Che Guevara – “eine große Lüge”

Heute wäre Ernesto Guevara de la Serna, genannt Che Guevara, 80 Jahre alt geworden. Der am 14. Juni 1928 in Rosario/Argentinien geborene Arzt und spätere “kubanische Revolutionsheld”, der “Seite an Seite” mit Fidel Castro als Guerillaführer die marxistische Revolution über Südamerika verbreiten wollte, starb aber bereits im Alter von 39

chegr.jpgHeute wäre Ernesto Guevara de la Serna, genannt Che Guevara, 80 Jahre alt geworden. Der am 14. Juni 1928 in Rosario/Argentinien geborene Arzt und spätere “kubanische Revolutionsheld”, der “Seite an Seite” mit Fidel Castro als Guerillaführer die marxistische Revolution über Südamerika verbreiten wollte, starb aber bereits im Alter von 39 Jahren.

Am 9. Oktober 1967 wurde er in La Higuera/Bolivien nach einem Gefecht mit Regierungstruppen hingerichtet. Die katholische Hilfsorganisation “Kirche in Not” sprach mit dem Exilkubaner Huber Matos über die Instrumentalisierung Che Guevaras durch Fidel Castro, das manipulierte Bild des Westens von der kubanischen Revolution und die Bedeutung der katholischen Kirche für eine demokratische Zukunft Kubas.

Eine Spur von Verbrechen und Hass

Bis heute gilt Che Guevara vielen als “revolutionäres Idol” und sein vom kubanischen Fotografen Alberto Korda Gutierrez am 5. März 1960 aufgenommenes Portrait prangt nicht nur auf T-Shirts von Studenten – instrumentalisiert für die Amerika-Kritik und als Sexsymbol. Der Exilkubaner Huber Matos jedoch sieht Che Guevara als “große Lüge” in die Geschichte eingehen. Er habe eine Spur von Verbrechen und Hass hinter sich gezogen. Nach dem Motto “Wir haben geschossen, wir schießen, und wir werden weiterschießen” habe Guevara viele Menschen umgebracht bzw. ungerechterweise hinrichten lassen.

Dabei war Huber Matos selbst zunächst ein “Revolutionsheld”. 1918 in Yara/Kuba geboren beteiligte er sich am Volksauftstand der Kubaner gegen das diktatorische Batista-Regime. Der bei der Bevölkerung sehr beliebte Huber Matos fuhr am 1. Januar 1959 siegreich mit Castro in die kubanische Hauptstadt Havanna ein. In ihren Schriften und Reden hatten die Revolutionäre dem Volk versprochen, die Diktatur Batistas zu beenden und die Demokratie wiederherzustellen. Das Volk sollte in freien Wahlen und mit verschiedenen politischen Parteien seine Souveränität wieder ausüben können.

Als Matos dann wenige Monate später realisieren musste, dass sich Kuba unter Fidel Castro erneut zu einer Diktatur – nunmehr eine kommunistische – entwickelte, reichte er aus Protest seinen Rücktritt ein. In einem Schauprozess verurteilte ihn Fidel Castro im Dezember 1959 wegen konterrevolutionären Hochverrats zu 20 Jahren Gefängnis, die Matos bis zum letzten Tag absitzen musste.

In Che Guevara sah Huber Matos einen abenteuerlustigen jungen Mann, den er 1958 in einem mit Waffen beladenen Flugzeug aus Costa Rica kennengelernt hatte. Im Interview mit “Kirche in Not” bezeichnet Matos ihn als “Komplizen” und “bedauernswertes Instrument” Fidel Castros und er betont:

“Fidel hat ihn benutzt. Als er für seine Zwecke wertlos geworden war, hat Castro ihn nach Bolivien geschickt und damit aus dem Weg geräumt. Und noch etwas: Che Guevara wird auch nach seinem Tod von Fidel missbraucht, als populäres Aushängeschild für das kubanische Volk, vor allem aber, um im Ausland ein falsches Bild von der Revolution hervorzurufen. Che war ein Instrument Castros, zu Lebzeiten und auch nach seinem Tod – bis zum heutigen Tag.”

Im Gegensatz zu 99 Prozent der Exilkubaner hat der heute in Miami/USA lebende Huber Matos seine kubanische Nationalität behalten und nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen. Einreise und Ausreise sind für ihn deswegen nur in erschwerter Weise möglich und er bedauert, dass er nicht am 3. Internationalen Kongress von “Kirche in Not” in Augsburg (11. bis 13. April 2008) teilnehmen konnte.

Für Matos hat die Kirche in Kuba eine lebenswichtige Funktion.

Fünfzig Jahre “Revolution” mit Manipulation und Betrug hätten die Denkfähigkeit des kubanischen Volkes beeinträchtigt. Die ethischen Maßstäbe müssten wieder hergestellt werden. Ein guter “ethischer Grundwasserspiegel” sei jedoch durch das langjährige Wirken der Kirche in Kuba erhalten geblieben.

Befragt über die Zukuft Kubas antwortet Huber Matos:

“Ich bin überzeugt, dass wir am Ende des Castro-Regimes angelangt sind. Die Castro-Nacht wird vorübergehen. Aber ich bin mir nicht mehr so sicher, was danach passieren wird. Den Menschenrechten Geltung verschaffen ist das Wichtigste. Das wird schwer genug, denn es wurde viel Schaden angerichtet und die ‘Startposition’ ist sehr schwer. Man hat in fünfzig Jahren sehr vieles zerstört. Die Menschen haben in der Lüge gelebt und ihre eigenen Wurzeln vergessen.“


Die letzten Tage einer Legende – Che Guevara Teil 5/5:

Kinofilm – The Motorcycle Diaries Trailer:

Weiterführendes:

Die Reise des jungen Che

Kommentare

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  1. Na das ist ja fein, dass ein Commandante der Revolution nicht weiß, was bei einem Ansinnen einer freien Wahl, in einer bürgerlichen Demokratie geschieht. Nichts gegen eine freie Wahl, aber man sehe sich mal in Lateinamerika an. Die internationale kapitalistische Wirtschaft ist klar sichtbar hierarchisch strukturiert, so dass die schwachen “demokratischen” kapitalistischen Länder immer unterdrückt werden, weil diese den starken Ländern ihre billigen Rohstoffe zur Verfügung stellen müssen. Und was dann? Wo ist dann der technische Fortschritt, die HightTech, woher soll das Geld zur Entwicklung der nationalen Wirtschaft kommen?

    Che hat Menschen und Homosexuelle umgebracht. Waren diese Homosexuellen rein zufällig auch noch Batista-Schergen? Die, die im Schnellverfahren erschossen wurden waren Günstlinge der Batista-Diktatur. Auch ein Märchen? Aber sicherlich macht man in solchen Umbruchphasen auch Fehler, nur muss man Handeln, der Weg ist das Ziel.

    Klar ist der Commandante, wie aus dieser Infoquelle ersichtbar, zu Unrecht inhaftiert worden, aber mich beschleicht der Verdacht der späten Rache. Nicht das die Cubaner einen solchen Revolutionär nicht auch noch lynchen würden, im Fall der Fälle, sollte es eine Invasion geben.

    Der Film ist aber sehr interessant, Verschwörungen überall, aber das Fidel “seinen” Che nach Bolivien schickte um ihn loszuwerden glaube ich nun wirklich nicht. Che war Vollblut-Revolutionär, rumsitzen war nicht seine Sache. Alles andere sollte doch bewiesen werden. Was ich aber schon glaube, ist, das die stalinistische Sowjetunion tatsächlich anderen kommunistische Parteien gezwungen hat, Hilfe in Form von Waffenlieferungen zu untersagen. Ist ein schöner Verrat trotz verständlicher Sachlage, klar fertigt man Zeichnungen zum eigenen Schutz an. Und der verhaftete Interlektuelle wurde sicher unter Druck gestellt.

    Aber dann selbst fleißig im Afghanistan intervenieren, klar, da war die Revolution der Afghanen sichtbar. Oh Gott, die Sowjetunion, gut das es sie nicht mehr gibt, na ja, besser wäre es Gorbatschows Politik wäre nicht gescheitert, aber ob die SU dann noch sozialistisch wäre, wage ich bei dem letzten gescheiterten Unionsvertrag, zu bezweifeln.

    Und selbstverständlich sind immer die, die Schlimmsten, die eine Revolution machen und nicht die, die diese verursacht haben. Die Reaktion, die Gekauften, die die Zusammenhänge eben nicht begreifen. Und das hat Fidel richtig erkannt, eine bürgerliche Demokratie kann dort die Probleme nicht lösen.