ARD: Werben für Wetten

Manchmal hat Gesetzesbruch auch Methode. Wenn die Champions League übertragen werden muss, dann fragt auch die ARD nicht mehr danach, was hierzulande erlaubt und was verboten ist: Während überall im Lande kleine Buchmacher wie Schwerverbrecher vor Gericht gezerrt werden, um sie daran zu hindern, arglose Familienväter mit kreuzgefährlichen Sportwetten in

bwina.jpgManchmal hat Gesetzesbruch auch Methode. Wenn die Champions League übertragen werden muss, dann fragt auch die ARD nicht mehr danach, was hierzulande erlaubt und was verboten ist: Während überall im Lande kleine Buchmacher wie Schwerverbrecher vor Gericht gezerrt werden, um sie daran zu hindern, arglose Familienväter mit kreuzgefährlichen Sportwetten in den Ruin zu treiben, nutzt das Erste Deutsche Fernsehen seine üppigen Einnahmen aus Rundfunkgebühren, verbotene Wettwerbung in alle Wohnzimmer zu verklappen.

Natürlich wissen sie alle, dass das nach dem neuen Glücksspiel-Staatsvertrag eigentlich verboten ist.

So verboten, dass jeder Staatsanwalt, der vor dem Fernsehschirm sitzt, von Amts wegen sofort Ermittlungen aufnehmen müsste. Zumal diesmal, im Unterschied zu früheren übertragungen, bei denen sich die ARD darauf herausredete, leider das Signal des Gastgeberlandes übertragen zu müssen, offensichtlich die ARD selbst über ihre Marketing-Agentur die bwin-Werbung eingekauft hatte: Neben dem hierzulande nach Ansicht der Landesregierungen verbotenen Glücksspielanbieter warben auf den Banden eher Spanien-untypische Anbieter wie die Norddeutsche Klassenlotterie, Krombacher-Bier und Gazprom.

Aber andererseits ist das scheißegal, weil “Acker” und “Steini” und all die anderen wackeren Wettspielbekämpfer schließlich alle mal Fußball gespielt haben. Wette, die werden sich nicht beschweren. Nein, auch nach der Dauerwerbeshow für bwin nicht, die die ARD unter dem Decknamen “Madrid : Schalke” ausstrahlte.

Quelle: politplatschquatsch.com

Kommentare

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  1. Kann man irgendwie nix gegen den Artikel einwenden – so isses …

    unsere Politiker sind eben so dumm, wie’s dämlicher nicht mehr geht. Sie wollen natürlich die Einnahmen aus Glücksspielen abschöpfen (deshalb hat ja weilen Casanova, ja selbiger, die Lotterie für den französischen König erfunden), aber jeden anderen daran hindern, dass er auch mitverdient.

    Das führt dazu, dass beispielsweiseich ich, der ich gelegentlich mal online im Lotto getippt habe, nichts mehr in die staatliche Lotterie einzahlen werde, sobald ich zum Lotto-Schalter wo auch immer gehen muss.

    Viele andere werden das ebenso halten. Weniger Einzahlungen, geringere Jackpots, weniger Staatseinnahmen.

    Schwachköppe. Hauptsache, die Spielsucht wird eingedämmt :-)