraum schickte, Lukas Podolski meine Flugbahn veränderte und Lehmann herunterfiel wie eine Bahnschranke, während ich an den Pfosten flog und Olic vor die Füße. “Jetzt bin ich schuld”, dachte ich auf dem Weg ins Netz, doch Puma zerstreute meine Befürchtungen: “Lehmann, Torwartfehler, hat der Réthy gesagt.” Da dieser Lehmann nicht von Adidas hergestellt worden ist, kümmerte mich das kaum.

Doch es drohte immer noch der Kommentar von Wolf-Dieter Poschmann. Aber auch der war nett zu mir und nannte mich kein einziges Mal Flatterball, auch nicht in der 77. Minute, als die Österreicher wieder einmal Probleme hatten, einen Erfolg versprechenden Angriff zu starten: “Immerhin, sie bleiben am Ball.” Als die Polen in der 80. Minute endlich aus der eigenen Hälfte herauskamen und mich schnell wieder vom Fuß verloren, machte er mich ebenfalls nicht nieder, sondern lobte die Österreicher: “Wieder am Ball.”

Grenzenlose Freude

Grenzenlos war meine Freude in der 85. Minute, weil Poschmann festgestellt hatte: “Es fehlt die Präzision. Die war da. In der ersten Halbzeit.” Damit hatte er bestätigt, dass man mit mir auch als Österreicher durchaus genaue Pässe und Flanken schlagen kann. Von wegen, Flatterball!

Noch einmal zurück zur 62. Minute im Spiel der Deutschen gegen Kroatien: Rakitic und Olic haben beim 2:0 bewiesen, dass man in der deutschen Fußballbundesliga durchaus den Umgang mit einem Ball erlernen kann, denn der Vorbereiter dieses Tores spielt bekanntermaßen für Schalke 04 und der Torschütze für den Hamburger SV. Mir kann man also nicht die Schuld für die deutsche Niederlage in meine Oberflächenstruktur schieben.

Und weg bin ich. Ich muss zum nächsten Spiel.

Euer Adi

Photo Quelle/Copyright: schoenswetter (im Exil), cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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