Black Public Relations im Web bekämpfen

- Screenshot “Fight the Smears”
Das Internet unterscheidet nicht zwischen Wahrheit, Halbwahrheit und Lüge. Es transportiert Informationen, verteilt diese global und in Echtzeit. Das meinungsbildende Web 2.0 wirkt dazu bei sensationellen Meldungen als Durchlauferhitzer. Eine existenzbedrohende Tatsache für Unternehmen, Organisationen und Personen. Wie mit gezielter Verleumdung und Desinformation, den häufigsten Formen von Black PR (Public Relations) umzugehen ist, zeigt in zugespitzer Form der laufende Präsidentschaftswahlkampf in den USA.
Um das zeitlich begrenzte Wohnrecht im Weissen Haus wurde noch nie - oder zumindest in den vergangenen 150 Jahren - mit Samthandschuhen gerungen. Verleumdungen und gezielt gestreute Falschmeldungen gehörten schon immer dazu. Doch inzwischen muss man nicht mehr einen Redakteur bei der New York Times kennen, um eine Nachricht effektiv in Umlauf zu bringen.
Es ist dank Technorati und Google Blogsearch gar nicht so schwer Blogger zu finden, die negative Meldungen über den politischen Gegner dankbar aufnehmen. Ein Hinweis im Kommentar hier, eine Email mit angeblichen Beweisen dort, das ganze in News Communitys gehypt und schon raschelt es im digitalen Blätterwald. Schlimmstenfalls greifen Rundfunk und Druck-Presse das Thema auch noch auf. Um diesen Worst Case zu verhindern, heisst es schnell zu reagieren, eindeutige Gegenbeweise zu präsentieren und die Verursacher bloß zu stellen.
Neutralisierung von Black PR
Noch legen die beiden verbliebenen Kandidaten den Schwerpunkt auf die traditionellen Medien, auch wenn es um die Bekämpfung von Black PR geht. Allerdings ergänzt der demokratische Bewerber Barack Obama - zwar zeitverzögert und etwas zaghaft, aber immerhin - seine Kampagne um eine Onlinekomponente: Zum ersten Mal gibt es mit Fight the Smears ein offizielles Portal, das ausschließlich für die Neutralisierung von Black PR konzipiert wurde.
Der Wahlkampfstab von Obama hat mit der Seite fast alles richtig gemacht, beispielsweise kann die die Wahrheit ganz einfach via Emailformular auch Freunden und weniger Bekannten mitgeteilt werden. Was fehlt ist die Möglichkeit mittels RSS immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Der durchaus bewährte Emailverteiler reicht alleine nicht mehr aus. Auch wird auf dem Portal nicht auf alle verleumderischen Angriffe eingegangen. Vielleicht steckt dahinter die Befürchtung, diese Fakten erst einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, vielleicht ist aber auch fehlendes Vertrauen in das Medium der eigentliche Grund. Jedenfalls ist es eine völlig falsche Einschätzung, denn es ist einfacher eine Kerze auszublasen, als einen Flächenbrand zu löschen.
Eine sehr schwerwiegende Antwort auf die Frage, warum es denn eine möglichst zeitnahe Reaktion so dringend geboten sein soll, heisst Google. Kaum ein Journalist der nicht die führende Suchmaschine (oder eben Yahoo!, die Nummer 2) für seine Recherchen nutzt. Hier muss sich als erstes Suchergebnis die eigene Sicht der Dinge stehen. Notfalls müssen Anzeigen geschaltet werden, die bei der Suche nach den entsprechenden Begriffen eingeblendet werden. Meist ist dann die Recherche für den Journalist beendet, weil eben kein Skandal existiert.
Was - vor allem Unternehmen und Organisationen - aus der Beobachtung der US-Wahlkampfschlacht mitnehmen können:
- Beobachten, in welchem Zusammenhang der eigene Name genannt wird.
- Schnell reagieren und unanfechtbare Beweise vorlegen, ggf. den Verursacher bloß stellen.
- Kein Thema unterschätzen.
- Die eigene Sicht der Dinge in den Suchmaschinen positionieren
Die Abwehr von Black PR, hier im Artikel beschränkt auf Verleumdung und Desinformation, ist ein unterschätztes Thema - bis man selbst davon betroffen ist.











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Earaendil
Ich bin einfach nur schockiert über einen solchen “Artikel”….MENschen wie sie,sind der Grund ,warum auch bei uns bald das Net zensiert sein wird.Wer sich nichts vorzuwerfen hat,braucht auch keine Angst vor falscher Presse zu haben.Und noch leben wir in einer Zeit IN DER JEDER SAGEN UND MEINEN KANN WAS ER WILL!
Matthias Süß
Jeder darf seine Meinung sagen; alles andere ebenfalls, straffrei aber nur solange man diese “Wahrheit” auch beweisen kann. Ausserdem geht es in diesem Artikel nicht um Meinungsfreiheit, sondern um handfeste Angriffe auf das Ansehen von Menschen, Unternehmen bzw. Organisationen allgemein.
Andreas E.
Ich wurde in dem einen Jahrzehnt, in dem ich mich schon im Internet herumtreibe, mit schöner Regelmäßigkeit Opfer diverser Rufmordkampagnen. Folgendes habe ich dabei gelernt - und gebe dieses Wissen auch offen weiter:
1. Niemals auf solche Lügengeschichten mit Rechtfertigungskommentaren oder Rechtfertigungsartikeln in den eigenen Blogs reagieren! Niemals auch nur irgendeine Reaktion zeigen, die von dem Black-PR-ler als Schwäche ausgelegt werden kann.
2. Bei den eigenen politischen und soziologischen Ansichten bleiben. Egal, ob der Phantast sich dann ausmalt, daß er einen wegen Volksverhetzung oder anderer Sachen dran kriegen kann. Meistens ist es umgekehrt und die Anzeigenerstattung des Betreffenden ist dann auch sein eigener Freifahrtsschein in den Knast. (Habe ich mehrfach durchgetestet und es funktioniert - auch ohne, daß ICH Anzeige erstatten mußte.)
3. Unternehmen, die so mit Lügen überhäuft werden, sollten ihren Webspace (Server) kurzzeitig still legen und die eigene Homepage entsprechend überarbeiten. Aber man sollte als Unternehmen darauf achten, keine versteckten verbalen Drohungen im neuen Seitentext unterzubringen. Aber einen kleinen Hinweis auf die Seite, die die Lügen behauptet setzen und sich offen von den dortigen Aussagen distanzieren. Sorgt in 3/4 aller Fälle dafür, daß die Black-PR-Seite dicht gemacht wird.
4. Die betreffende Seite hier melden: http://www.internetvictims.de/ ! Dann ist nicht einmal Anzeige vonnöten, da der Personenkreis, der diese Seite managt, seine eigenen Methoden hat, um solche Rufmord- und Hetzseiten zu schließen. Selten wird ein Anwalt dazu gebraucht, meistens reicht eine förmliche Abmahnung dieses Vereins aus, damit die Seite geschlossen wird.
5. Immer ruhigen Kopf behalten - und über die verbreiteten Lügen ruhig lachen. Selbst wenn dabei die eigene politische Karriere auf Monate hinaus blockiert oder beendet wird, hat es doch den Vorteil, daß ein Black-PR-ler sich hier direkt als Faschist geoutet hat - was direkt nachweisbar ist - und über deren Meldung sich jede Polizeidienststelle freut - ohne Anzeigenerstattung!
6. Die Provokation auf den eigenen Seiten niemals beantworten, sondern ruhig Blut bewahren. Der Black-PR-ler kocht auch nur mit Wasser. Ihn mit einigen Bemerkungen dazu bringen, daß er sich selbst widerspricht, danach bedarf es keiner Anzeige mehr, um ihn selbst der Lächerlichkeit preiszugeben. Und ganz wichtig: In der Anfangszeit des Rufmords immer von der eigenen Seite auf die Hetzseite verlinken. Dann hört der Spuk sehr schnell wieder auf.
7. Sollte eine tätliche Bedrohung ausgesprochen werden (auf dieser Hetzpräsenz oder an dritter Stelle von Seitens des Black-PR-lers), unbedingt die Polizei informieren. Dies hat den Vorteil, daß die Polizei dann automatisch hinter der Person her ermittelt und gegebenenfalls im Namen des Volkes Anklage ergeht. Dann braucht man sich um nichts zu kümmern, sondern kann sich beruhigt zurücklehnen und sogar zur Gerichtsverhandlung erscheinen. (Habe ich dreimal gemacht, seitdem ist die Zahl der Belästigungen wider meine Person auf 3 zurück gegangen - und jene überlegen sich doppelt, welchen Müll sie über mich in die Welt setzen.)
An den vorhergehenden Kommentator:
Dies hat nichts mit Zensur zu tun. Zudem wurde die VDS unter Anderem genau deshalb eingerichtet, damit man solche Internetnutzer schneller und gezielter dingfest machen kann.
Ich selbst kenne so schon mehr als 10 Internetpräsenzen, die eigentlich geschlossen gehören, gegen die von Seitens der Polizei bereits ermittelt wird. Und so weit ich weiß, ergeht gegen 2 dieser Seiten demnächst Anzeige und Schließungsanweisung bis nach dem Prozeß. In einem Fall liegen mehr als 30 durchgeführte Rufmorde vor - gegen genauso viele Personen. Im anderen Fall sind es nur zwei, aber das reicht auch, um entweder ein Strafgeld zu kassieren und ein Verbot, eine Internetpräsenz zu führen (auch dies kann richterlich erlassen werden, nur müssen dazu ernsthafte Gründe vorliegen. Bloggerei allein reicht nicht aus.).
MfG
Giesebrecht
Zitat: “Allerdings ergänzt der demokratische Bewerber Barack Obama - zwar zeitverzögert und etwas zaghaft, aber immerhin - seine Kampagne um eine Onlinekomponente […]”
Aber: Kein anderer Präsidentschaftskandidat hat in der Geschichte das Internet und Social Networks wie Facebook und Myspace für die Mobilisierung so effektiv und alles andere als zaghaft genutzt wie Obama - allerdings wohl nicht für Black PR. Da hinkt doch McCain meilenweit hinterher.
s. z.B: http://www.zeit.de/2008/29/Mail-von-Obama-29
Andreas E.
@Geisenbrecht
Der vom Spiel Civilisation IV zum Schöpfer des Internets erkorene Al Gore hat bei seiner damaligen Präsidentschaftswahl das Internet sehr wohl für Black PR gegen seine Kontrahenten benutzt. Mit dem Erfolg, daß in Florida solange ausgezählt wurde, bis Bush Jr. Präsident wurde.
Allein wegen dieswer Kampagne haben die Programmierer von Civilisation IV Al Gore (der Mann, der den Klimawandel dem Menschen andichtet) zum Erfinder des Internets gemacht - eine Posse übrigens, die von sehr vielen VT-Seiten im Internet todernst genommen wird.
Al Gore war vor Obama da - und nutzte das Internet entsprechend. So ist auch bekannt, daß seine Leute an der internationalen Wikipedia unliebsame Texte über Senatoren, Gouverneure und Kongreßabgeordnete für ihn einstellten, damit die nicht mehr die Stimmungsmache für Bush betreiben konnten, wie vorher. Als es auffiel, wurden seine Untergebenen abgemahnt. Gore jedoch ging straffrei aus. Im Prinzip ist Gore nämlich der Erfinder der Black PR!
MfG
Siegfried Messidat
Leider verschwimmt die Linie zwischen recht und Unrecht. Vor allem das Bewusstsein für Unrecht ist bei vielen faktisch nicht mehr vorhanden. Solange man mit dem Anwalt nicht dagegen vorgeht, zählt bei vielen Menschen nur noch Ihre Meinung, obwohl sie nicht richtig ist oder derjenige gar nicht Möglichkeit einer objektiven Einschätzung hat. Ist dann die Meinung auch noch glaubwürdig, weil ja der …. oder der …. dies auch oder etwas ähnliches sagt , kann dies schnell zu Black Public führen.
Oftmals hat der Betroffene gar nicht die Möglichkeit zu reagieren.
Ein anderes Beispiel ist das Ausnutzen von bestimmten Situationen:
ich persönlich bin vor 5 Jahren in meine jetzigen Wohnort gezogen und wollte mir Kontakt aufbauen. Bei meinen ersten persönlichen Gesprächen, welche einige Tage nach dem Umzug statt fanden, sagte man mir dass die Meinung über mich sehr schlecht in diesem Ort sei und es schlecht für die Leute ist, wenn sie sich mit mir sehen lassen….
Black Public Relations im Web bekämpfen | HIRNHATZ
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