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Saudi Arabien: Geht es auch ohne Dienstmädchen?

Samstag, den 16. August 2008 um 16:34 Uhr von Ayesha Saldanha

Für viele Menschen in der Golf-Region ist es ganz normal, Hausmädchen zu beschäftigen. Ein saudischer Blogger, der auf Hausangestellte verzichtet, wird dafür schwer kritisiert.

Ahmed Baaboud
beschreibt die Situation:

“Mein Bruder, besorge dir einfach ein Dienstmädchen und nimm es gelassen. Sei nicht so negativ, entspann dich und gönne auch deiner Frau Entspannung. Mit einem Dienstmädchen wird alles einfacher.”

Dieses Gespräch führte ich mit einem Arbeitskollegen. Er hält es für einen Fehler, wenn ich kein Hausmädchen beschäftige, um meine Frau zu entlasten und meine Tochter Joori zu versorgen. Ich erklärte, dass meine Frau nicht arbeitet, und dass wir uns in dieser Hinsicht von Anfang an einig waren. Sie wird nicht arbeiten gehen, solange wir kleine Kinder haben. Im Moment ist sie mit unserem zweiten Kind schwanger. Sie wird also noch mindestens vier Jahre keine Arbeit haben. Solange ist sie für das Haus verantwortlich, zumal das Haus klein ist und wir kaum Gäste haben.

Joori ist fast drei. Sie ist ein lebhaftes Kind und liebt es, mit anderen Kindern zu spielen. Mein Kollege wirft mir vor, Joori nicht zu den Spielplatz neben dem Haus zu bringen. Er sagt: “Wenn du ein Hausmädchen einstellst, und sie geht mit dem Kind zum Spielplatz, dann reicht das!” Ich antworte, wir würden Joori Freitags zum Schwimmbad und zur Bibliothek bringen, wo sie mit anderen Kindern lernt und spielt. Ich gebe zu, dass ich Joori nicht täglich zum Schwimmbad bringe, nicht einmal wöchentlich, und im Schnitt fahren wir alle zwei Wochen zur Bibliothek. Kein Zweifel, dass das ausbaufähig ist, aber ich sehe in einem Dienstmädchen keine Alternative.

Ahmed erklärt seine Motive, und bietet eine Problemlösung:

Wenn eine Frau nicht arbeitet und das Haus klein ist, sollte sie sich meiner Meinung nach um den Haushalt kümmern. Auf so kleinem Raum ein Hausmädchen zu haben, würde bedeuten, dass wir keine Privatsphäre mehr hätten - in unseren eigenen vier Wänden! Das Gleiche gilt für Joori. Ist es denn wirklich logisch und verantwortungsvoll ein Dienstmädchen für das Kind zu beschaffen, obwohl ich das für eine wesentliche Aufgabe der Eltern halte? Die Lösung könnte sein, die Zeit besser zu nutzen, etwa zwischen 17:00 Uhr und 20:00 Uhr den Fernseher abzuschalten, einen Stundenplan für gemeinsame Familienaktivitäten zu erstellen oder indem ich Hausarbeit übernehme … oder sonstwas … auf jeden Fall bin ich unter diesem Umständen gegen ein Dienstmädchen. Liege ich falsch?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Global Voices. Die Übersetzung erfolgte durch Clemens Harten, Teil des “Project Lingua“. Die Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Global Voices.

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