Georgien – der Aggressor als Opfer: Die wahren Ursachen des Kaukasus-Konflikts

KOMMENTAR: Georgien – der Aggressor als Opfer Die wahren Ursachen des Kaukasus-Konflikts *Von Luz María De Stéfano de Lenkait Aus London und aus Washington kommt die gezielte Des- information, Russland sei isoliert, Russland verursache Angst. Neue “buzz words” werden verbreitet, wie Russlands “Invasion”. Neue vom Westen erfundene Ziele werden Russland

rtzrtgfd.jpgKOMMENTAR: Georgien – der Aggressor als Opfer
Die wahren Ursachen des Kaukasus-Konflikts
*Von Luz María De Stéfano de Lenkait

Aus London und aus Washington kommt die gezielte Des- information, Russland sei isoliert, Russland verursache Angst. Neue “buzz words” werden verbreitet, wie Russlands “Invasion”. Neue vom Westen erfundene Ziele werden Russland unterstellt. Daniel Brösler in der “Süddeutschen Zeitung” (SZ) kommt von Verdrehungen der Tatsachen, Lügen und Desinformation nicht los, deren Ausgangs- punkt Merkels Beharren war, nicht erkennen zu wollen, was geschah, wer wo die explosive Lage im Kaukasus anzündete. Ohne diese redliche Erkenntnis gelingt kein Blick auf die Lage, der diese nicht verdreht. Allerdings ist die Verdrehung jetzt vorsätzlich, weil jetzt auch in diversen Regierungsstellen in Berlin die Fakten bekannt sind. Selbst die OSZE hat schwere Vorwürfe gegen die georgische Regierung für deren Vorgehen erhoben. Georgien, der Anfänger, nämlich der Angreifer, habe den Militärschlag gegen die abtrünnige Provinz Südossetien intensiv vorbereitet, heißt es im offiziellen OSZE-Bericht dem “Spiegel” zufolge. Berlin kennt den Bericht.

Die georgische Führung handelte so hinterhältig kriminell, dass sie ihre Volksbrüder im Schlaf angreifen ließ (7/8.8.). Diese skrupellose Machenschaft von Tiflis muss aufs schärfste von allen Ländern verurteilt werden, die sich zivilisiert glauben. Stattdessen vertuschen westliche Staatskanzleien und Medien böswillig die Wahrheit und wollen den Auslöser, den Aggressor als Opfer darstellen.In diesen irrsinnigen Kontext passt der Kommentar von Daniel Brössler. Primitive Vokabeln wie “Rachedurst” sind nicht nur deplaziert in einer Kommentierung, die sachlich und seriös sein sollte, sondern bloß primitiv, unwürdig für den Ruf einer seriösen Zeitung. Der Widerspruch zwischen SZ-Recherche und Meinungsbildung ist eklatant beim SZ-Kommentator. Das stellt seine Böswilligkeit gegenüber Moskau bloß. Entspricht seine seltsame Einstellung der ausgestreckten Hand der EU an den Kreml?Russland ist nicht das Dritte Reich. Wenn Daniel Brösler die Vokabel “Invasion” oder “Landraub” in bezug auf Russland unverschämt anwendet, verwechselt er die Situation am Kaukasus mit Nazi-Deutschland gegenüber Polen, mit den USA und Vasallen gegenüber Irak, Afghanistan und Serbien, wo Nato-westliche Okkupationskräfte ein noch gravierenderes kontinuierliches Problem geschaffen haben, als es je zuvor existierte.Die Nato-Länder haben 1999, 2001 und 2003 völkerrechtswidrige Kriege begonnen und am 17. Februar dieses Jahr die völkerrechtwidrige Anerkennung des Kosovo betrieben. Seit längerem drohen sie Iran völkerrechtswidrig mit einem Angriff. Wie kann ein Journalist, der so tut, als ob er die Freiheit des Westens zu schätzen weiß, das alles ignorieren? Das Verhalten Russlands im Kaukasus ist absolut verhältnismäßig im Gegensatz zu dem unverhältnismäßigen kriminellen Verhalten des Westens, der sich in den vergangenen Jahren über alle Maße über Recht und Gesetz hinweg setzte.

Das Unrecht der westlichen Schreckensherrschaft über andere Länder ist zu bekämpfen. Eine Schreckensherrschaft, die überall an der Seite der Tyrannei, Apartheid-Regime, Diktaturen und Autokraten stand – mit einer abscheulichen doppelzüngigen Sprache, wie sie jetzt wieder aus dem Mund einer als deutsche Kanzlerin unzuverlässigen Frau zu hören ist. Eine Frau, die von Völkerrechtsprinzipien nichts versteht und Falschheit als Wahrheit darstellt. Gewinnt sie den Applaus der widerwärtigsten Lügner im Weißen Haus fühlt sich diese Bundeskanzlerin sehr wohl und zufrieden in dem Glauben, sie hätte ihre Pflicht für Deutschland erfüllt.

Der EU-Sondergipfel, der Unsummen kostete, war absolut überflüssig. Nichts Neues kam dabei daraus. Die Reise von Präsident Sarkozy nach Moskau am Montag hätte ohne die schlechte Show in Brüssel stattfinden sollen.

SZ-Kommentator Daniel Brössler war schon vor mehr als einem Jahr absolut unfähig, sich mit der Rede von Vladimir Putin in München sachlich zu befassen. Eine Rede, die die Mainstream-Medien nicht veröffentlichten. So sieht die so genannte Pressefreiheit in Deutschland aus: Einfach alles unter den Teppich kehren, was herausfordert, anders zu denken. Diese Art Zensur kennzeichnet die Begrenztheit der etablierten deutschen Machteliten, die nicht offen und ehrlich sind, ihre Fehler einzusehen und sie zu korrigieren, um neue Brücken auf der soliden Basis von einheitlichen völkerrechtlichen Normen aufbauen zu können.

Das Völkerrecht ist längst vom Westen manipuliert worden und die Mainstream-Medien schwiegen dazu und schweigen weiter. Diese Verantwortungslosigkeit ist sicher auch ein Generationenproblem, das mit tradierter Bildung und Familienhintergrund zu tun hat. Deshalb braucht Deutschland einen Generationswechsel, vor allem bei den Medien. Die jüngste Generation schleppt keine antirussischen Reflexe mehr mit sich herum. Die jüngsten Deutschen sind viel offener und vorurteilsfreier als die Generation Daniel Brösslers, die immer noch in dem Schema von Gut und Böse, in Kategorien des Kalten Krieges, im Block-Denken unbeweglich bleibt.

Mit diesen simplen Schemata ist es natürlich sehr einfach, sich keine Gedanken zu erlauben, denn die Weltanschauung solcher Journalisten ist gerade ausreichend, um Propaganda-Klischees ohne weiteres Nachdenken zu reproduzieren. Es fehlt ihnen mentale Beweglichkeit. Ihre Darstellungen sind für einen Sportverein geeignet, wo Gewinner und Verlierer die Orgien der Massen provozieren.

Es ist dringend geboten, Journalisten unter der nachwachsenden Generation zu suchen. Die älteren finden ihre Verwirklichung am besten im Sport-Blatt, wo zwei antagonistische Spieler ihre Kräfte messen und einer gewinnt, der andere verliert. Diese Kategorien aber dürfen keineswegs eine zivilisierte Außenpolitik bestimmen, wo Verständnis und Zuhören untereinander eine verlässliche Basis für die gewünschte friedliche respektvolle Annäherung unter Staaten und Völker schafft.

  • *Luz María De Stéfano de Lenkait ist Juristin und Diplomatin a.D. Sie lebt in Deutschland.erschienen auf http://linkszeitung.de

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  1. Schöner Beitrag – vielleicht auch etwas stärker von Emotionen getragen als beabsichtigt. Zeitungs- und Medieninhalte werden heute in Berliner Hinterzimmern abgestimmt und mit einheitlichem Tenor veröffentlicht. Irgendwo wird vermutlich noch eine art Propagandastelle zwischengeschaltet sein, die sogar konkrete Formulierungen vorgibt.

    Mittlerweile scheren jedoch immer mehr Beteiligte aus (zuletzt der Bundeswehrverband) und das Lügengebilde beginnt zu wackeln. Das Deutschland seit Jahren Krieg führt, ist jedem Bürger klar; schließlich haben wir uns einer Allianz im “Krieg gegen den Terror” angeschlossen.

    Da wir uns seit der Regierung Schröder verstärkt den Russen geöffnet haben, zeigen sich die Amerikaner verärgert und zerstören diese -insbesondere wirtschaftliche- Partnerschaft mit allen Mitteln. Deutschland würde mit einer langfristigen sicheren Energieversorgung keinerlei Kriegsinteressen, weder im Iran noch in Afghanistan oder sonstwo, verfolgen. Deutschland braucht nicht Amerika aber Amerika braucht Deutschland. Da passt die Meinungsmanipulation über den Georgienkrieg doch bestens ins Bild.