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BEST OF READERS EDITION – eine Wochenbilanz

Freitag, den 12. September 2008 um 16:54 Uhr von Redaktion Readers Edition
Die ersten Tage der Zukunft - die Readers Edition startet neuen Themenschwerpunkt.

Das ‘gefährliche’ Internet?“, fragt seit heute Morgen Dr. Michael Maier auf der Readers Edition. “Macht uns das Internet dümmer? Zerstört es unsere Kultur?” Oder werden die Jungen gar zu willenlosen Idioten, weil sie im Netz surfen?, stellt er sogleich einschlägige Thesen in den Raum, die nicht erst seit gestern durch unsere Medienlandschaft ziehen. Maier widersetzt sich dieser aufkommenden Skepsis: “Ich glaube das alles nicht, im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass das Internet kreative Kräfte freisetzt, deren Bedeutung man gar nicht hoch genug einschätzen kann.” Sprach’s und läutet sogleich unseren neuen Themenschwerpunkt ein. Gemeinsam mit ihm freuen wir uns nun auf möglichst viele Beiträge aus dem reichen Fundus der “Weisheit der Vielen”. Bevor es jedoch soweit ist, richten wir unser Augenmerk erst einmal auf den “Fundus” der vergangenen Woche.

Täglich Brot geb’ uns heute: Oder das leidige Thema Geld

Diese begann sogleich mit einem wahrhaften Aufschrei. Unser geschätzter Autor Claus-Dieter Stille titelte am letzten Dienstag: “Künstlersozialversicherung in Gefahr!” Die Ohren sämtlicher Freischaffender, die zugegeben in der Regel nicht allzu üppig verdienen, stellten sich auf. Einige Bundesländer würden sich doch wirklich für die Abschaffung der für viele so wichtigen Institution einsetzen. “Der Bundesrat fordert, dass die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindest unternehmerfreundlich reformiert wird”, heißt es in einer entsprechenden Meldung, die an diesem Tag ihre Kreise zog und für ordentlich Aufsehen sorgte. “Sollten die für die Abschaffung der Versicherung stehenden Bundesländer mit ihrer Empfehlung Erfolg haben, wäre das wahrlich ein Skandal. Es bedeutete, ein weiteres Stück des Sozialabbau in Deutschland zu befördern”, meint dazu Stille und fordert eindringlich, dass sich die Künstler das nicht so einfach gefallen lassen sollten. Man darf also gespannt sein, was am 19. September im Bundesrat stattfinden wird…

Um Finanzen kreist auch das Thema unseres nächsten Autors. Karl Nagel unterstreicht seinen Beitrag “Unwertes Leben…” mit folgendem provokanten Untertitel: “Wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen.” und trifft damit sogleich den Kern des Problems. Wie weit wird Vater Staat in der Sanktionierung Arbeit Suchender noch gehen? Was sind die nächsten Schritte, um Erwerbslose weiter zu gängeln? Nicht zufällig, so Nagel, hätten Professoren nun errechnet, dass man die Hartz-Sätze drastisch kürzen könne. Doch wie würdevoll ist das Leben dieser Menschen dann noch? Oder hat es gar schon jetzt keine mehr? “Der einzige menschliche Wert in der Gesellschaft ist die Erwerbstätigkeit. Wer diese nicht nachweisen kann, der hat bei der Bank keine Bonität und auch sonst nichts”, stellt der Autor ernüchternd fest und prophezeit: “Es ist nur eine Frage der Zeit, Verstöße gegen Arbeitsmarktlauflagen mit Inhaftierungen zu sanktionieren.” Doch Eines könne man den Menschen für die Zukunft schon jetzt sagen: Nur Erwerbstätigkeit mache frei. Arbeit sei minderwertig…

Back at home – zurück im Ausland

Wenden wir uns an dieser Stelle nun den freudigeren Themen dieser Woche zu. Nach zweimonatiger Abstinenz ist Kollege André Marty zurück und auch wir wollen ihn nun erneut herzlichst Willkommen heißen. In “Bin wieder denn mal wieder da” erzählt er uns von seinen Erlebnissen in seiner eigentlichen Heimat Schweiz und der ersten Betrachtung der Wahlheimat Israel nach so vielen Wochen. “Heissa, war das ein Sommer. Komm ich zurück - und der Olmert ist immer noch da; naja, zumindest teilweise”, stellt er sogleich fest. Doch auch während seiner Abwesenheit hat er das gebeutelte Land selbstverständlich nicht aus den Augen gelassen. “Ja, ja, die Orthoxen haben wieder mächtig überzeugt in den letzten Monaten - keine Sommerpause für die Vertreter Gottes”, resümiert er die Nachrichten, die ihn aus der Ferne erreichten, allerdings nicht das Amüsement abseits des “ach’ so heissen Nahen Ostens” schmälerten. Mit Oswald Kolle hat er gedreht, mit Mitarbeiterinnen eines Copy-Shops Diskussionen geführt. Und schließlich fragt ihn auch noch seine kleine “Principessa2 beim Anblick von drei Polizisten, 2Papi, wo isch de Checkpoint?”. “Hey, war ja fast wie zu Hause2, entfährt es ihm da. Und auch wir sagen. Welcome back!

Ob Familie und Freunde von Martin Pueschel das wohl auch bald wieder zu ihm sagen können? Sein Beitrag “Surfside Avenue – Anpassungsversuche in Australien“, lassen jedenfalls das unterschwellige Gefühl aufkommen, dass unser Autor der deutschen Heimat nicht für Immer den Rücken gekehrt hat. Seit drei Monaten lebt er nun am anderen Ende der Welt und lehrt uns in seinen äußerst lesenswerten Ausführungen, dass der Alltag eines Auswanderers rein gar nichts mit Eitelsonnenschein zu tun hat. Die glitzernde Urlaubswelt, frei von Sorgen und Nöten, die jedwedes Jammern eines solchen schon im Keim verbietet, lässt sich nicht hinüberretten in das oftmals einsame Leben jener, die neu sind in einer fremden Stadt, auf einem fremden Kontinent – tausende von Kilometern von vertrauten Dingen entfernt. Pueschel spricht “Vom Recht auf Traurigkeit” und vom Versuch los zu lassen, um irgendwo anders anzukommen. Wehmut und Wut keimen oft in ihm auf. “Alltag ist eben nicht nur ein Abenteuer. Vor allem ist es ein täglicher Kampf”, erklärt er eindringlich. Und vielleicht, ja vielleicht werde er in dieser Millionenstadt ja auch wahnsinnig. Wenn es da nicht ein kleines Kaffee in der Napier Street geben und er wieder denken würde, wie wunderbar es ist hier zu leben…

Startschuss für unseren neuen Schwerpunkt

Kaum hatte Dr. Michael Maier seine Ideen zu nächtlicher Stunde verkündet, da meldet sich auch schon Josef Bordat zu Wort. “Das Internet als Dialog-Plattform? Ein Beitrag zum Schwerpunkt“, schreibt er schon kurz nach dem Startschuss. “Das Internet ist eine tolle Sache, ohne Frage. (…) Ich sehe aber insbesondere bei den zahlreichen Auseinandersetzungen um bestimmte Zeitfragen in Foren und Blogs zwei Probleme, die ausschließlich im Internet auftreten. Sie betreffen Inhalt und Form der Dialoge, die damit ihrem Wesen nach als solche in Frage gestellt werden”, beginnt er seine Ausführungen zum Thema. Schwierigkeit eins, die Autor Bordat sogleich erkennt: Im Internet stehen zu bestimmten Sachverhalten die unterschiedlichsten Positionen bereit. Hier zu unterscheiden, zu filtern oder gar zu durchschauen fällt nicht immer leicht. Die Kompetenz des Nutzers ist hier also gefragt – er muss differenzieren. Doch was nutzt diese, denn “In der Anonymität des World Wide Web lässt es sich (…) auch nur zu gut folgenlos beleidigen, mit Unterstellungen arbeiten, Dampf ablassen”, kritisiert er den zunehmend rauen Ton. Das “Du” werde zum “Es”, echter Dialog werde kaum noch möglich. Das Internet verändere dabei nicht nur unsere Fähigkeit zur Problembewältigung oder unsere Sprache, sondern auch unsere Kompetenz auf
den Anderen als Partner in derselben Angelegenheit einzugehen. Bordat ist sicher: “Damit (…) das Internet als Dialog-Plattform wahr- und ernstgenommen werden kann, müssen die Beteiligten selbst für Besserung sorgen, denn Kompetenz, Sachlichkeit, Offenheit und Fairness kann man nicht von außen verordnen.”

Mit diesem Appell schließen auch wir unseren heutigen Wochenrückblick und freuen uns schon jetzt noch viele weitere spannende und vor allem aufschlussreiche Beiträge zum Thema zu erhalten. Wir sind schon sehr gespannt, wünschen Ihnen aber nun erst einmal ein geruhsames Wochenende. Machen Sie’s gut. Wir lesen uns nächsten Freitag.

Ihre Redaktion Readers Edition

Photo Quelle/Copyright: Gerd Altmann, via pixelio.de

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Eine Reaktion zu “BEST OF READERS EDITION – eine Wochenbilanz”

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  1. Zelokan

    am 13. September 2008 um 18:25 Uhr | Link | Kommentar melden

    Ob das Internet dümmer macht???????

    Eigentlicht nicht!

    Allerdings sind die meisten Menschen durch die FLUT an Nachrichten und Meldungen übberfordert.

    Eine Nachricht oder Meldung ist noch keine INFORMATION!

    Erst wenn man es einordnen bzw. deuten kann wird es zur Information.

    Da liegt das Problem……..

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