Die Scientology Church hat in den USA eine Millionenklage am Hals, Kläger ist das ehemalige Scientology-Mitglied Peter Letterese, in der Klageschrift taucht auch ein prominenter Name auf: Tom Cruise.
250 Millionen Dollar soll der von L. Ron Hubbard gegründete Verein wegen “permanenter Verfolgung und Belästigung” berappen. Bei seiner Klage beruft sich das Ex-Mitglied auf das Racketeer Influenced and Corrupt Organization-Gesetz.
Dieses Bundesgesetz ist 1970 in Kraft getreten und stellt jede Verletzung der US-Gesetze gegen Spielsucht, Mord, Entführung, Brandstiftung, Raub, Bestechung, Erpressung, Unterschlagung, Terror, Drogenhandel, Geldwäsche, Diebstahl, Fälschung, Betrug, Sklaverei und Behinderung der Justiz unter Strafe. Angewendet werden soll es aus Klägersicht jetzt auch auf die Scientology-Church, die von Peter Letterese als “Verbrechersyndikat” eingestuft wird.
Keine kriminelle Vereinigung
Das wäre in Deutschland unmöglich, hier zu Lande darf man diesen Verein beispielsweise nicht als “kriminelle Vereinigung” bezeichnen, Weltanschauungsbeauftragte der Kirchen bedienten sich deswegen eines Tricks und wiesen darauf hin, dass der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm 1995 über die Scientology Church gesagt habe: “Im vergangenen Jahr habe ich Scientology als das bezeichnet, was sie wirklich ist, eine verbrecherische Geldwäsche-Organisation, die unter dem Deckmantel der Religion ihre verblendete Ideologie weltweit verbreiten will und dabei vor nichts zurückschreckt.”
Tom Cruise ins Klageboot holt der Kläger mit dem Hinweis, der 46-jährige Schauspieler unterstütze den derzeitigen Scientology-Chef David Miscavage als “rechte Hand für nationale und internationale PR sowie für Lobbyarbeit im In- und Ausland.” Außerdem habe Cruise diesem Verein mit Stiftungen und Spenden in Höhe von zweistelligen Millionenbeträgen geholfen.
Anruf bei Frau des Anwaltes
Von den Scientologen belästigt worden sein soll auch die Frau des Anwaltes von Peter Letterese. Bei der habe sich ein männliches Vereinsmitglied mit der Behauptung gemeldet: “Ich bin der Liebhaber Ihres Mannes.”
Das ist zwar nicht besonders originell, aber medienwirksam ist die Klage. Hätte Peter Letterese damit Erfolg, bestünde für die amerikanischen Gerichte Lawinengefahr, denn die “permanente Verfolgung und Belästigung” von Kritikern ist vielen Organisationen nicht fremd. Die Scientology Church hat übrigens versichert, dass ihr derlei Verhalten völlig fremd sei. Na, dann kann aus dieser Klage ja nichts werden…
Scientology hat jetzt noch mehr Probleme, nämlich eine Untersuchung in Großbrittanien, wegen möglichem Misbrauch der Einwanderungsbestimmungen…
http://www.youtube.com/watch?v=ZFwxq2rmE08