Miteinander reden – Bürgermedien sind Bestandteil der Mitbestimmung

Sie stehen abseits kommerzieller Interessen. Sie berichten über das, was sie bewegt und das nach Meinung der Fachjury “überzeugend und glaubwürdig”. Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Sport oder auch soziale Themen – ihr Spektrum ist weit gefächert. Zum vierten Mal wird heuer der Rundfunkpreis Mitteldeutschland – Bürgermedien, Hörfunk und Fernsehen verliehen

bumed.jpgSie stehen abseits kommerzieller Interessen. Sie berichten über das, was sie bewegt und das nach Meinung der Fachjury “überzeugend und glaubwürdig”. Wirtschaft, Politik, Kultur, Religion, Sport oder auch soziale Themen – ihr Spektrum ist weit gefächert. Zum vierten Mal wird heuer der Rundfunkpreis Mitteldeutschland – Bürgermedien, Hörfunk und Fernsehen verliehen und so treten am kommenden Freitag nun alljene Menschen in Halles Großem Thalia Theater ins Rampenlicht, die sonst eher selten auf der großen Bühne zu finden sind.

Bürgermedien als dritte Säule der Medienlandschaft

“Die Rede ist von Kindern und Senioren, von Menschen, die in den drei Ländern Bürgermedien nutzen, um Meinungsbildung ganz praktisch umzusetzen – und Themen zur Sprache bringen, die ihnen wichtig sind”, erklärt die Arbeitsgemeinschaft der mitteldeutschen Landesmedienanstalten (AML), bestehend aus der mitteldeutschen Landesmedienanstalt TLM (Thüringen), SLM (Sachsen) und MSA (Sachsen-Anhalt). Bürgermedien konnten sich in ihren Augen als dritte Säule der Medienlandschaft etablieren und seien aus den Fernsehprogrammen und UKW-Bändern der Städte mittlerweile nicht mehr wegzudenken. Der Preis soll deshalb hervorragende Programmbeiträge privater nichtkommerzieller Hörfunk- und Fernsehproduzenten aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen würdigen sowie das Engagement der Nutzerinnen und Nutzer des in den drei Ländern lizenzierten privaten nichtkommerziellen Hörfunks und Fernsehens bei der Berichterstattung über diese einzelnen drei Länder wie über die gesamte Region Mitteldeutschland hervorheben und sie ermutigen, Beiträge in hoher Qualität zu produzieren.

Bis zum 30. Juni hatten alle Interessenten Zeit ihre Beiträge einzureichen. Mehr als 200 davon aus diversen Ausbildungs- und Erprobungskanälen Sachsens, aus nichtkommerziellen Lokal- oder Uni-Radios und aus Offenen Kanälen lagen der Jury, bestehend aus Hörfunkjournalisten, Experten für sozio-kulturelle Arbeit und Fernsehen sowie Mitgliedern der Versammlung der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien und der Versammlung der Thüringer Landesmedienanstalt, vor und sorgten auch durch viele Publikumsrückmeldungen in den 27 verschiedenen Orten, in denen solche Sender existieren, für positive Resonanz. 1500 Euro gibt es in den drei Kategorien “Bester Beitrag”, “Bestes Experiment” und “Länderpreise” jeweils zu gewinnen. Ein Sonderpreis, dotiert mit je 500 Euro für den besten Hörfunk- und Fernsehbeitrag, geht an die besten Beiträge, die sich um den Klimaschutz bemüht haben.

Die Trennlinie zwischen Produzent und Konsument verschwindet

“Der Bürgermedienpreis ist eindrücklicher Beleg für die Steigerung der Beitragsqualität und der Professionalität der Nutzerinnen und Nutzer”, erklärt Martin Heine, Direktor der Medienanstalt Sachsen-Anhalt. Hier werden – völlig werbefrei – Fernsehen und Hörfunk von Bürgerinnen und Bürgern für Bürgerinnen und Bürger gemacht. Die Trennlinie zwischen Produzent und Konsument wird unscharf und verschwindet im Idealfall völlig. Alle Bürgersender bieten kostenlos umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Produktions- und Sendetechnik für interessierte Laien.

Mehr als 70 Offene Kanäle sind derzeit in Deutschland zu empfangen und geben den Nutzern die Möglichkeit völlig unbeeindruckt von Reichweiten, Zuschauerquoten und Werbeumsätzen ihr Grundrecht auf Meinungsfreiheit wahrzunehmen. Die Nachrichten von “nebenan” rücken so in den Fokus der Aufmerksamkeit. Im Idealfall, sind sich die Veranstalter sicher, könnten sie sogar Beteiligungspotentiale auf der lokalen Ebene aktivieren und zu einem aktiven und meinungsbildenden Faktor der örtlichen Kommunikation werden.Denn sie sind klarer Bestandteil der Mitbestimmung.

Photo Quelle/Copyright: Paul-Georg Meister, via pixelio.de

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