Memetracker – sinnvolle und praktische Dienste, die in Deutschland aber noch weitgehend unbekannt sind. Was sind Memetracker eigentlich genau?
Dass diese Art von Webseiten noch nicht sehr verbreitet sind, sieht man auch an den Google-Ergebnissen. Wenn man nach “Seiten auf Deutsch” sucht, liefert Google derzeit nämlich nur 1820 Ergebnisse – im Vergleich zu anderen Begriffen sehr wenig.
Aber was ist ein Memetracker denn jetzt genau?
Memetracker sind Dienste, die Medien in Echtzeit beobachten und die Nachrichten daraus sammeln. Dabei wird versucht, interessante Storys herauszufiltern. Um das zu ermöglichen, werden meistens Links verfolgt. Auf diese Weise können aktuelle Diskussionen und sich fortpflanzende Gedanken genau beobachtet werden.
Ein Memetracker zeigt also zu jeder Zeit, welche News immer “heißer” werden und welche dagegen an Interessantheit verlieren. Durch diese Bewertungskriterien kann ein Memetracker die großen Mengen an Nachrichten sehr gut sortieren. Denn das Ranking der Artikel wird indirekt auch von Menschen beeinflusst. Dagegen ist das Manipulations-Risiko verhältnismäßig gering. Im Gegensatz zu Social-News-Diensten kommt bei Memetrackern nämlich nicht nur der typische Mainstream nach oben.
Des Weiteren kann man die Wertung nicht mehr einfach durch Klicks auf einen Vote-Button manipulieren. So bieten Memetracker die Möglichkeit, einen großen Teil der Blogosphäre und anderer Medien zu “überwachen” und sofort zu erfahren, ob es interessante News gibt. Man muss also nicht mehr jeden Tag viele verschiedene Blogs durchsuchen, um etwas Interessantes zu finden. Memetracker sparen Zeit.
Aber auch für Autoren, die interessante Themen suchen, sind Memetracker interessant. Denn nirgendwo sonst findet man so schnell die aktuellen Diskussionen. Wenn man über die bekannten und weitverbreiteten Medien auf ein Thema aufmerksam wird, ist es meistens schon zu spät, um selbst darüber zu schreiben. Mit Hilfe von Memetrackern kann man interessante Themen aufspüren, bevor sie in den führenden Medien diskutiert werden.
Und welche Memetracker gibt es?
Da muss man zunächst einmal die großen Dienste aus den USA nennen: Techmeme sammelt die heißesten Artikel über das Thema Technik, Memeorandum ist auf Politik spezialisiert. Daneben gibt es noch Megite, wo man Nachrichten zu allen Themengebieten findet. Die einzelnen Artikel sind in sieben große Themenbereiche aufgeteilt.
Aber auch in Deutschland gibt es Memetracker. Die klare Nummer eins ist hier Rivva, das grundsätzlich über alle Themengebiete berichten möchte. Leider wird die Startseite aber deutlich von Web- und Technik-Themen dominiert. Auch eine Kategorisierung gibt es noch nicht. Außerdem gibt es noch Ballnews. Dieser Dienst hat sich auf Fußball-Nachrichten spezialisiert und beobachtet anscheinend über 150 Medien zum Thema. Statt Kategorien wird bei Ballnews auf Tags gesetzt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Memetracker eine großartige Möglichkeit sind, um Medien zu verfolgen und den Überblick über interessante Artikel zu behalten. Wahrscheinlich wird es in nächster Zeit neue Memetracker geben und die Algorithmen werden weiter verbessert, sodass die Nutzung noch praktischer wird.
Pingback: kriegs-recht.de : Rivva Recht - Memetracker für die Blawgosphäre?