Jugendamt Wuppertal: Eine Mutter tritt in Hungerstreik

13. Juni 2008: Vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf erzielt Sinavere Mataj als Mutter von zwei Kindern einen Teilerfolg. Gut zwei Monate später muss sie vor dem Wuppertaler Jugendamt in einen Hungerstreik treten und RTL West einschalten, damit endlich jemand den OLG-Beschluss umsetzt. Das berichtet Paul Bludau vom Elternverband Bergisches

13. Juni 2008: Vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf erzielt Sinavere Mataj als Mutter von zwei Kindern einen Teilerfolg. Gut zwei Monate später muss sie vor dem Wuppertaler Jugendamt in einen Hungerstreik treten und RTL West einschalten, damit endlich jemand den OLG-Beschluss umsetzt. Das berichtet Paul Bludau vom Elternverband Bergisches – Land & Väterberatung Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung.

“Im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes in Deutschland, namentlich von Seiten der Jugendämter, kommt es zu Verletzungen der Menschenrechte, insbesondere der Artikel 3, 5, 6, 8, 13 und 14 der Europäischen Menschenrechtskonvention. Die Jugendämter in Deutschland unterstehen keiner wirksamen Kontrolle, weder fachlich noch rechtlich. Jugendämter setzen sich oft über rechtskräftige Entscheide von Gerichten zum Sorgerecht und zum Umgang hinweg.”

Jugendämter und Menschenrechte

So steht es in der “Bamberger Erklärung”, die während eines internationalen Symposiums zum Thema “Deutsche Jugendämter und Europäische Menschenrechtskonvention” verabschiedet worden ist. Dieses Symposium fand am 20. und 21. Oktober 2007 statt, die Leitung hatte Anneliese Oeschger, Präsidentin der Konferenz der Internationalen Nichtregierungsorganisationen des Europarates. In Wuppertal ist diese Erklärung möglicherweise noch nicht bekannt.

Viele Gespräche sind dem Bericht von Paul Bludau zufolge geführt worden, bevor die Düsseldorfer Richter für Sinavere Mataj in die juristische Bresche sprangen. Sie entschieden demnach: Bei der Traumtherapie, die ihre Kinder Kijano und Lush machen müssen, sollen das Jugendamt und der Vormund die Mutter einbeziehen. Das Ziel: ein regelmäßiges Umgangsrecht für Sinavere Mataj.

Doch mit den Sommermonaten kamen die Vertröstungen. Das Wuppertaler Jugendamt wies auf Personalmangel und Urlaubszeiten hin, auf die Frage, wie die Traumpsychologen ihrer beiden Kinder heißen, bekam die Mutter keine Antwort.

Vormund widerspricht

Anfang August suchten Sinavere Mataj und ihre Anwältin erneut das Gespräch mit dem Jugendamt, doch erst eine Klageandrohung brachte die Behörde auf vorläufigen Trab. Nun sollte nur noch eine Woche vergehen, bis die Weichen gestellt sind.

Damit allerdings war der Vormund nicht einverstanden, er legte Widerspruch ein. Als Sinavere Mataj das aus einem Brief des Jugendamtes erfahren hatte, sah sie nur noch eine Möglichkeit: Hungerstreik am 20. August 2008 ab 11 Uhr.

Dieser Streik dauerte nicht einmal eine Stunde. Vertreter des Jugendamtes erschienen auf der Bildfläche von RTL West und versprachen, dass innerhalb von zwei Tagen alles geregelt sei. Dann bekomme die Mutter Bescheid.

Sinavere Matej kündigte bereits an: “Sollte auch dieses Versprechen gebrochen werden, setze ich den Hungerstreik fort.”

Kommentare

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  1. Traurig, dass es so weit kommen muss!
    Danke an Readers Digest und an RTL für den Mut, dieses zu veröffentlichen! Meine Hochachtung!
    Da die staatliche Kindesentziehung in Deutschland alltäglich geworden ist, muss das Volk darüber informiert werden, damit sich jeder seine eigene Meinung bilden kann. Dazu haben nur wenige Medien den Mut.
    Nochmals danke an Readers Digest und an RTL.
    Herbert Greipl, Grafling