“Wir vereinen Geist, Körper und Seele”: Interview mit zwei Managertrainern

Andreas Philipp und Martin Lerchner gründeten zusammen das Philos Institut für ganzheitliche Führung. Sie wollen Führungskräften beibringen, was heute in der Businesswelt meist zu kurz kommt – ethisches und soziales Verhalten. Ein Interview. Herr Philipp, Herr Lerchner, Sie haben beide zusammen das Institut für ganzheitliche Führung gegründet. Warum war es

cimg.jpgAndreas Philipp und Martin Lerchner gründeten zusammen das Philos Institut für ganzheitliche Führung. Sie wollen Führungskräften beibringen, was heute in der Businesswelt meist zu kurz kommt – ethisches und soziales Verhalten. Ein Interview.

Herr Philipp, Herr Lerchner, Sie haben beide zusammen das Institut für ganzheitliche Führung gegründet. Warum war es nötig dieses Institut ins Leben zu rufen?
Um die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts meistern zu können, brauchen wir Führungskräfte, die auf mehreren Ebenen herausragend und vorbildlich sind. Neben den klassischen Managertugenden geht es heutzutage immer mehr um den Umgang mit ethischen, sozialen, ökologischen, ja eben ganzheitlichen Fragen.

Das Philos® Institut für ganzheitliche Führung [IGF] greift diese Realität auf und lädt seine Kunden und Partner in einer immer komplexeren und instabileren Welt ein, gemeinsam an funktionierenden, möglichst praxisnahen Lösungen zu arbeiten.

Wen wollen Sie damit ansprechen und welchen Mehrwert bieten Sie für Ihre Kunden? Worin liegt Ihr Alleinstellungsmerkmal?

Das Philos®-IGF basiert auf einer Geisteshaltung der universellen Verbundenheit bei gleichzeitig großer Bodenständigkeit, was unsere Produkte und Dienstleistungen betrifft. Das ist einzigartig – auf alle Fälle im deutschsprachigenEURopa.

Wir vereinen Geist, Körper und Seele und stellen eine Verbindung zwischen beruflichen, privaten und spirituellen Fragen her. Der wertschätzende und kontinuierliche Dialog mit unseren Kunden ist dabei die Basis unseres gemeinsamen Erfolgs.

Ansprechen möchten wir alle Führungskräfte, Projektmanager aber auch Wissensarbeiter, die erste [Lebens-]Erfahrungen gesammelt haben und gleichsam bereit sind, eigene Denkmuster zu hinterfragen und Neues offen aufzunehmen.

“Erst wenn wir diese gesamte Fülle in uns integrieren, können wir als Menschen wirklich erfolgreich sein.”

Was bedeutet in diesem Zusammenhang ganzheitliche Führung?
Unter ganzheitlich verstehen wir, sowohl fachliche Inhalte, die jeder Leader des 21. Jahrhunderts kennen und können sollte. Als auch möchten wir Führungskräften Inspirationen geben, wie sie ein balanciertes Leben – Beruf, Privates, Gesundheit, Lebens-Sinn – führen können. Dabei sind wir mit Vordenkern und Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen vernetzt.In einem 3-Tages Seminar am Philos®-IGF erhalten Sie z.B. sowohl eine solide Grundausbildung, um im Führungsalltag zu bestehen, als auch bieten wir Ihnen Zugänge unterschiedlichster Art, um Geist, Körper und Seele als eine Einheit weiterentwickeln zu können. Erst wenn wir diese gesamte Fülle in uns integrieren, können wir als Menschen wirklich erfolgreich sein.

Das Institut hat zwei Köpfe. Wie erfolgt hier die Rollenverteilung?
Martin Lerchner ist der operative Geschäftsführer und Ansprechpartner für alle Belange rund um das Businessmodell, das hinter dem Institut steckt. Andreas Philipp darf als akademischer Kopf gesehen werden. Gemeinsamen zeichnen wir für die Vision, Strategie und die angebotenen Inhalte des Philos®-IGF verantwortlich. Der “dritte Kopf” ist Heike Pfisterer – sie managt das Office und hilft unseren Kunden und Partnern bei praktisch allen organisatorischen Fragen weiter.

Die wirkliche “Power” des Philos®-IGF steckt aber in unserem sehr breiten und gleichsam engen Netzwerk. Bereits heute sind wir mit gut zwei Dutzend Wissenschaftlern, Trainern, Beratern, [Interims]-Managern und Unternehmern im Dialog. Diesen Pool bauen wir kontinuierlich aus – es ist das Herz des Philos®-IGF. Dabei ist es uns sehr wichtig, genau dieses Miteinander zu pflegen. Im Zentrum steht die “ethische” Gesinnung jedes Einzelnen. Integrität, Selbstverantwortung, Fairness, Wille zur Spitzenleistung, Win-Win-Denken und gesellschaftliche Verantwortung sind für uns die Wurzeln einer Zusammenarbeit.

“Wir möchten Menschen und Organisationen weiterentwickeln, die auch dort nachhaltige Lösungen finden, wo andere noch nicht einmal das Problem erkannt haben.”

Die nachwachsende Managergeneration absolviert heute einen MBA. Was bieten Sie, was ein MBA nicht hat?
Das können Sie nicht miteinander vergleichen. Ein MBA [qualitativ hochwertig vorausgesetzt], bildet Manager aus; d.h. Menschen, die relativ viel Methoden-, Tool- und bestenfalls auch Problemlösungswissen abrufen können. Diese Eliten sind notwendig, um bestehende Organisationen zu “managen”.

Was wir im 21. Jahrhundert jedoch brauchen, sind Haltungseliten, die selbstverständlich das “Handwerkszeug” jedes guten Managers beherrschen, aber deren Horizont weit darüber hinausgeht. Die “Business-Helden” im Jahre 2010 sind nicht mehr die “Stahlbarone”, Konzernlenker oder Börsengurus des 20. Jahrhunderts.

Die neue Elite ist eher vom Schlag eines Muhammad Yunus, Nobelpreisträger und Gründer der Grameen Bank, India, die mit Mikrokrediten bereits vielen Millionen Menschen die Basis für ein selbstbestimmtes [Über-]Leben ermöglicht hat und dennoch äußerst profitabel wirtschaftet. Das sind unsere Vorbilder am Philos®-IGF.

Wir möchten Menschen und Organisationen weiterentwickeln, die auch dort nachhaltige Lösungen finden, wo andere noch nicht einmal das Problem erkannt haben.

Zentrales Thema bei Ihrem Institut ist der Philos® Pfad mit den neun Stationen erfolgreicher Führung. Worum geht es dabei?
Der Philos®-Pfad mit seinen neun Stationen bietet eine Landkarte für die moderne Führungskraft.Er integriert alle, heutzutage wichtigen Managementthemen und bildet somit die Grundlage für strukturierte und dennoch situativ sehr flexible Coaching-, Team- und Strategieentwicklungsprozesse. Dabei liegt uns vor allem die Umsetzung und nachhaltige Verankerung im [Unternehmens-]Alltag am Herzen.

“Im richtigen Moment Schweigen gehört, neben Zuhören, zu den wichtigsten Fähigkeiten von echten Leadern.”

Derzeit ist der Parteichef der SPD, Herr Beck, in der Kritik. Die eigentliche Chefin der SPD wäre mittlerweile Frau Nahles, seine Stellvertreterin. Was macht Herr Beck falsch? Was würden Sie ihm raten?
Ich habe es mir abgewöhnt, jemanden einen Ratschlag zu geben, der mich nicht darum bittet. Sie wissen ja, was für den einen ein “Rat”, ist für den anderen ein “Schlag”. Ich gehe nicht davon aus, dass Herr Beck mich um Rat fragt – also halte ich es mit der Empfehlung des Dalai Lama und schweige.

Im richtigen Moment Schweigen gehört übrigens, neben Zuhören, zu den wichtigsten Fähigkeiten von echten Leadern. Das unterscheidet diese von vielen selbsternannten Business-Heroes. Wenn Sie sich die Führungskräfte wirklich nachhaltig erfolgreicher Unternehmen ansehen [das sind die, von denen man nicht jeden Tag in der Zeitung liest], dann stellen Sie eine erstaunliche Gemeinsamkeit fest. Es handelt sich, was die eigene Person betrifft, um eher zurückhaltende Menschen, die ihre volle Energie in den Dienst der Sache stellen.

Das Ziel der echten Leader liegt immer im langfristigen Überleben und Wachsen dieser Organisationen, die jenen für eine gewisse Zeit anvertraut wurden.

In der Politik sehe ich diesbezüglich keine Leader – ob sie nun Beck oder Nahles heißen, der SPD oder einer anderen Partei angehören. Die Antworten und Strukturen der politischen Klasse passen leider nicht mehr zu den Fragen der heutigen Zeit.

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