„May I help you“?, sagt der Herr und packt auch gleich zu. Packt den schweren Koffer der Dame und schleppt ihn zum Schalter. Madame, sichtlich und sprichwörtlich erleichtert, sagt: „Toda, are you Israeli?“ Der Herr lächelt – und schweigt.
Genf, Flughafen, Check-In. Madame fliegt „El Al“ zurück nach Israel. Was sie nicht gesehen hat: Der hilfreiche Herr steht zwar in der gleichen Schlange an. Er fliegt allerdings nicht nach Tel Aviv, sondern Mid Eastern Airways;und die fliegt nach Beirut. Der Libanese hat also der Israelin ohne grosses hin und her geholfen.
Als ich ihn anspreche, was von „small steps“ und so labere, schweigt er verlegen. „Why shouldn’t I help an Israeli Lady?â€, fragt er wohl mehr sich selbst als den nervenden Frager.
Am Gate stehen dann die „El-Al“-Maschine und der silbergraue Vogel von „Qatar Airways“ Seite an Seite; die arabische und die israelische Crew sehen sich aus den Fenstern an. Der Mann hinter der Kaffee-Bar im Gate erzählt von „lustigen Gesprächen“ zwischen den verschiedenen Crews, „die haben’s immer ganz nett miteinander“.
In Tel Aviv dann ein Blick in die Zeitung: Carla Bruni und ihr französischer Präsident sind in Israel und machen Headlines, ein wohl doch nicht zustande kommender Gefangenaustausch mit der libanesischen Hezbollah, die Trainings der israelischen Luftwaffe für einen angeblichen Angriff des Iran, der “sinnlose Waffenstillstand” im Gaza-Streifen. Das sind die Schlagzeilen, die den Israelis vorgesetzt werden – War da was, womöglich gar kleine Schrittchen vorwärts?
In meinem Büro angekommen, eine weiterer Hinweis auf die Realität vor Ort: ein Bild von Ehud Olmert ist von der Wand gefallen – der Mann ist echt nicht mehr haltbar.
Welcome back, Mister Marty.
Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.
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