Web & Technik + Internetkultur
Das “gefährliche” Internet?
Macht uns das Internet dümmer? Zerstört es unsere Kultur? Werden die Jungen zu willenlosen Idioten, weil sie im Netz surfen? Drängende Fragen, wenn man so manche Schlagzeile in Deutschland liest.
Ich glaube das alles nicht, im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass das Internet kreative Kräfte freisetzt, deren Bedeutung man gar nicht hoch genug einschätzen kann. Es verändert in rasanter Weise unser Denken und unsere Gesellschaft. Für die, die sich im Internet tummeln, ist das keine überraschende Neuigkeit.
Aber für die, die das Internet nur vom Hörensagen kennen - und die zitierten Schlagzeilen der vergangenen Wochen zeigen, dass es nicht die Analphabeten sind! - für all die mag das eine verblüffende Information sein. In der Recherche zu meinem Buch “Die ersten Tage der Zukunft” haben wir mit meinem Redaktionsteam mit vielen, vielen Leuten in Deutschland gesprochen. Sie alle sind in irgendeiner Weise im Netz tätig - und wir haben geradezu eine Gegengesellschaft kennen gelernt: Offen, mutig, ironisch, selbstbewusst, solidarisch - wie das Internet eben so ist.
Deshalb wollen wir bei Readers Edition in den kommenden Wochen einen Schwerpunkt auf dieses andere Deutschland legen.
Wir wollen einzelne Gesprächspartner noch einmal zu Wort kommen lassen - und laden auch alle unsere treuen Leser/Schreiber ein, sich an der Diskussion zu beteiligen. Schildern Sie uns, wo das Internet Sie verändert hat, wo sie mit dem Internet Veränderung bewirkt haben. Wo Sie auf Widerstand gestoßen sind. Auf Unverständnis. Oder aber auf geniale Programmierer, intelligente Blogger oder kreative Denkerinnen, die mit ihrem Wissen über das Internet begonnen haben, das Land zu verändern.
Ich glaube, dass diese Form der Öffentlichkeit notwendig ist. Es muss einen Diskurs geben, der das Internet in diesem Land endlich von der ständigen Denunziation befreit, es sei nicht anderes als ein gewaltiger “Pornogewaltverdummungsabzockerkanal”. Diese ewig gleiche Leier, die einem entgegenschlägt, wenn es um das Internet geht, kann auch für Deutschland nicht der Weisheit letzter Schluss sein.
Ich freue mich auf möglichst viele Beiträge aus dem reichen Fundus der “Weisheit der Vielen”!












Das “gefährliche” Internet? « Die ersten Tage der Zukunft
[…] Mehr erfahren Sie auch unter www.readers-edition.de. […]
Ξ Buch von Michael Maier ("Readers Edition") über die Internet-Revolution Ξ UPLOAD - Magazin für digitales Publizieren Ξ
[…] “Die ersten Tage der Zukunft” heißt das Buch von Michael Maier, der u.a. einst Chefredakteur des Stern war, die Netzeitung gegründet hat und nun die Readers Edition betreibt. “Wie wir mit dem Internet unser Denken verändern und die Welt retten können”, heißt es im Untertitel. Und wer das nicht schon abgefahren findet, sollte sich den Beschreibungstext bei Amazon durchlesen: Delphine und Wale, Gleichzeitigkeit und das kollektive Superhirn kommen darin vor. Wow. Etwas besser verständlich ist da Michael Maiers eigener Artikel. Ein offenbar gerade gestartetes Blog gibt es (natürlich) auch. Macht Euch das Buch an? […]
meckerer
Die aus dem RL sollen uns in Ruhe lassen - Punkt-um.
Jetzt wo langsam aber sicher die Menschen das Internet (besser das meta-Internet wg: social-communitys, statt einer Website pro User) wieder erobern, wird zu viel Aufmerksamkeit wieder alles zerstören. Menschen, die im sogenannten realen Leben groß geworden sind (ich spiele hier vor allem auf unsere geist-fremden Machthaber, egal ob Wirtschaft oder Politik an) sind nur sehr schwer oder gar nicht in der Lage überhaupt nur Ansatzweise das Potential einer solchen Gesellschaftsform zu begreifen, und deswegen haben sie sehr große Angst davor. Wenn das Netz jetzt Aufmerksamkeit erzeugt, werden wir uns vor Gängelungen (siehe Hackerparagraph*) und Intrigen (siehe großer lauschangriff der EU**) nicht mehr retten können. Es ist nicht so, als würden findige Köpfe nicht einen Weg des umgehens finden, aber das wird den normalen Menschen nichts nützen. Zu viel Komerz tut dem Internet nicht gut (okay zu wenig auch nicht) und ist am anfang sofgar schädlich (siehe second-life disaster)
*http://de.wikipedia.org/wiki/Hackerparagraf
**http://www.heise.de/newsticker/EU-Innenpolitiker-wollen-saemtliche-digitalen-Nutzerspuren-ueberwachen–/meldung/115770
Rolf Ehlers
Das Internet macht die reale Erfassung der Welt einschließlich des Sebstverständisses der Menschen, die seine Möglichkeiten nutzen, leichter. Das ist jetzt schon so und wird sich gewiss verstärken, indem die Informations- und Meinungsangebote immer umfangreicher werden und ihre Sichtung und Verwertung immer einfacher. Das schafft Freiräume und Kapazitäten, die über die rein technischen Vorteile hinaus auch Chancen für eine allmähliche Verbesserung der
Wlet eröfffnen.
Ich sehe allerdings nicht, dass dadurch automatisch “anders” gedacht werden wird.
In vielen Bereichen der Wissenschaft und Praxis leichter von Statten, wenn die wichtigsten Bücher in gedruckter Form vorliegen. Die ergänzende Nutzung des Internet ist aber auch da von großem Wert. Ob es einen Qualitätssprung geben wird, also die Menschen wirklich vermehrt “Offen, mutig, ironisch, selbstbewusst, solidarisch” sein werden, ist allerdings zweifelhaft und kann ganz sicher in solcher Pauschaltät nicht angemommen werden. Das impilziert ja den Rundumschlag durch alle Bereiche unserer psychischen Identität vom Bewußtsein, Wollen, Streben, Empfinden und unbewußtem Registrieren.
Ob damit “die Welt gerettet” werden kann, ist auch sehr zweifelhaft. Dafür braucht es noch sehr viel mehr als perfekte Kommunikationsmöglichkeiten. Auch die Wissensgesellschaft kann nicht das Problem der notwendigen Bändigung der Macht
lösen. Sie steht selbst im Viiser der Mächtigen.
Dennoch: die intensive Beschäftigung mit dem neuen Medium ist höchst wertvoll. Dass Readers Edition da eine Basis für die Darstellung sein soll, freut mich.
Readers Edition » Das Internet als Dialog-Plattform? Ein Beitrag zum Schwerpunkt
[…] Das “gefährliche” Internet? […]
Readers Edition » BEST OF READERS EDITION – eine Wochenbilanz
[…] “Das ‘gefährliche’ Internet?“, fragt seit heute Morgen Dr. Michael Maier auf der Readers Edition. “Macht uns das Internet dümmer? Zerstört es unsere Kultur?” Oder werden die Jungen gar zu willenlosen Idioten, weil sie im Netz surfen?, stellt er sogleich einschlägige Thesen in den Raum, die nicht erst seit gestern durch unsere Medienlandschaft ziehen. Maier widersetzt sich dieser aufkommenden Skepsis: “Ich glaube das alles nicht, im Gegenteil: Ich bin davon überzeugt, dass das Internet kreative Kräfte freisetzt, deren Bedeutung man gar nicht hoch genug einschätzen kann.” Sprach’s und läutet sogleich unseren neuen Themenschwerpunkt ein. Gemeinsam mit ihm freuen wir uns nun auf möglichst viele Beiträge aus dem reichen Fundus der “Weisheit der Vielen”. Bevor es jedoch soweit ist, richten wir unser Augenmerk erst einmal auf den “Fundus” der vergangenen Woche. […]
Readers Edition » Diskussionen von Vor-Vorgestern: Ist das Internet Teufelswerk?
[…] Dieser Artikel ist Teil der Schwerpunkt-Themenreihe “Das gefährliche Internet?” auf Readers Edition. […]
Luciola Lazilia
Das Internet wird nur von den Mächtigen gefürchtet und dämonisiert, da sie dort keine Kontrolle über den Informationsfluss haben. Jeder kann dort schreiben, was er von den Vorgängen in der Welt hält, kann die Propagandamaschine der Mächtigen in Frage stellen, nein nicht nur in Frage stellen sondern auch durch Fakten bekämpfen, unangenehme Fakten, die Politikern und der Wirtschaftslobby übel aufstossen. Das Internet ist ein Paradies für Menschen die noch selbst denken wollen und sich nicht einlullen lassen. Es ist auch ein “Raum” in dem sich Menschen gegen die Ungerechtigkeit organisieren können (siehe anonymous vs. Scientology). Anonymous hat es mit der Macht des Internets, Menschen zusammen zu führen, geschafft, Massendemonstrationen gegen diese “Sekte” auf die Beine zu stellen. Und so wird das Internet auch Menschen zusammenführen, die der Mächtigen- und Politiker Lobby entgegentreten werden.
Das Internet ist DIE letzte Bastion der freien Meinungsäußerung und -bildung.
Leider wird diese Bastion von den Politikern im Auftrag der Mächtigen schon längst bombardiert.
Bombardiert mit Hackergesetzen und allumfassender Überwachung, die unter dem Deckmantel der Bekämpfung der Internetkriminalität und des Terrors aus dem Hut gezaubert worden, da die Propagandamaschinerie langsam beginnt auseinander zu fallen - man versucht alles, um auch noch den letzten Kritiker Mundtod zu machen, damit man nur noch die Sirenenklänge der Mächtigen hört.
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[…] Dieser Artikel ist Teil der Schwerpunkt-Themenreihe “Das gefährliche Internet?” auf Readers Edition. […]
randnotizer
das ist ja wie bei thomas gottschalk hier. in die erste reihe darf jeder, auch wenn er nichts zu sagen hat - hauptsache, er bringt ein buch mit für das er werbung machen kann. so long bürgerjournalismus, arrividerci und goodbye.
Ida
Ich habe wunderbare Erfahrungen mit dem Internet gemacht. Vor allen Dingen habe ich es geschätzt, mich kontrovers und sehr persönlich auszudrücken und gleichzeitig dabei massive Ängste von Verlassenheit abzubauen und den eigenen Standpunkt zu festigen.
In keiner Therapie konnte ich so gute Selbsterfahrungen sammeln.
Readers Edition » “Die absolut unregulierte Kommunikationswelt ist ein Kindertraum” - Ein Gespräch mit Prof. Dr. Michael Haller (Teil II)
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