Wasser, Mars und das Weiße Haus: “Vielleicht ist doch noch etwas mehr im Busch” – Ein Interview

In der letzten Woche platzte – mitten ins Sommerloch – die Meldung der Nasa, dass auf dem Mars Wasser nachgewiesen worden sei. Dass selbige jedoch auch Kontakt zum Weißen Haus aufgenommen hatte, wurde verschwiegen. “Da ist noch mehr im Busch”, meint der Weltraumexperte Harro Zimmer. Wird uns in den nächsten

marse.jpgIn der letzten Woche platzte – mitten ins Sommerloch – die Meldung der Nasa, dass auf dem Mars Wasser nachgewiesen worden sei. Dass selbige jedoch auch Kontakt zum Weißen Haus aufgenommen hatte, wurde verschwiegen. “Da ist noch mehr im Busch”, meint der Weltraumexperte Harro Zimmer. Wird uns in den nächsten Wochen mitgeteilt, dass wir nicht allein im Universum sind?

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RE: Herr Zimmer, ein Interview mit Ihnen vom vergangenen Wochenende auf Deutschlandradio Kultur ließ mich aufhorchen. Ein renommierter Kollege aus den USA, so sagen Sie, habe Ihnen verraten, die NASA hätte mit dem Weißen Haus Kontakt aufgenommen. Steht die ganz große Sensation also noch aus?

Zimmer: Inzwischen sieht die Situation etwas anders aus. Das Weiße Haus hat vage dementiert, von der NASA speziell hinsichtlich einer besonderen Entdeckung informiert worden zu sein. Merkwürdig ist jedoch die Tatsache, dass die Weltraumbehörde eilends für den 5. August 2008 eine Tele – Pressekonferenz  anberaumt hatte, in der die Wissenschaftler über den Nachweis von Perchlorat im Marsboden berichteten. Wissenschaftlich interessant aber nicht
weltbewegend, zudem auch zur Zeit noch etwas unsicher. Vielleicht ist doch noch etwas mehr im Busch.

RE: Zur Mars-Mission der Sonde Phoenix: Was ist die sichere Erkenntnis jetzt wert, dass es Wasser auf dem Mars gibt?

Zimmer: Wasser in flüssiger Form hat in ferner Vergangenheit die Oberfläche des Planeten geprägt. Vielleicht ist damals Leben entstanden, das in Form von Fossilien noch der Entdeckung harrt. Wasser heute könnte bedeuten, dass in ökologischen Nischen niedere Lebensformen möglich sind, und Wasser heute ist eine unabdingbare Voraussetzung für eine zu künftige Kolonisierung des roten Planeten.

RE: Wo steht die bemannte Raumfahrt derzeit? Was ist in den nächsten Jahren bzw. Jahrzehnten zu erwarten, was ist möglich?

Zimmer: Im nächsten Jahrzehnt werden wir bemannt den Mond erschließen und eine feste Basis errichten. Spätestens 2035 (ich hoffe deutlich früher) werden Menschen den Mars betreten haben. Die ehrgeizigsten Konkurrenten der Amerikaner und Europäer werden die Chinesen sein, die ihr bemanntes Programm systematisch weiter entwickeln und ein ambitioniertes Mondprogramm haben. Auch Indien drängt bemannt in den Weltraum und zum Erdtrabanten, doch hier ist zur Zeit noch der Anspruch größer als das technologische Potential.

RE: Abschließend die Gretchenfrage, Gibt es Ihrer Meinung nach intelligentes Leben außer dem unseren irgendwo “da draußen”? Wenn ja, wann und wie glauben Sie, werden die Menschen davon erfahren?

Zimmer: Leben im weitesten Sinne wird es in unserer Galaxis wahrscheinlich geben, wenn auch nicht als allgemeines Phänomen. Technisch intelligente Zivilisationen dürften eher extrem selten sein, kaum  mehr als eine handvoll. Erfahren werden wir es wohl zunächst nur über elektromagnetische Wellen (“Funk”, Laser-Kommunikation ect.).

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Interview: Felix Kubach

Das Interview auf Deutschlandradio vom 03.08.2008 (11:07 Uhr, Länge: 10:59 Minuten) können Sie auf dradio.de nachhören.

Photo Quelle/Copyright: vinnieFM, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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  1. “Gibt es Ihrer Meinung nach intelligentes Leben außer dem unseren irgendwo “da draußen”? Wenn ja, wann und wie glauben Sie, werden die Menschen davon erfahren?”

    Sehr geile Frage. Ja natürlich. Stochastisch muss es das sogar. ABER: Erfahren werden wir das nicht. Denn: Die Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt uns, dass intelligentes Leben mindestens einige 10 Tausend Lichtjahre weit weg ist. Sagen wir mal 30.000 LY

    D.h.:
    Es ist ausgeschlossen, dass die grünen Männchen, selbst wenn sie das Kunststück fertig bringen Lichtgeschwindigkeit zu erreichen, 30.000 Jahre durch die die Gegend fliegen um irgend einem Bauern in Utah eine Sonde in den Allerwertesten zuschieben und dann 30.000 Jahre zurück fliegen.

    Wenn wir Menschen davon erfahren, ist es Jahrtausende her (Auch bei Funkwellen oder ähnlichem)…

    Zum Vergleich: Der Mond ist über den dicken Daumen schlappe 4*10^-8 (!!!) Lichtjahre weit weg und wir brauchen mehrere Tage dahin.