Spricht man mit Leuten, für die der Begriff Browser schon seit längerem kein Fremdwort mehr ist, so kann die Bemerkung, dass man Opera nutze und favorisiere, immer noch irritierte Blicke erzeugen. Der ewige Dritte auf dem Browsermarkt liegt in Statistiken seit längerem weit abgeschlagen hinter dem Internet Explorer und Mozilla Firefox. Der große Abstand erstaunt enorm, bedenkt man Schnelligkeit, Anpassungsfähigkeit und Aufgeräumtheit dieses Browsers.
Dennoch haben sich die Norwegischen Entwickler abseits des PC einen soliden Marktanteil erobert. Zahlreiche Handy-Hersteller sowie Nintendo sind von der Qualität der Software überzeugt und übernahmen Opera für ihre Systeme. Auf die neue Hauptversion des Browsers mussten Opera-Fans jedoch lange warten: Die erste Ankündigung zu Opera 9.5 gab es bereits Ende Juni 2007. Dann folgte Anfang September vergangenen Jahres eine erste Alphaversion. Im Anschluss daran erschienen zwei Betaausführungen von Opera 9.5, die Beta 2 kam im April 2008. Nun hat Opera die neue Version 9.5 zum Download freigegeben. Die Final unterstützt über 30 Sprachen und läuft unter Windows, Linux, Mac OS X, FreeBSD sowie Solaris. Mit der Vorstellung der neuen Version hat Opera das Rennen um die Freigabe einer neuen Programm-Variante gegen Mozilla Firefox ganz knapp gewonnen.
Die Entwickler haben die Rendering-Engine des Browsers komplett überarbeitet, was zu einer geringeren Speicherauslastung und mehr Geschwindigkeit führen soll.
Laut Hersteller bringt die neue Version gegenüber der Vorversion 9.2 eine rund 50 Prozent höhere Rendering-Geschwindigkeit. Da Opera schon zuvor in dem Ruf stand, der schnellste Browser zu sein, macht das Versprechen weiterer Geschwindigkeitserhöhung neugierig. Und in der Tat, das Programm startet immens schnell und die Zügigkeit des Seitenaufbaus steht in wohltuendem Kontrast zu anderen Browsern.
Zudem enthält Opera 9.5 neben diversen Bugfixes, neuen Tastaturkurzbefehlen und einer aufgefrischten Optik auch Optimierungen am User Interface. Die vielleicht wichtigste Neuerung des Browsers aber nennt sich Quick Find: Der Browser merkt sich nicht nur die URLs und Titel besuchter Webseiten, sondern auch deren Volltext. Tippt der Benutzer einen Begriff in die Adresszeile, so listet Opera alle besuchten Sites, die diesen enthalten. Opera Link speichert die Bookmarks und Speed-Dial-Websites des Desktop-PCs auf Wunsch auf einem Server bei Opera und synchronisiert sie mit anderen Desktop-Operas sowie mit dem Handy-Browser Opera Mini, der diese Funktion seit Version 4 unterstützt.
Darüber hinaus haben die Entwickler einen Schutz vor Phishing- und Malware-Attacken in den Browser integriert.
Die von Haute Secure, Netcraft und PhishTank mitentwickelte Technologie soll gefährliche Webseiten automatisch blockieren. Weitere Details der Neuerungen können Interessierte den jeweiligen Changelogs entnehmen.
“Opera 9.5 bildet den Höhepunkt einer zweijährigen Phase, in der wir unserer Community zugehört und unseren Browser um zusätzliche Funktionen nach ihren Wünschen erweitert haben”, sagt Opera-CEO Jon von Tetzchner. “Opera 9.5 ist schneller, schlanker und verschafft uns durch die neuartige und leistungsfähige Verschmelzung von mobilen und Desktop-Umgebungen gegenüber anderen Browsern einen klaren Vorteil.” Derweil arbeiten die Entwickler bereits an der nächsten größeren Opera-Version, die den Codenamen “Peregrine” (Wanderfalke) trägt.
Obwohl die neue Version von den Anwendern bislang überwiegend positiv aufgenommen wurde, gab es auch Kritik. Eine der Befürchtungen war, dass die Veröffentlichung von Opera 9.5 zu schnell vorangetrieben wurde, um Mozilla zeitweilig das Rampenlicht zu stehlen. Wenn dem der Fall war, so war dieser Vorteil nur von geringer Frist. Die finale Version von Firefox 3 wird bereits am kommenden Dienstag, den 17. Juni, veröffentlicht.
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Opera hatte immer ganz tolle Ideen und war angeblich immer schneller, aber wirklich benutzt hat ihn bisher niemand, den ich kenne. Firefox hat einen Platz neben dem IE, zu Recht, aber Opera ist so ein Gallisches Dorf. Niemand braucht es wirklich, aber aufgeben will man auch nicht.