Der Killiwillychef Gerhard Smole stampft mit Francis D.D. String einen Benefizabend am 05.09.08 fürs Leipziger UT Connewitz aus dem Boden und lässt schon mal etwas das Tischdeckchen lüften. Bei Whiskey und Zigaretten traf ich mich mit den Beiden im Killiwilly und Gerhard redet auch schon etwas Klartext, während Francis lächelt…
Volly Tanner: Hallo Gerhard. Am 05.09. versuchst Du ja mit Freunden das UT Connewitz zu retten. Was ist denn an dem Haus so besonders?
Gerhard Smole: Hallo Volly, es gibt viele Gründe, sich für’s UT zu engagieren. Da wäre die Tatsache, dass Basiskultur in Leipzig nicht gerade üppig ausgestattet ist (dafür über eine Milliarde in die kürzeste und sinnloseste U-Bahn der Welt fließt) und in solchen Projekten, wie dem UT-Connewitz jeder Cent gebraucht wird. Zum anderen ist es halt ein wirklich einmaliges Haus, sowohl von der Kino-Historie bis hin zur Architektur.
Und wenn Künstler von einer besonderen Atmosphäre sprechen, dann ist da immer was Wahres dran. Die Optik, mit den Resten der prunkvollen alten Kino-Bühne, die Akustik und ein Rang als Backstage – das findest Du so schnell nicht wieder. Als wir uns das Musikprojekt “Eine Nacht – eine Band” ausgedacht haben, gab es sofort übereinstimmung, auch mit allen Musikern, dieses im und für das UT-Connewitz zu machen. Honorarfrei. Sicher, im Vordergrund soll am 5. September die Musik stehen, die “Big” Band, der Spaß zusammen mit dem Publikum – die “Rettung” wie Du es formulierst, ist so glaube
ich, bereits passiert, jetzt geht es um die Zukunft und dabei wollen wir mit dieser Idee gern helfen.
Volly Tanner: Und wer kommt nun?
Gerhard Smole: Das liegt in den Händen des “Regisseurs” und künstlerischen Leiters Mr. Francis D.D. String. Ich weiß von: Tino Standhaft, Die Art, Dr. Rost, Charlie Eitner, Wanted Tambo Toco, Tom Twist, Manuel Frühauf, Dir – Volly Tanner… und viele andere. Also eine tolle Mischung, da nicht alles verraten wird, kann man sich auf einiges gefasst machen, was da so auf der Bühne abläuft. Es wird keine Session, nach dem Motto: Mal sehen was rauskommt!, sondern es steckt schon eine Art Choreographie dahinter und viel Arbeit. Du kannst mir glauben: Ich bin selbst absolut gespannt, schließlich betreten wir Neuland in L.E.
Volly Tanner: Es geht ja auch um Respekt bei dieser Veranstaltung. Zum Beispiel beim Outfit der Gäste. Stilvoller Umgang mit der Musik sozusagen. Da kannst Du doch auch etwas dazu erzählen.
Gerhard Smole: Nun ja, Du weißt ja wie das Outfit manch Freizeitgängers aussieht. Wir wollen so etwas wie Respekt vor der Musik, dem Blues, dem Soul, der Kunst schlechthin – natürlich freiwillig. Also keine Angst, es wird niemand an der Kasse stehen und Schlipse für 50ct. das Stück verleihen (das gabs´früher immer in DDR-Nachtbars). Vor einigen Jahren war im Werk II eine Party (Verleihung Goldener Rüdiger) da wurde vom  Veranstalter das “kleine Schwarze” bzw. der Anzug explizit gewünscht. Unglaublich der Effekt! Man hat eine Reihe von Leuten üBERHAUPT NICHT erkannt und
anfangs sind nicht wenige Südmenschen fast zusammengebrochen vor Lachen. Es hat wohl allen recht viel Spaß gemacht.
Respekt vor Musik und künstlerischer Leistung schlechthin sieht man ja klassisch beim New-Orleans Blues. Also es ist nur ein zarter Wunsch der Veranstalter und ich fände den Kontrast zum UT-Interieur auch interessant und krass. Wir werden Deko und Licht anpassen und es gibt Cocktails und Sekt zu moderaten Preisen…
Volly Tanner: Es werden ja Leute wie Tino Standhaft auftreten – aber auch die Jungspunde von den 3Apes – das sind ja doch Generationensprünge. Was verbindet die denn untereinander? Kennen die sich alle schon?
Gerhard Smole: Auf jeden Fall werden sie alle von Francis D.D. String (Revision) zusammengeführt. Es gibt Proben, Treffen und z.T. kennt man sich. Ich weiß, dass in den Vorgesprächen alle – auch die jungen – begeistert/respektvoll herangehen, die “alten” Songs zu spielen.
Gemeint sind Sachen aus den 60ern und den 70ern, von Leuten wie Clapton, Dylan oder Gary Brooker. Gespannt kann man sein, wie das die ganze Truppe dann musikalisch umsetzt, wie sich Gitarristen oder Sänger/Sängerin in ihrem jeweiligen Stil unterscheiden, wie sie die Songs interpretieren.
Also, es bleibt spannend und die Beantwortung der Frage “Wer kann mit wem am Besten” (künstlerisch) wird uns erst der Abend beantworten. Sicher ist: auf die After-Show Party freuen sich alle schon jetzt.
Volly Tanner: Und gibts auch von Dir ‘ne Einlage am 05.09.08 in UT?
Gerhard Smole: Wenn ich singen könnte würde ich’s tun, aber ich bin völlig unmusikalisch was das betrifft. Dafür sagt man mir ein sehr gutes musikalisches Gehör nach, ich wollte auch mal irgendwann Toningenieur werden… – also mehr der Techniker im Music – Freak.
Ich habe mir ein spezielles Instrument gewünscht, mehr wird nicht verraten und nach der Show gibt’s ne nette überraschung für die Musiker.
Volly Tanner: Aha – bester Gerhardt – möchtest Du noch etwas sagen – zum Schluss, weil Du musst ja auch zurück an die Theke des Killiwilly.
Gerhard Smole: Ja: Kreuzt Euch den 5. September im Kalender oder im Handy an, informiert Freunde und Fans – denn das ist die beste Werbung. Wir wollen ganz bewusst keine Hochglanzkampagne starten, sondern nutzen myspace, Emails und die Webseiten vieler Freunde.
Und denkt dran: Das weiße Hemd nicht mit den schwarzen Socken waschen!! Freuen wir uns auf die Party.
Danke, lieber Volly.
Volly Tanner: Danke, Gerhard.
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