TV-Tipp: Ausverkauf des Staates

Heute Dienstag, 23. September, ab 23:05 Uhr auf ARTE: Themenschwerpunkt Privatisierung Privatisierung: Ausverkauf des Staates Der große Ausverkauf: Dokumentarfilm von Florian Opitz Eine Filmbesprechung von “Der große Ausverkauf” gibt es z.B. hier. Verkaufen Sie jetzt – Bezahlen Sie später: Unsere Welt wird privatisiert Der große Ausverkauf Ein britischer Lokführer, eine

globwl.jpgHeute Dienstag, 23. September, ab 23:05 Uhr auf ARTE:

Themenschwerpunkt Privatisierung

Privatisierung: Ausverkauf des Staates

Der große Ausverkauf: Dokumentarfilm von Florian Opitz

Eine Filmbesprechung von “Der große Ausverkauf” gibt es z.B. hier.

Verkaufen Sie jetzt – Bezahlen Sie später: Unsere Welt wird privatisiert Der große Ausverkauf

Ein britischer Lokführer, eine philippinische Mutter, ein südafrikanischer Aktivist und die Bürger einer bolivianischen Stadt: Sie kämpfen bereits gegen das, was uns alle erwartet: den GROSSEN AUSVERKAUF

“Ich habe einmal bestimmte Aspekte der Wirtschaftspolitik mit moderner Kriegsführung verglichen. In der modernen Kriegsführung versucht man zu entmenschlichen, das Mitgefühl zu beseitigen. Man wirft Bomben aus 15 000 Metern, aber man sieht nicht, wo sie landen, man sieht keine Schäden. Es ist fast wie in einem Computerspiel. Man spricht von “body counts”. Das entmenschlicht den Prozess. Genauso ist es in der Wirtschaft: Man redet über Statistiken und nicht über die Menschen hinter diesen Statistiken.”
(Joseph E. Stiglitz / Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften)

“Mit dem Film DER GROSSE AUSVERKAUF möchte ich zeigen, was hinter dem abstrakt klingenden Phänomen der Privatisierung öffentlicher Dienste steckt. Was es für die Menschen bedeutet, die davon direkt betroffen sind. Was eine Gesellschaft verliert, die Konzernen die Verantwortung für ihre Grundversorgung überträgt. Die Protagonisten in DER GROSSE AUSVERKAUF haben zu spüren bekommen, was es heißt, wenn ihre Wasser- und Stromversorgung, Busse und Bahnen und sogar das Gesundheitswesen komplett privatisiert werden. Sie haben mit etwas zu kämpfen, das uns früher oder später alle betreffen wird.

Aber mir ist wichtig zu zeigen, dass die Protagonisten in DER GROSSE AUSVERKAUF keine passiven Opfer, sondern würdevolle und aktive Individuen, die in der Lage sind, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und die privatisierte Realität, in der sie leben, zu verändern. Und wenn es nötig ist – Widerstand zu leisten. Der Film möchte die Öffentlichkeit aufrütteln und auf eine schleichende und gefährliche Entwicklung aufmerksam machen, die unser aller Leben betrifft.”

(Regisseur Florian Opitz)

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  1. Ich glaube, es handelt sich beim Thema Privatisierung um ein zweischneidiges Schwert. Die eine Seite ist, daß eine ungebremste und unkontrollierte Privatisierung aller Bereiche tatsächlich der hemmungslosen Profitgier Tür und Tor öffnet. Das ist wohl unbestritten und bereits durch Beispiele belegt. Andererseits aber darf man auch nicht vergessen daß es Zeiten gab, wo sich große Teile der Bevölkerung bestimmte Privatisierungen geradezu gewünscht haben. Der Grund dafür war, daß Landes- oder Staatsbetriebe das Bonzentum gefördert haben. Es herrschte Parteibuchwirtschaft. Nicht die fachliche Qualifikation zählte, sondern die Parteimitgliedschaft.Im damaligen SPD-regierten Berlin war dieser Zustand besonders ausgeprägt. Das bedeutete praktisch, daß auf entscheidenden Positionen unfähige Leute saßen. So genoß die Post im damaligen Berlin den Ruf, ein ” Pennerverein ” zu sein, weil der Betrieb nicht richtig funktionierte. Und es wurde für einen guten Parteifreund, der sich verbessern wollte, auch mal eine Planstelle neu geschaffen. Eine solche Politik trug ebenfalls zur allgemeinen Verteuerung bei. Wenn man also gewisse Betriebe wieder in Landes-oder Staatshand überführen möchte muß man dafür sorgen, daß Bonzentum und Parteibuchwirtschaft künftig ausgeschlossen sind, sonst hätte man nichts gewonnen.

    Bernd Stichler