Ein Interview mit Robert Gould, Autor von “A Change in the Weather“
Robert Gould ist Autor, Kunstredakteur und freiberuflicher Webentwickler.
Sein Blog-Roman “A Change in the Weather” handelt von Scarlet und Thomas, die aus der Stadt wegziehen, um ein neues Leben in einem kleinen englischen Dorf anzufangen. Bruder und Schwester finden bald heraus, dass die Dinge nicht so sind, wie sie scheinen, und dass der nahe gelegene Bracken Wood ein Geheimnis birgt, das im Begriff ist offenbart zu werden. In diesem E-Mail-Interview spricht Robert Gould über seine Sorgen als Schriftsteller.
Wann fingen Sie mit dem Schreiben an?
Mein erster richtiger Versuch zu Schreiben begann in der Schule als ich 12 Jahre alt war. Glücklicherweise wurde er nie beendet. Vor ungefähr drei Jahren hatte ich einige Ideen für einen Roman, den ich skizzieren wollte. Ich erinnere mich, dass ich ein altes iBook verwendete und es eine Sciencefictionsgeschichte war, aber ich verbannte es schließlich in einen Ordner und vergaß es darüber. Es ist noch immer irgendwo auf meinem Laptop und ich werde wahrscheinlich darauf zurückkommen, wenn mein gegenwärtiges Projekt beendet ist.
Direkt danach fing ich an “A Change in the Weather” zu schreiben als die Ideen gerade flossen und nicht aufhören wollten. Ich kam bis auf halbem Wege durch und pausierte dann für ungefähr sechs Monate (in erster Linie, weil meine Tochter zur Welt kam und ich für längere Zeit alle Hände voll zu tun hatte!) Dann entschloss ich mich, die Geschichte auf WordPress zu übertragen und sie Kapitel für Kapitel online als einen Blog-Roman zu veröffentlichen.
Wie würden Sie Ihre Schreibe beschreiben?
In der dritten Person, mehrere Betrachtungsweisen, modernes Märchen, Blog-Roman, mit viel Fantasie und Mysterium, die für ein gutes Maß eingeworfen werden. Ich erinnere mich an meine eigene Kindheit und meine Freunde und wie ich in den Feldern in der Nähe unseres Hauses spielen würde, den Kirchhof und entlang der hiesigen Dampfeisenbahnstrecke forschen oder für lange Sommerwanderungen durchs Land gehe. Wir würden die großartigste Zeit haben, es war genau diese Abenteuerstimmung, die ich in meiner Schreibe klarmachen wollte, da Kinder in diesen Tagen manchmal gerade nicht wissen, was sie vermissen.
Wer ist Ihr Zielpublikum?
Ich denke nicht wirklich, dass ich ein Zielpublikum habe, obwohl junge Erwachsene “A Change in the Weather” mehr ansprechen könnte als, sagen wir mal, “ältere” Leser. Was mich motivierte, ist insgesamt eher eine andere Frage. Ich nehme an, dass ein Aspekt meine Kindheit war, die viel Lesen und das Entgehen in Fantasie-Welten von Autoren wie Roald Dahl, Enid Blyton, Lloyd Alexander und Ursula K. Le Guin mit sich brachte. Ich gebe auch zu ein wenig Dungeons & Dragons zu spielen – deshalb war auch Gary Gygax eine große Inspiration. In Rollenspielen geht es um Wirklichkeitsflucht und das Erforschen imaginärer Welten. Ich mochte die Tatsache, dass alles möglich war.
Wer beeinflusste Sie am meisten?
Wenn Sie über Autoren sprechen, da gibt es ziemlich viele. Insbesondere J. R. R. Tolkien, Neil Gaiman, Mervyn Peake, Terry Pratchett, Alan Moore, Jorge Luis Borges, H. G. Wells, George Orwell, Jules Verne. Und die Liste lässt sich fortsetzen. Aber dennoch ist es größtenteils Tolkien. Sein Weltgebilde und Detail, das er in den “Herr der Ringe-Zyklus” packte, waren phänomenal. Die Rassen, die Sprachen, die Geschichte, die Mythen, die Orte, die Darstellungen; es war eine echte Errungenschaft.
Was sind Ihre wesentlichsten Sorgen als Schriftsteller?
Nicht in der Lage zu sein zu schreiben, stecken zu bleiben oder sich selbst in eine Ecke zu schreiben, um dann wieder herauszukommen, zu erkennen, dass komplette Kapitel umgeschrieben werden müssen. Zurückzugehen und ganze Passagen umzuschreiben, was einen Haufen Zeit kostet, sind der schlechteste Teil. Eine Idee niederschreiben zu müssen, wenn Sie gerade im Auto oder einem anderen Ort sind, wo Sie nicht wirklich schreiben können, ist eine große Frustration. Der Versuch, sich später daran zu erinnern, kann auch ein Schmerz sein…
Schreiben Sie jeden Tag?
Meine Absicht ist es jeden Tag zu schreiben, obwohl das nicht immer machbar ist – besonders dann, wenn sich das Familienleben und das Schreiben überschneiden. Ich habe auch eine Vollzeitstellung als Kunstredakteur und bin freiberuflicher Webentwickler, deshalb neige ich dazu, mein Schreiben in die Nacht zu verbannen, um dann und nur dann ein bisschen Zeit zum Schreiben zu erhaschen. Natürlich ist es ein sehr langsamer Prozess und es ist nicht immer die beste Lösung, aber ich möchte mir lieber Zeit nehmen als zu hetzen.
Wie viele Bücher haben Sie bis jetzt geschrieben?
Es gibt nur eines im Moment und das ist noch nicht beendet. Ich habe bis jetzt ungefähr 100.000 Wörter und mehr als 65 Kapitel geschrieben. Mein Ziel sind in etwa 100 Kapitel. Der erste Teil des Buches umfasst 50 Kapitel und für den zweiten Teil liegt mein Ziel bei weiteren 50.
Worum geht es in Ihrem Buch?
In “A Change in the Weather” dreht sich alles um das Leben eines Bruders und einer Schwester – Scarlet und Thomas – die vom Gedränge und Hochbetrieb der Stadt wegziehen, um ein neues Leben in einem kleinen Dorf verborgen in der ländlichen Gegend Englands anzufangen. Bald wird es offenbar, dass die Dinge nicht so sind wie sie scheinen, und sie finden heraus, dass der nahe gelegene Bracken Wood ein Geheimnis birgt, das bereit ist offenbart zu werden.
Ich suche zurzeit nach einem Herausgeber, aber weil der Roman noch aktualisiert wird, nehme ich an, dass das warten müssen wird bis er vollendet ist. Ich würde liebend gern ganztägig schreiben, doch im Moment bin ich ziemlich glücklich, ihn auf diese Weise fortzusetzen.
Welche Aspekte der Arbeit fanden Sie am schwierigsten?
Als ich anfing hatte ich Schwierigkeiten in die Köpfe der Charaktere einzusteigen, obwohl das leichter und leichter wurde als ich das Schreiben fortsetzte und jeder Charakter eine andere Persönlichkeit annahm.
Was haben Sie am meisten genossen?
Absolut alle Aspekte diese Welt zu bauen; die Darstellungen, die Orte, die Mythen, die Charaktere, ihre Motivationen. Alles daran diese Welt zu erschaffen war angenehm und das ist ein Prozess, der weitergeht, gerade wenn ich schreibe. Manchmal kehre ich zu Kapiteln zurück und schreibe sie ein bisschen um oder überarbeite bestimmte Teile des Plots – die Tatsache, dass es ein Blog-Roman ist, macht es zu einem sehr elastischen Medium. Das wichtigste ist die Schilderungen glaubhaft zu machen.
Was unterscheidet das Buch von anderen Dingen, die Sie geschrieben haben?
Sicherlich die Tatsache, dass diese Arbeit beendet wird. Die anderen fühlten sich nicht “richtig” an und so verlor ich schließlich das Interesse an ihnen. “A Change in the Weather” ist dahingehend anders als das es so viele Ideen und Plot-Richtungen erzeugt hat.
Wovon wird Ihr nächstes Buch handeln?
Sobald “A Change in the Weather” vollendet sein wird, werde ich an einem Vorläufer dazu arbeiten, ein Gegensatz zu den unruhigen Zeiten des letzten Kreuzzugs 1291 als die Stadt Acres fiel. Außerdem habe ich einen Vorläufer zum Vorläufer geplant, dieser spielt zweitausend Jahre vor der Gegenwart und befasst sich mit Ereignissen, die in der gegenwärtigen Geschichte nur angedeutet werden.
Was würde Sie sagen ist Ihre bedeutendste Errungenschaft als Schriftsteller?
Die Tatsache, dass ich immer einen Roman schreiben wollte und nie dachte, dass ich es tun würde. Man sagt, dass jeder eine Geschichte zu erzählen hat, man muss nur auf stur schalten und dafür sorgen, dass sie auch geschrieben wird.
Dieses Interview erschien zuerst auf OhmyNews. Die Übersetzung und Veröffentlichung auf der Readers Edition erfolgte mit freundlicher Genehmigung von OhmyNews.
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