Local heroes rocken Berlin!

15 Nachwuchsbands kämpften auf der Popkomm um den Einzug ins Bundesfinale Einem Donnergrollen gleich rauschten die Bässe dem Publikum entgegen. Treibende Rhythmen und brachiale Stimmgewalten stürmten auf sie ein, während vielfältige Sounds für Klangerlebnisse sorgten, die wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird… Seit 19 Jahren heißt es bei

aefase.JPG15 Nachwuchsbands kämpften auf der Popkomm um den Einzug ins Bundesfinale

Einem Donnergrollen gleich rauschten die Bässe dem Publikum entgegen. Treibende Rhythmen und brachiale Stimmgewalten stürmten auf sie ein, während vielfältige Sounds für Klangerlebnisse sorgten, die wohl keiner der Anwesenden so schnell vergessen wird…

Seit 19 Jahren heißt es bei Aktion Musik/local heroes e.V.: “Ihr spielt die Musik”. Nun fand erstmals ein Bundeshalbfinale des deutschlandweiten Bandwettbewerbs im hiesigen Columbia Club statt. Während über drei Tage rund 400 Künstler in mehr als 25 offiziellen Locations ihr Können unter Beweis stellten und knapp 14.000 Besucher das größte Showcase-Festival der Welt stürmten, kämpften am letzten Tag der Veranstaltung 15 vielversprechende Newcomer mit vollem Einsatz um den Einzug ins Bundesfinale. Die jungen Musiker haben in dieser mehrstündigen Veranstaltung überzeugende Leistungen abgegeben. Sind sie doch allesamt bereits gekürte Landessieger, die zuvor in mehr als 150 Einzelwettbewerben aus rund 1600 Teilnehmern ermittelt wurden. Am Ende allerdings treten nur sieben von ihnen am 22. November in der Magdeburger Factory zum lang ersehnten Bundesfinale an. Dort heißt es dann erneut: “Wer wird die beste Nachwuchsband Deutschlands?”.

“Wir werden alles geben um das Publikum mitzureißen.”

afdsfdh.JPG“Wir haben uns vorgenommen den Club zu rocken und jedem, der sich darauf einlässt eine Möglichkeit zu geben, Spaß zu haben”, erzählten AudioEnema aus Nordrhein-Westfalen noch vor Beginn der Show. Und auch Männerurlaub, die für Schleswig-Holstein ins Rennen gegangen waren, stimmten euphorisch mit ein: “Wir werden alles geben, um das Publikum mitzureißen.” Ihr Credo, das sicherlich stellvertretend für alle Teilnehmer stehen konnte, war dann auch Programm. Von Dancehall bis harter Rock, Progressive bis Crossover: Stilistisch war im ehemaligen Kino am Flughafen Tempelhof so ziemlich alles vertreten, was sich der anwesende Musikfreund samt der Fach-Jury, bestehend aus 15 Experten der Medien- und Musikbranche, nur vorstellen konnte. Die Prophezeiung der Bands trat am Ende dann auch ein: Mit Unterstützung der local-heroes-Gewinner aus Österreich und Ungarn, Elijah und Creep, rockten diese local heroes Berlin!

In nur 20 Minuten Spielzeit galt es, Jury als auch das äußerst zahlreich erschienene Publikum von den vormals angepriesenen Qualitäten zu überzeugen und sich im wahrsten Sinne des Wortes den “Arsch abzuspielen”: Ob es sich also um eine “gelungene Mischung aus Reegaestyles und Pop/Rock bei der man einfach nicht stillstehen kann und mitgrooven muss”, wie sie etwa B-City Hookz aus Bremen ankündigte, drehte, oder es sich um eine “Salatschüssel” gefüllt mit einer “Mischung individueller Stile”, wie bei Campaign Like Clockwork aus Hessen handelte, die Entscheidung wurde aufgrund so unterschiedlicher Einflüsse und Ausführungen nicht leichter. Spiel, Innovation, Eigenständigkeit und viele weitere Kriterien mehr wurden deshalb erneut nach dem altbewährten 40:60-Konzept des Traditions-Contests bewertet. 40 Prozent für das tobende, aber vor allem durchhaltefähige Publikum vor der Stage und 60 Prozent für die Fachjury. “Es ist gut, dass die Jury keinen festen Regeln unterworfen war”, erklärte Pate und Jurymitglied Jäcki Reznicek, das diesjährige Konzept. Der bekannte Bassist der Band Silly und Dozent an der Musikhochschule Karl-Maria-von-Weber, Dresden achtete jedoch insbesondere auf die Bühnenausstrahlung, den Aufbau der Songs und das handwerkliche Können der Teilnehmer.

“Der local heroes-Contest ist eine gute Plattform unsere Musik einem sehr breiten Publikum zu präsentieren.”

ujiolkujh.JPGDoch vor dem frenetischen Jubel, den alle Bands aufgrund ihrer Darbietungen ernteten, stand die harte Arbeit – zumindest für einige Kandidaten. “Klar wurde nochmal intensiver geprobt. Jeder Song wurde nochmal einzeln durchgesprochen und bearbeitet. Hierbei kommt uns unsere Studiovorbereitung zu Gute, die auch gerade läuft”, erzählte etwa Jannis Kabitzke von Männerurlaub über die Vorbereitungszeit auf diesen großen Moment, dem sie alle so lange entgegengefiebert haben. “Mehr als die sonst auch üblichen Proben sind schon rein beruflich nicht drin. Wir haben uns dann nochmal am Donnerstag getroffen, geprobt, die Setlist festgelegt, unsere Klampfen in den Bus gepackt und sind nach Berlin geschippert”, erklärten dagegen AudioEnema schmunzelnd. Ob nun aber heftig geübt oder ganz geruhsam angegangen, das was Jannis abschließend betonte, schien für alle Kandidaten zu gelten: “Für uns ist es eine große Ehre an diesem deutschlandweiten Bandcontest teilzunehmen und unser Bundesland vertreten zu dürfen. Der local heroes-Contest ist eine gute Plattform unsere Musik einem sehr breiten Publikum zu präsentieren.”

Und das war letztlich auch allen Formationen vom hohen Norden bis in den tiefen Süden aufs Beste gelungen, so das Resümee von Moderator Phil, Gitarrist der Gruppe Dario, der gemeinsam mit Beatboxer Richman alias Richard Saar durch den Abend führte. “Musik macht teamfähig. Es ist gut zu wissen, dass junge Bands Träume haben, daran arbeiten und nicht auf die schiefe Bahn geraten. Local heroes ist ein Wegbereiter dafür”, hatte der bekannte Handballer Stefan Kretzschmar, Pate des Wettbewerbs noch vor der Veranstaltung erklärt. Für Harmoana aus Brandenburg, Männerurlaub aus Schleswig-Holstein, Campaign Like Clockwork aus Hessen, Toska & The Smood Brothers aus Sachsen-Anhalt, Café Jazz aus Sachsen, Luis & Laserpower aus Baden-Württemberg und schließlich B-City Hooks aus Bremen kann dieser Traum jetzt weitergehen. Sie sind nun unter frenetischem Jubel der Fans und ihr Glück selbst kaum noch fassend in die Endrunde eingezogen. Und so dürfte es am 22. November in der Magdeburger Factory auf ein Neues ziemlich hoch hergehen, aber vor allem noch einmal äußerst spannend werden. Die Veranstalter, die Jury als auch das Publikum werden dann erneut Musikgenuss vom Feinsten erleben und dank Turbostaat als Support mehr denn je ordentlich “eins auf die Ohren bekommen”. Denn das Motto des Wettbewerbs ist auch in sechs Wochen Programm: “Ihr spielt die Musik!”

Mehr Informationen auch unter www.local-heroes.de

Infobox: (alle teilnehmenden Bands)

- App-Ground (Rheinland-Pfalz)
- AudioEnema (Nordrhein-Westfalen)
- B-City Hookz (Bremen)
- Beta Test (Mecklenburg-Vorpommern)
- Café Jazz (Sachsen)
- Campaign Like Clockwork (Hessen)
- Fretted Frets (Hamburg)
- Halb 8 (Thüringen)
- Harmoana (Brandenburg)
- Luis & Laserpower (Baden-Württemberg)
- Männerurlaub (Schleswig-Holstein)
- Novochild (Berlin)
- The Coolspots (Bayern)
- Toska & The Smood Brothers (Sachsen-Anhalt)
- The High Pressure System (Niedersachsen)

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