Die Körper der Nationalelf gehören zu den Ausnahmen in Deutschland. Die Deutschen sind zu dick. Und zwar so sehr, dass die Bundesregierung nun mit einem “Nationalen Aktionsplan” für bessere Ernährung und Gesundheitsaufklärung aufwartet.
“Deutschland bietet gute Voraussetzungen für gesundes Leben”,heißt es in dem Aktionplan. Weiter ist in diesem Bericht zu lesen, dass jeder Bürger in der Lage sei, sich gesund zu ernähren und ausreichend zu bewegen. Soweit so gut. Und trotzdem sind rund zwei Drittel der deutschen Männer und die Hälfte der deutschen Frauen übergewichtig. Bei Kindern und Jugendlichen liegt die Quote bei etwa 15 Prozent. Das Ziel der Bundesregierung lautet daher: Übergewicht und ernährungsbedingte Krankheiten bis 2020 deutlich zu reduzieren. Und alle sollen mit anpacken. Die Regierung will ihr Ziel durch Vereinbarungen mit Ländern, Kommunen, Verbänden und natürlich der Wirtschaft erreichen. Der Haken: Es handelt sich um freiwillige Vereinbarungen.
Darüber hinaus ist anzunehmen, dass auch unterschiedliche Interessen verfolgt werden.
Nicht ohne Grund wird eine geplante Nährwertkennzeichnung seit Monaten hart umkämpft. Von Gesundheitsexperten und Verbraucherschützern wird eine farbliche Kennzeichnung bestimmter Inhaltsstoffe empfohlen. Nahrungsmittel sollen nach einem Ampelsystem gekennzeichnet werden. Mithilfe der Farben grün (niedrig), gelb (mittel) und rot (hoch) sollen die Verbraucher schnell und einfach erkennen können, was sie zu sich nehmen. Die Industrie lehnt diesen Vorschlag ab. Begründung: Bestimmte Lebensmittel würden diskriminiert. Diese Argumentation ist durchaus einleuchtendend, wenn man bedenkt, dass Produkte – sei es” Kellog’s”, “Du-darfst” und viele weitere – Zuckeranteile haben, die durchweg viel zu hoch sind.
Man einigte sich stattdessen auf das sogenannte GDA-System (Guideline daily amount). Dieses gibt den Nährwert bezogen auf Portionsgrößen an. Allerdings ist dieses System mit diversen Unübersichtlichkeiten gespickt. Je nach Hersteller werden unterschiedliche Portionsgrößen verwendet. Ein Vergleich zwischen den verschiedenen angebotenen Nahrungsmitteln wird daher schwierig und undurchsichtig.
Auch von wissenschaftlicher Seite werden die Pläne von Industrie und Minister angegriffen und kritisiert. Menschen, die sich gesundheitsbewusst ernähren wollen, greifen oft zu Wellness- und Fitnessprodukten. Aber wie viel Wellness und Fitness in diesen Produkten tatsächlich steckt, hat die Organisation “foodwatch” untersucht: “Das Kennzeichnungssystem der Wirtschaft verschleiert den wahren Nährwert von Lebensmitteln, während die Ampel Zucker- und Kalorienbomben entlarvt.”
Verbrauchern, die sich bewusst und gesund ernähren wollen, werden also Steine in den Weg gelegt und in die Irre geführt.
Seehofer, der bisher immer dem freiwilligen Kennzeichnungssystem den Vorzug gegeben hat, beugte sich nun dem Ergebniss einer Umfrage, die sein Ministerium initierte: Die Verbraucher fordern eine eindeutige farbige Kennzeichnung der Nahrungsmittel. Der Verbraucherschutzminister will diese nun auf freiwilliger Basis einführen. Auf EU- Ebene sei eine solche Kennzeichnung durchaus vorstellbar. Allerdings ist eine solche Absicht nicht im Entwurf des “Nationalen Aktionsplans” vorgesehen. Dort ist nur ganz offen folgendes formuliert: “Das Verbraucherschutzministerium erarbeitet derzeit einen Leitfaden zur erweiterten Nährwertinformation auf verpackten Lebensmitteln, um die Verbraucherinformation über Nährwerte zu verbessern und den Verbraucher die Lebensmittel im Sinne einer gesunden und ausgewogenen Ernährung zu erleichtern.”
Möchte sich der Verbraucherschutzminister Seehofer etwa ein Hintertürchen offen halten, um seine Präferenz möglicherweise durchzusetzen? Das könnte schwierig werden, da auch Bundesrat und die Länder sich für eine aussagekräftige und eindeutige farbliche Kennzeichnungen der Nahrungsmittel ausgesprochen haben.
Dass Seehofer trotzdem an seinem Vorschlag festhält ist verwunderlich. Rein spekulativ könnte sich der Sachverhalt folgendermaßen erklären: Der Verbraucherschutzminister stimmt sich mit dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) ab. Als einem der einflussreichsten Verbände Deutschlands steht dem BLL Theo Spettmann als Präsident vor. Im wahren Leben ist Herr Spettmann Vorstandschef der Südzucker AG. Mit einem bisherigen Umsatz von etwa sechs MillionenEURo jährlich, würde dieses Unternehmen natürlich Einbußen hinnehmen müssen, sollten sich die deutschen Verbraucher gesünder ernähren.
Die vom Schlankheitswahn befallenen Politiker sollten zuerst bei sich selbst anfangen. Wie wäre es mit einem Diätenverzicht bis sie alle wieder Normalgewicht haben. (Also wenn die überflüssigen Pfunde bei Ulla Schmidt, Peer Steinbrück, Frank-Walter-Steinmeier, Struck und anderen, endlich gepurzelt sind.)
Einige unserer Bundespolitiker stehen so gut im Futter, daß ich mir da echt Sorgen mache. Die sind zum Teil so fett, daß das Hirn nicht mehr richtig durchblutet wird und deshalb nicht arbeitsbereit ist.
Was hier im Besonderen bedeutet, eine Faulheit, die auch noch gut bezahlt wird, auf Kosten des steuerzahlenden Bürgers. Genau solche faulen Leute solte Hartz IV wieder zum Arbeiten anregen. Aber an unseren Politikern ging der Krug vorbei.
Ich fordere also, wenn die mit ihrem Schlankheitswahn schon unser ganzes Volk zugrunde richten, daß sie es dann wenigstens mit Hartz IV tun – und nicht mit 5stelligen Diätenbeträgen, die unrechterweise verlangt werden!
MfG