Menschen helfen, denen es schlechter geht als einem selber, ist eine gute Sache. In der Regel geschieht dieses Helfen zumeist über Geldspenden. Um das Geld an den jeweiligen Ort, an diejenigen Menschen in aller Welt zu bringen, welche in Not sind, müssen wir unser Geld wohl oder übel darauf spezialisierten Hilfsorganisationen anvertrauen. Die Deutsche Welthungerhilfe und UNICEF sind zwei solcher Organisationen. Der Ruf von UNICEF Deutschland ist allerdings momentan etwas angeschlagen. Der Vorstand hantierte offenbar etwas zu großzügig mit den ihm anvertrauten finanziellen Mitteln. Zumindest was die administrative Ausstattung der Vereinseinrichtungen in Deutschland anbelangt. Ein Skandal. Der Vorstand wurde ausgewechselt. Nun muss sich UNICEF Deutschland bewähren. Das Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) erkannte dem Verein das Spendensiegel erst einmal bis 2010 ab…
Der größte Spendenskandal allerzeiten in Deutschland?
Ein noch viel größerer Skandal – der vielleicht größte Spendenskandal allerzeiten in Deutschland – kam durch jahrelange akribische Ermittlungen der Polizei und Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ans Licht. Durchforstet wurde das Organisations-Gestrüpp des Spendenvereins Deniz FeneriEURopa e.V. “Deniz Feneri” ist türkisch und heißt “Leuchtturm”. Deniz Feneri ist in der türkischen Community ebenso bekannt, wie etwa UNICEF. Deshalb sahen zahlreiche in Deutschland lebende Muslime ihre Spenden dort auch als besonders gut aufgehoben an. Sie täuschten sich bitter, denn sie wurden ganz offenbar von Deniz Feneri getäuscht. Schlimmer noch: sie wurden um ihr gespendetes Geld betrogen. 41 MillionenEURo sammelte der Spendenverein in nur fünf Jahren. Viele der Spendenmillionen sind höchstwahrscheinlich veruntreut worden. Im April 2007 durchsuchte die Polizei die Vereinsräumlichkeiten in Frankfurt/Main und verhaftete drei führende Vereinsmitglieder. Nun steht der Prozess gegen sie wegen gewerbsmäßigen Betrugs bald bevor. Die Staatsanwaltschaft wirft den dreien vor, 8,5 MillionenEURo ihnen anvertraute Spenden veruntreut zu haben.
Deniz Feneri Türkei: “Keinen direkten Zusammenhang” mit dem gleichnamigen deutschen Verein
Der türkische Verein “Deniz Feneri” zählt zu den bekanntesten humanitären Hilforganisationen in der Türkei. Wie die türkische Zeitung “Radikal” am 26.04.2008 berichtete, erklärte der türkische Verein, “dass es keinen direkten Zusammenhang mit dem Verein gleichen Namens in Deutschland gäbe”.
Mediales Interesse am Skandal gering – Betroffene wollen den Fall lieber unter sich klären
Wie dem auch sei: der Skandal ist da. Und er ist gewaltig. Eigentlich ein Fressen für die deutschen Medien. Doch: still ruht der See. Die Autorin Cornelia Uebel, die sich für die WDR-Sendung Cosmo TV mit dem Skandal beschäftigte, und fragte Wo sind die Spenden geblieben? hatte gegenüber FunkhausEURopa eine Erklärung dafür: Die deutschen Medien betrachteten den Skandal ganz offensichtlich als einen türkischen. Dabei leben die meisten der Geschädigten in Deutschland und sind oftmals seit Jahrzehnte Bürgerinnen und Bürger deutscher Städte und Gemeinden. Eine Sichtweise, die wieder einmal ein bezeichnendes, trübes, Licht auf den Stand der Integration von Migranten in unserem Lande wirft. Doch, so die Autorin, sind umgekehrt auch die Betroffenen selbst gegenüber recherchierenden Journalisten nicht sonderlich auskunftsfreudig. Cornelia Uebel gewann den Eindruck, man wolle “die Sache” lieber unter sich klären. Schließlich ist die Scham, gerade der Muslime, über den erlittenen Betrug und die damit verbundene Schmach verständlicherweise über die Maßen groß. Zumal für sie Spenden Regel und religiöse Pflicht zugleich ist. “Deniz Feneri” schien vertrauenswürdig. Das Vertrauen ist nun verspielt. Am vergangenen Sonntag sendete der WDR “Cosmo TV” und den Beitrag zum Skandal um “Deniz Feneri”. (Wiederholung im WDR-Fernsehen morgen, am 17. Juni 2008, 13.30 – 14.00 Uhr)
Waren “Deniz Feneri” und TV – “Kanal 7″ Komplizen im Abzocken?
Wie die Zeitung “Evrensel” bereits im April 2007 herausfand, besteht augenscheinlich zwischen “Deniz Feneri” und dem 1993 auf Initiative des türkischen Ministerpräsidenten Necmettin Erbakan gegründeten Fernsehsenders Kanal 7. Das Startkapital betrug damals 100 Mrd. Türkische Lira. Die Redaktion von “Evrensel” konnte nachweisen, “dass der Geschäftsführer von ‘Kanal 7 Int’ inEURopa, Mehmet Gürhan, gleichzeitig der Vereinsvorsitzende von “Deniz Feneri e.V. war. Vermutet wurde, dass “Deniz Feneri” den TV-Kanal mit finanzierte. Die Verantwortlichen des Senders bestritten jedoch, Geld vom Verein erhalten zu haben. Fakt ist aber, dass Kanal 7 gutgläubige Zuschauer mit “herzerweichenden Szenen” (Evrensel) und wieder und wieder abgespulten Werbeblöcken zum Thema “Deniz Feneri e.V.” quasi weichkochte, um sie zum fleißigen Spenden zu motivieren. Evrensel: “Um den Geldstrom aufrecht zu halten, wurden exemplarisch die Bedürftigen in der Türkei und die Hilfsleistungen unter der gleichnamigen Sendung “Deniz Feneri” in Szene gesetzt. Die Sendungen und Werbeblöcke wiederum wurden “Deniz Feneri e.V. in Rechnung gestellt.”
Trauriges Kapitel Spendengeschichte
Ein trauriges Kapitel Spenden-Geschichte. Ein weithin ausstrahlendes Leuchturm-Projekt für die Armen und Hilfsbedürftigen wollte “Deniz Feneri e.V. sein. Nun erweist sich, dass dieser “Leuchtturm” tief in ein schmutziges Gestrüpp von Lüge und Betrug verstrickt ist, Darüberhinaus droht der Spendenverein diesen Namens nun auch noch im selbst geschaffenen kriminellen Morast und damit womöglich in der Bedeutungslosigkeit zu versinken.
Lieber Autor,
das ist ein rein muslimisches Problem!
Wahrscheinlich darf hinterher wieder der deutsche Steuerzahler für die Schadenswiedergutmachung durch unsere Bundesregierung bezahlen!
Am besten wäre es, wenn sich die muslimischen aka türkischen Vereine auf ihre Authenzität von deutschen Behörden prüfen lassen würden (wie beispielsweise die Caritas oder Brot für die Welt). Dann kann jeder sehen, ob dies eine vertrauenswürdigere Geldvernichtungsstelle ist, als das Geld für den nächsten Moscheebau zu spenden!
Lustig an der Sache finde ich diesmal nur die deutsche Reaktion. Warum haben die gewartet, bis das Kind im Brunnen lag, bevor sie reagierten? Hätten sie vorher zugegriffen, wäre niemand geschädigt worden. Und es war ja allgemein bekannt, das da was faul war. Nur das was wußte man noch nicht!
MfG