Web & Technik + Internetkultur
Fernsehen 2.0: Zuschauer rücken via Internet zusammen

- “Komm’ rein auf ein virtuelles Bier!” - telewebber bietet TV-Spaß via Online-Community. Photo: screenshot
Sie sitzen vor dem Fernseher, schauen sich gemütlich eine Sendung an. Gedanken schießen durch Ihren Kopf. Sie wollen sich mitteilen, sich einfach mal über das Gesehene aufregen, scherzen, diskutieren… Doch der Platz neben Ihnen ist verwaist. Die eigenen Kommentare verhallen ungehört, Austausch findet nicht statt. Wie gern hätten Sie das TV-Programm gemeinsam mit Freunden verfolgt, zusammen spekuliert oder einfach nur jemanden bei sich gehabt. Was im Life 1.0 zuweilen schwierig erscheint, das ist nun im World Wide Web möglich. Die Zuschauer rücken via Internet zusammen und pflegen gemeinsam das, was sich sonst eher auf der heimischen Couch abspielen sollte.
Mit Hilfe des Portals telewebber.de wird Internet und TV frei nach dem Motto “gemeinsam besser fernsehen” zusammengebracht – und das in Echtzeit. “Jeder User kann sich eine Profilseite erstellen, ein Foto hochladen und mit anderen Mitgliedern chatten”, erklärt etwa heute.de das bunte virtuelle Treiben, welches auch schon einmal abseits der Thematiken auf dem Fernsehbildschirm angesiedelt sein kann. Während die einen zum Beispiel gerade über den potentiellen Mörder in ihrer Lieblings-Krimiserie spekulieren oder sich über die Hauptdarstellerin auslassen, laden andere zu netten “Trinkspielchen” ein.
Gründerpreis für die “virtuelle Couch”
“Telewebber.de soll Spaß machen - und ganz nebenbei auch als Social Network funktionieren”, erklärt Autor Dominik Rzepka das Credo der Plattform, die von Andreas Dittes, Jahrgang 1984, gemeinsam mit seinen zwei Freunden Hannes Schippmann und Heiko Seebach vor kurzem gestartet wurde. Und so tönen Mittels “Mood-o-Meter” zuweilen nicht nur Buhrufe, sondern ebenso anerkennender Applaus durch die “Internet-Hallen”, die auch schon bis ins Bundeswirtschaftsministerium gedrungen sind. Auf der IFA nämlich wurden die drei jungen Herren mit dem diesjährigen Gründerpreis für ihre “virtuelle TV-Couch” ausgezeichnet. “Mit telewebber wird eine TV-Community geschaffen, die die Atmosphäre eines gemeinsamen Fernsehabends digital abbildet. Der Fokus liegt auf Kommunikation und Interaktion in Echtzeit; man kann chatten, applaudieren, gemeinsam Werberaten spielen, bei Fußballspielen gelbe Karten verteilen und vieles mehr. Die ‘virtuelle TV-Couch’ bietet eine Reihe interessanter Geschäftsmodelle, von der Marktforschung über einen multimedialen TV-Rückkanal bis hin zu medienübergreifender Werbung”, so die Jury in ihrer Urteilsbegründung.
“Wir wollen TV und Internet auf eine neue Art verbinden”
Telewebber.de pflegt den “Digitalen Lifestyle” par excellence. Andreas Dittes ist sich deshalb auch ziemlich sicher: “Wir glauben, dass es mit telewebber möglich ist, klassisches Fernsehen wieder interessant zu machen und neue Möglichkeiten für die Nutzer und die Werbeindustrie zu schaffen. (…) Unser Fokus liegt auf ‘Realtime Crossmedia’ - wir wollen TV und Internet auf eine neue Art verbinden und damit interaktives Fernsehen durch Nutzung vorhandener Infrastrukturen ermöglichen.” Rund 1000 User haben sich dieser Verbindung bereits verschrieben. Gemeinsam erleben sie ihre auserkorenen Lieblingsserien wie etwa Dr. House, Stromberg oder Monk – den Laptop stets auf ihrem Schoß. Und wer weiß, vielleicht hat genau diese Gemeinde, die in den nächsten Monaten kontinuierlich wachsen soll, in nicht allzu ferner Zukunft sogar Einfluss auf das, was “Otto-Normal-Zuschauer” über die Flimmerkiste rennen sieht…










stromanbieter
telewebber.de ist ja letzendlich auch nur ein logisches Resultat aus dem zusammenwachsen der beiden Medienformen TV und Internet. Und steht hier als eine Art Bindeglied. Vielleicht wäre die Domain telewebber.tv vielleicht sogar noch passender gewesen ;-)
TV-Zitate
nunja, “telewebber” selbst beschreibt ja schon die nutzungsart. von daher ist dein ausdruck “bindeglied” schon ganz passend…
Ökostromanbieter
Naja, der hat der Autor bereits damals die Richtung erkannt. telewebber ist jetzt nicht so bekannt geworden. aber den trend haben sie schon richtig erkannt. es geht immer mehr in richtung digitale konvergenz..