Podolski macht den Hrubesch: Schweini Flanke – ich Kopf – Tor

Basken und Katalanen sträuben sich zwar weiter dagegen, dass die spanische Nationalhymne einen Text bekommt, aber eine tolle Fußballmannschaft haben sie während derEURo 2008 bei jedem Spiel auf den Rasen bekommen. Damit wäre wieder einmal bewiesen, dass Fußball etwas Verbindendes hat. . Wie sehr das auf die Spanier zutrifft, haben

190270398_9ba8370d7a.jpgBasken und Katalanen sträuben sich zwar weiter dagegen, dass die spanische Nationalhymne einen Text bekommt, aber eine tolle Fußballmannschaft haben sie während derEURo 2008 bei jedem Spiel auf den Rasen bekommen. Damit wäre wieder einmal bewiesen, dass Fußball etwas Verbindendes hat.

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Wie sehr das auf die Spanier zutrifft, haben die Russen am eigenen Tornetz erfahren. Achtmal rauschte der Ball bei diesem Turnier in ihre Maschen, sieben Mal geschah das gegen den heutigen Finalgegner der deutschen Nationalelf.

Mit ihrer Spielweise sind die Spanier in die Favoritenrolle geschlüpft, doch das gefällt Ramos, Senna, Iniesta und Torres gar nicht. Dem Team von Luis Aragonés wäre es lieber, wenn es so geblieben wäre wie es vor derEURo 2008 gewesen ist.

Vom Geheimfavoriten zum Favoriten

Da zählten Experten die Spanier lediglich zu den „Geheimfavoriten“ – und die sind meistens nicht weit gekommen. Doch im Fußball ist es ganz einfach: Wer so auftritt wie diese Mannschaft, wird vor der wichtigsten Begegnung von jedem Versteckspiel ausgeschlossen.

Auch Senna soll sich im Finale nicht verstecken, er soll vor der spanischen Abwehr weiter so dazwischen gehen wie bisher. Denn als Erfolgsrezept gegen Spanien werden im deutschen Quartier Standards gehandelt und der 31-Jährige hat sich bereits mit 14 Fouls als harter Brocken erwiesen. Zwei oder drei derartige Regelverstöße dürfen nach Auffassung von Joachim Löw in Wien durchaus dazu gekommen. Dann könnte es so enden wie 1980 in der 88. Minute gegen Belgien: „Kaltz Flanke, ich Kopf, Tor.“ Viel mehr als Hrubesch seinerzeit hätte auch Lukas Podolski nicht zu sagen: „Schweini Flanke, ich Kopf, Tor. Jetzt wird gefeiert.“ Dann ist wieder alles Banane…

Einer ist heute Abend bei den Festvorbereitungen auf dem Wiener Rasen vielleicht wieder nicht dabei: Michael Ballack, der sich bei der WM 2002 im Halbfinale per Notbremse aus dem Turnier verabschiedet hat, und 2006 das Endspiel verpasste, weil die Italiener stärker waren, ist auf der Verletztenliste gelandet. Seit ein paar Stunden zwickt es den 31-Jährigen an der Wade. Ob er auflaufen kann, entscheidet sich erst kurz vor dem Spiel.

Ballack-Ausfall eine Katastrophe?

Einige sprechen da schon von einer „Katastrophe“ und vergessen dabei, dass es sich bei Fußball immer noch nur um ein Spiel handelt. Wer das nicht vergisst, sorgt für tolle Szenen, die es bei derEURo 2008 schon oft gegeben hat. Über die schönen vor, während und nach dem Spiel gegen die Türkei wundern sich viele Politikerinnen und Politiker immer noch. König Fußball ist eben meistens ein besserer Herrscher als all diese Frau- und Herrschaften an den Schalthebeln der politischen Macht, die viel zu oft übereinander und nicht miteinander reden.

Einer bleibt sich da besonders treu: Finanzminister Peer Steinbrück. Der tippt auf einen 3 : 1-Sieg der Spanier. Ist der nicht schon unbeliebt genug?

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Photo: architekt2, Lizenz: cc creative commons 2.0 – Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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