Kriegsschiffe und Hungerstreik

Die bereits seit acht Jahren geführte Auseinandersetzung über die von Shell geplante Gaspipeline im Nordwesten Irlands (siehe Readers Edition Artikel vom 13.11.2006 und 29.08. 2008) hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Bereits am 30. August wurde ein Kanonenboot der irischen Marine in die Broadhaven Bay beordert, um die künftige Pipeline vor

dgesfdcd1.jpgDie bereits seit acht Jahren geführte Auseinandersetzung über die von Shell geplante Gaspipeline im Nordwesten Irlands (siehe Readers Edition Artikel vom 13.11.2006 und 29.08. 2008) hat einen weiteren Höhepunkt erreicht. Bereits am 30. August wurde ein Kanonenboot der irischen Marine in die Broadhaven Bay beordert, um die künftige Pipeline vor den Protestierenden zu schützen. Ein zweites Kriegsschiff, die LÉ Aoife, folgte zwei Tage später. Dies ist das erste Mal, dass die irische Marine gegen Zivilisten eingesetzt wird. (Quelle: indymedia.ie).

Unterdessen ist auch ein britisches Nuklear-U-Boot in irischen Gewässern aufgetaucht und beobachtet etwa elf Meilen entfernt die aktuellen Geschehnisse.(siehe hierzu: www.mayoecho.com) Am Abend des 9. September 2008 ist die Solitaire, das weltweit größte Schiff zur Verlegung von Tiefseeleitungen in Broadhaven Bay eingetrofffen. Fünf Demonstranten haben sich vor der Baustellenzufahrt der im Bau befindlichen Raffinerie angekettet, es kam zu weiteren Festnahmen.
Maura Harrington, eine 54-jährige Anwohnerin und Gegnerin der geplanten Raffinerie, befindet sich seit dem Eintreffen der Solitaire im Hungerstreik. In einem offenen Brief an den Kapitän der Solitaire, Simon van der Plicht, stellt sie klar, dass sie ihren Hungerstreik erst beenden wird, wenn die Solitaire die irischen Gewässer wieder verlässt. (siehe hierzu www.corribsos.com und irishtimes.com).
maura.jpgDie ehemals friedliche Gegend rund um Erris gleicht nach Aussagen von Anwohnern mittlerweile einem “Kriegsgebiet”, da Straßen blockiert sind und eine massive Polizeipräsenz vor Ort ist.

Laut einem Radiobericht des Senders Midwest-Radio vom 10. September hat die Besatzung der Solitaire ihre Arbeit wegen technischer Probleme vorläufig eingestellt und kehrt zwecks Reparaturarbeiten in den Hafen nach Killybegs zurück.

Den Bürgerprotest gegen das umstrittene Projekt (englisch) organisiert das Kampagnenbündnis Shell to Sea (englisch). Seine Sicht über das Projekt teilt Shell auf seiner irischen Website mit.

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