Medwedew hat Angst vor dem Umwelt-GAU

Der russische Präsident Dmitri Medwedew legt sein Augenmerk verstärkt auf den Umweltschutz. Die großen Umweltprobleme des Landes seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit und könnten Teile des Riesenreiches in 30 Jahren unbewohnbar machen, sagte der Nachfolger von Wladimir Putin am Wochenende. “Unser Land befindet sich in einem Zustand der

medwedew.JPGDer russische Präsident Dmitri Medwedew legt sein Augenmerk verstärkt auf den Umweltschutz. Die großen Umweltprobleme des Landes seien eine Gefahr für die nationale Sicherheit und könnten Teile des Riesenreiches in 30 Jahren unbewohnbar machen, sagte der Nachfolger von Wladimir Putin am Wochenende.

“Unser Land befindet sich in einem Zustand der Bedrohung. Wenn wir uns jetzt nicht darum kümmern, könnten Teile unseres Territoriums in 10, 20, 30 Jahren unbewohnbar sein”, so Medewedew auf einer Stippvisite nach St. Petersburg, die live vom russischen Fernsehen übertragen wurde. Nach der insgesamt schwierigen postsowjetischen Umbruchphase der 90er Jahre sei es nun an der Zeit, sich dieses Themas anzunehmen. “Ökologe ist eine Frage der nationalen Sicherheit”, so Medwedew weiter.

Energieeffizienz vorantreiben

Detailliert ging der 42-Jährige nicht auf ihn umtreibende Umweltprobleme ein, er erwähnte aber die gefährdeten Frischwasserreserven im Norden des Landes und im Baikalsee. Zuvor hatte Medwedew schon Maßnahmen angekündigt, um den Energieverbrauch Russlands bis 2020 um 40 Prozent zu senken – diese Vorgaben sind allerdings an das Bruttoinlandsprodukt gekoppelt. Jedes weitere Prozent Wirtschaftswachstum soll also auf eine wesentlich energieeffizientere Art und Weise erreicht werden.

Dazu könnte auch Umwelttechnik aus Deutschland beitragen. Russland habe großes Interesse an moderner Umwelttechnologie für Abwasseranlagen, Müllentsorgung und die Sanierung von Industrieanlagen, bestätigte Umweltminister Sigmar Gabriel am Rande seiner zweitägigen Russlandreise Mitte Juni. “Umwelt- und Energietechnologien aus Deutschland können einen großen Beitrag dazu leisten, die Energie- und Ressourcenintensität der russischen Wirtschaft deutlich zu reduzieren”, so Gabriel.

Atomwaffenrückstände und schmelzender Permafrost

Vor allem die russische Schwerindustrie und die zahlreichen Kohlekraftwerke sind für einen beträchtlichen Teil der landesweiten Emissionen verantwortlich. Auch machen Wissenschaftler Rückstände von Atomwaffen, das Abschmelzen des Permafrostbodens und den Klimawandel für die Umweltprobleme des Riesenreiches verantwortlich. Ein weiteres Problem: die fortschreitende Abholzung der riesigen russischen Wälder. Anfang des Jahres hatte auch der damalige Präsident Putin schon eine umweltpolitische Neuausrichtung angekündigt.

(S.W.)

Photo Quelle/ Copyright: World Economic Forum, cc creative commons, via flickr

Klimawandel: Permafrost & Methan
[youtube AmmtSj7hZGc]

Kommentare

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  1. Ach. Na, das scheinen ja völlig neue Erkenntnisse für die Russen zu sein. Öfter mal den Vodka aus dem Kopf lassen …