Die deutsche Elf schoss bei der Fußballeuropameisterschaft gegen Portugal die Klagen furt und die Fußball-Welt hat sich wieder einmal die Augen gerieben. Die Mannschaft, die gegen Kroatien und Österreich von Gruppenspiel zu Gruppenspiel stolperte, war im Viertelfinale nicht wieder zu erkennen. „Schweini-geil“ findet „Bild“, was gestern Abend in Basel geschehen ist.
Dieses Boulevardblatt lieferte in der heutigen Ausgabe aber auch die ersten Indizien für einen Doppelgänger-Skandal: „Lehmann: Frau kippte im Stadion um.” Ein Notarzt habe sich um sie nach dem Schlusspfiff gekümmert. Die Aufregung sei für sie zu groß gewesen. Als die Mannschaft mit den Fans den 3 : 2-Sieg gegen Portugal gefeiert habe, habe Conny Lehmann in Block A, Reihe 5, „quer auf den Sitzen“ gelegen.
Weitere Anhaltspunkte
Weitere Anhaltspunkte für einen Doppelgänger-Skandal veröffentlichte „Bild“ im Spielbericht. Das sind die verräterischen Bildunterschriften: „Löw im Sankt-Jakob-Park: Teammanager Oliver Bierhoff zeigt dem Bundestrainer, wo her hin muss“ und „Halbzeit: Löw atmet in der VIP-Loge erst einmal durch.“
Dafür wird er seine Gründe gehabt haben wie Conny Lehmann für ihren Schwächeanfall. Schon im Mannschaftsbus muss dem Bundestrainer aufgefallen sein, dass die Spieler, die zu ihm in den Bus gestiegen sind, zwar eine gewisse Ähnlichkeit mit den Männern hatten, die mit ihm nach Klagenfurt und Wien fuhren, aber sonst ganz anders drauf waren: entschlossen, frohen Mutes und gar nicht kleinlaut.
Bierhoff verhindert nähere Betrachtung
Klar, dass er sich nach der Ankunft im Sankt-Jakob-Park davon überzeugen wollte, ob er es mit dem gleichen Team zu tun hatte wie in der Gruppenphase, doch Oliver Bierhoff verhinderte jede nähere Betrachtung und schickte den Bundestrainer schnurstracks in die VIP-Loge. Hinterher sagte Joachim Löw laut „Bild“: „Man sieht einiges von oben sehr gut – aber die Distanz war nervend.“
Verständlich. Denn von oben ist es dem Bundestrainer offenbar wie Schuppen von den Augen gefallen: Gegen Portugal spielten andere Leute als gegen Kroatien und Österreich. Das begriff auch Conny Lehmann – aber erst nach dem Schlusspfiff, als die Mannschaft immer näher kam, um den Erfolg zu feiern. „Mann“, dachte sie da, „so kenne ich meinen Jens ja gar nicht.“ Und schon lag sie „quer auf den Sitzen“.
1974 haben sie es ähnlich gemacht. In Hamburg gab es sogar eine Niederlage gegen die DDR, das Turnier beendeten sie dennoch als Weltmeister. Auch am 29. Juni 2008 in Wien könnte Holland der finale Gegner sein. Marco van Basten sollte seinem Team für diesen Fall einschärfen: „Diese Doppelgänger beherrschen auch den Doppelpass.“
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