Ein Grund zum Feiern: Zehn Jahre “Hof der Hoffnung” bei Berlin

Am 4. Oktober, dem Tag des Hl. Franz von Assisi, fand das traditionelle “Franziskusfest” auf dem “Hof der Hoffnung” in Gut Neuhof statt. Der Hof liegt in Markee bei Nauen, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Berlin. Er wurde dort vor zehn Jahren auf dem völlig verwahrlosten Gelände des Gutes initiiert,

Am 4. Oktober, dem Tag des Hl. Franz von Assisi, fand das traditionelle “Franziskusfest” auf dem “Hof der Hoffnung” in Gut Neuhof statt. Der Hof liegt in Markee bei Nauen, etwa 50 Kilometer nordwestlich von Berlin. Er wurde dort vor zehn Jahren auf dem völlig verwahrlosten Gelände des Gutes initiiert, getragen von der Vision, zur Jahrtausendwende ein “neues Bethlehem” geschaffen zu haben, “in dem Gott zu den Menschen kommt”.

Seit zehn Jahren leben in den sanierten Gebäuden junge Menschen, deren Leben von Drogen und anderen Süchten beherrscht war und die gemeinsam einen Ausweg suchen und damit einen Aufbruch wagen, der mit einem radikalen Umbruch einhergeht. Statt der rituellen Betäubung und Weltflucht beherrscht die Hinwendung zum Nächsten und die praktische Arbeit auf dem Hof den neuen Lebensrhythmus der Rekuperanten. Landwirtschaft und Kunsthandwerk, Fleischerei und Café: das Projekt erwirtschaftet seine laufenden Kosten selbst.

Ein Jahr dauert das Rekuperationsprogramm.

Einer der Hof-Gründer, der Franziskanerpater Hans Stapel, betonte die Notwendigkeit, dieses Jahr in einer Gemeinschaft zu verbringen, in der das liebevolle Miteinander die entscheidende Rolle spiele. Es komme darauf an, die frohe Botschaft Jesu nicht nur am Sonntag Vormittag zu hören, sondern sie in die Tat umzusetzen, “das Wort zu leben”. Die im Evangelium verkündete Liebe sei universell, sie erstrecke sich auf alle Menschen und bringe ihnen Gott nahe, denn “Gott ist Liebe”. Nur durch diese Liebe könnten Menschen zu sich selbst finden und eine Wandlung erfahren.

Die nicht immer kirchennahen jungen Erwachsenen nehmen dieses Angebot dankbar an. Und bleiben in der Zeit nach dem Aufenthalt den neuen Idealen treu; die Rückfallquote ist mit 20 Prozent vergleichsweise gering.

Seinen Ursprung nahm das Gemeinschaftsprojekt von Franziskanerorden und Fokolarbewegung vor 25 Jahren in Brasilien, wo Pater Hans die erste “Fazenda da Esperanca” gegründet hat. Seit zehn Jahren breitet sich das Projekt in der ganzen Welt aus, alle drei Wochen wird eine neue “Fazenda” eingeweiht, schwerpunktmäßig in Lateinamerika, Afrika und Asien, aber auch in Europa. In Deutschland gibt es drei “Höfe der Hoffnung”, zwei in der Nähe von Berlin, einer – vor wenigen Tagen neu eröffnet – in Bayern. Über 10.000 jungen Menschen fanden in den 25 Jahren der “Fazenda”-Geschichte den Weg aus der Droge ins selbstbestimmte Leben.

Einer breiteren Öffentlichkeit wurden die “Fazendas” durch den Brasilien-Besuch Papst Benedikts im Mai 2007 bekannt.

Auf der Fazenda in Guaratingueta traf sich der Papst mit Pater Hans und hörte gebannt die Erfahrungen der Rekuperanten, die ihn so sehr beeindruckt haben müssen, dass er seither mehrmals bei unterschiedlichen Gelegenheiten auf die Glaubenskraft und die gelebte Liebe, die die Höfe und ihre Bewohner prägt, Bezug genommen hat.

Das Jubiläum auf Gut Neuhof feierten etwa 300 Freunde und Unterstützer des “Hof der Hoffnung” mit einem abwechslungsreichen Programm, das von den Rekuperanten organisiert und gestaltet wurde. In seiner Predigt im Rahmen der abschließenden Messfeier erinnerte Georg Kardinal Sterzinsky daran, dass die Entscheidung für das Hofprojekt keine leichte gewesen sei, weil es doch einige Fragezeichen gegeben habe, besonders die weltlichen Dinge betreffend, allen voran die ökonomische Machbarkeit. Doch manchmal seien eben Dinge möglich, die uns zunächst unmöglich erscheinen. Man merkte beim Blick in die Runde: Die Entscheidung, das Unmögliche mit Gottes und vieler Menschen Hilfe möglich werden zu lassen, hat sich gelohnt. Aus den Fragezeichen sind Ausrufezeichen geworden.

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  1. Mir wurde gestern mitgeteilt, dass die Veranstaltung von 700 Personen besucht wurde, nicht nur von 300, wie ich fälschlich geschätzt und geschrieben hatte. Ich bitte den Irrtum zu entschuldigen.

    J.B.