Bin wieder denn mal wieder da

Ja, grüezi! … Heissa, war das ein Sommer. Komm ich zurück – und der Olmert ist immer noch da; naja, zumindest teilweise. Geneigte Leserinnen und Leser erinnern sich ja: “Papa, warum nimmt de Ehud Gäld”, fragte die viereinhalb jährige Principessa vor dem Sommer ihren Papa. Nun, der Ehud hat das

Ja, grüezi! … Heissa, war das ein Sommer. Komm ich zurück – und der Olmert ist immer noch da; naja, zumindest teilweise. Geneigte Leserinnen und Leser erinnern sich ja: “Papa, warum nimmt de Ehud Gäld”, fragte die viereinhalb jährige Principessa vor dem Sommer ihren Papa. Nun, der Ehud hat das ja jetzt ausführlichst der Anti-Korruptionseinheit – eine der wohl meistbeschäftigten Polizeieinheiten Israels – erklären können.

Ja, und auch in good old Europe lässt sich während eines lieben langen Sommers so die eine oder andere Nahost-Erinnerung an:

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Laufe am Nachbarhaus in Zürich vorbei – und mein geschulter Blick erspät Bekanntes: Katjuscha steht an der Klingel – bombiger Name, muss schon sagen. Ist etwa so, wie er Notfallarzt im Rambam-Krankenhaus in Haifa, der während des libanesisch-israelischen Krieges im Sommer 2006 israelische Soldaten zusammenflickte – der heisst Nasrallah.

Eine Agentur berichtet von der orthodoxen Familie, die mit 18 Koffern von Israel nach Paris fliegt – und ihre 3jährige Tochter am Flughafen vergisst. Dass die Agentur vom “Flughafen Jerusalem” spricht, spielt in dem Fall wohl auch keine Rolle mehr.

Ja, ja, die Orthoxen haben wieder mächtig überzeugt in den letzten Monaten – keine Sommerpause für die Vertreter Gottes: Knesset-Abgeordnete Nissim Zeev forderte Ende Juli im Parlament, man möge doch in Jerusalem die im Bau befindliche Strassenbahn durch Esel und Kamele ersetzen – hey, das ist jetzt echt echt: Eine Extra-Spur für Esel und Kamele in Jerusalem. Der Parlamentarier der Shas-Partei scheint Gottes Willen in der Tat eine neue Dimension verpassen zu wollen: Soll noch einer sagen, er glaube nicht ans “Jerusalem-Syndrom”; also eine “akuten und vorübergehnden psychotischen Störung, von der Bewohner und Besucher Jerusalems ab und an befallen werden”.

Ansonsten war’s ganz amüsant, soweit weg vom ach’ so heissen Nahen Osten.

Drehe in Amsterdam mit dem ollen Kolle. Na, der, der unseren Eltern in den sechziger Jahren bisschen was an sexueller Gleichberechtigung unter die Bettdecke bringen wollte. Oswalt Kolle, der Aufklärer der Nation im Interview. Stellt sich heraus, dass der niederländische Kameramann ein Kriegsfilmer war: Afghanistan, Beirut, Gaza – halt die netten fleckchen Erde, auf denen sich unsereiner ab und an so rummtreibt. Ja, dass hat er alles recht gut überstanden, der Kameramann – bis er in Tel Aviv auf dem Ayalon-Highway frontal von einem verpennten Autofahrer gerammt wird, sich die Kamera in seine Brust bort und seinen Brustkorp ziemlich zertrümmert. der Junge hat’s überlebt – und dreht jetzt eben Oswalt-Kolle-Interviews…

Will mir in Zürich, der selbsternannten Weltstadt, ein Dossier von vielleicht 30 Seiten heften lassen. Um 18.20 uhr laufe ich also in der Papeterie ein an einem der zentralen Plätze der Millionen-metropole. Well, “Sie können das Zügs (!) gerne hier lassen und morgen vormittag wieder abholen”, meint die Papeteristin, umringt von drei weiteren ziemlich gelangtweilten Papier- und Bleistift-Verkäuferinnen. Hm, ob es denn nicht bis Ladenschluss möglich wäre – nein, leider müsse man um 18.30 pünktlich und so weiter und so fort. Nun, es mag am Titel des dossiers gelegen haben: “Targeted Killing – legal aspects of the Israeli policy”. Oder wollen sie jetzt im Ernst behaupten, das mit der Weltstadt Zürich sei am änd öppen…?

Sitzt an der Bahnhofstrasse ein arabisches Paar, sie voll-verschleiert auf der Parkbank, er ein paar Nüsschen knabbert. Fährt ein orthodoxer jüdischer junger Schweizer vorbei – dermassen irritiert von den arabischen Gästen, dass er doch glatt in den Nahost-Korrespondenten knallt; die Medien geraten wieder mal voll unter die Räder.

Läuft die Prinicpessa mit dem Papa an drei Polizisten vorbei. Fragt die viereinhalb Jährige: “Papi, wo isch de Checkpoint?” Hey, war ja fast wie zu Hause, gell.

Also denn, bin denn wieder mal da.

Wir erinnern uns

Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.

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