PR-ächtig, PR-ächtig

Augen zu und Nachdenken: Welches Land auf Erden darf für sich den Titel des “Landes mit dem weltweit schlechtesten Image” in Anspruch nehmen? Augen auf: Nein, das ist nicht das Land der Banker, der Taliban oder sonstiger Bö[r]sianer. Den Titel holte sich Israel im so genannten “Nation Brand Index”, für

heloi.jpgAugen zu und Nachdenken: Welches Land auf Erden darf für sich den Titel des “Landes mit dem weltweit schlechtesten Image” in Anspruch nehmen?

Augen auf: Nein, das ist nicht das Land der Banker, der Taliban oder sonstiger Bö[r]sianer.

Den Titel holte sich Israel im so genannten “Nation Brand Index”, für den vierteljährlich 25 900 Konsumenten in 36 Ländern befragt werden. Verantwortlich für den Index ist der britische Wirtschaftsexperte Simon Anholt – und der hat auch eine Erklärung bereit für das harsche Konsumenten-Urteil: “Die Politik eines Landes kann dessen Wahrnehmung stark beeinflussen”. Um sein Image zu ändern, müsse Israel “deshalb bereit sein, sein Verhalten zu ändern.” Eine Schön-Wetter-Kampagne bezeichnet Anholt allerdings als “zwecklos”.

Nun, dass Anholts Studie auch Israel mit einbezog, blieb eine einmalige Sache. Und die Israel-Studie ist jetzt auch nicht mehr auf der Homepage des National-Brand-Index-Forschers zu finden.

Stattdessen soll’s jetzt eine andere britische Firma richten, das israelische Image. Acanchi heißt das Unternehmen, hat schon dem Libanon, Hongkong, der dominikanischen Republik, Belfast, und den Blue Mountains of Australia einen neuen Brand verpasst. Neuen Brand für die Blue Mountains okay, aber für den Libanon, Hongkong, die dominikanische Republik? Egal. Acanchi hat bereits Ideen, wie Israel zu einem neuen Brand wird: Die Imagekampagne wird ihr Augenmerk auf Israels wissenschaftliche und kulturelle Errungenschaften richten; das mit diesem Konflikt, das ist nun wirklich bloß bad news.

Acanchi soll jetzt also weiterführen, was das israelische Außenministerium angefangen hat

Die von Berufes wegen mit dem Verkauf Israels beauftragten Diplomaten versuchen sich etwa mit einer MySpace-Seite, laden ausländische Journalisten zu PR-ächtigen Weinreisen ein – hey, das ist kein Witz; Welcome to Israels Wineyards on the Golan-Highs. Solange die anreisenden PR-Schreiberlinge sich nicht nach dem völkerrechtlichen Status der annektierten Golan-Höhen erkundigen, kann das ganz feucht-fröhlich zu und her gehen. Und mit größtmöglicher Sicherheit werden die Gast-Trinker auch nicht angehalten, die zweitgrößten israelischen Weinereien zu besuchen: Barkan Wineries haben nämlich soeben aus jüdischen Siedlungen im besetzten Westjordanland de-investiert; saure Botschaft vom Weinhändler, sozusagen.

Übrigens: Vor Acanchi hat sich schon der PR- und Werbegigant Saatchi & Saatchi, US-Consultingfirmen wie James Carville und Stanley Greenberg an Israels Image versucht; nüchtern betrachtet wohl primär ein honorarmäßiger Erfolg für die PR-achtskerle. Denn alle haben sie ihr Mandat nach kurzer Zeit zur Verfügung gestellt. Thanks, and good by.

Aber die PR-eiser und PR-asser haben ja auch echt harte Nüsse zu knacken

Erklären Sie mal der Welt, dass Ihr Staatspräsident wegen mehrfacher Vergewaltigung vor Gericht stand, ihr Premierminister sechs Ermittlungsfälle wegen Korruption und Unterschlagung am Hals hat, der Chef und der Vize-Chef der Steuerverwaltung beim Mischeln und Mauscheln erwischt und verhaftet wurden, mehrere Minister einfach nicht zwischen Mein und Dein unterscheiden konnten. Da nützt der Verweis auf die üblen Gesellen im Gaza-Streifen und deren noch verwerflichere Taten halt recht wenig.

Und wie wollen Sie selbst der geneigtesten Zuhörerschaft verklickern, was der Kommandant des Nordabschnitts, Gadi Eisenkot, soeben zu Protokoll gab: Sollte es zu Angriffen der Hisbollah-Miliz auf Israel kommen, “we will wield disproportionate power against every village from with shots are fired on Israel, and cause immense damage and destruction,”  meint einer der höchstrangigen israelischen Generäle. Und “the possibility of harming the population is the only means for restraining Nasrallah”; die Zivilbevölkerung bombardieren, um den Hisbollah-Chef zurückzuhalten. Alles klar?

Falls nicht: Die fundamentalsten zwei Grundsätze des humanitären Völkerrechts sind die Unterscheidung zwischen schützenswerter ziviler Bevölkerung und gegnerischen Kämpfern als legitimen Zielen, sowie die Wahrung der Proportionalität.

Das wollen sie mit einer Image-Kampagne mit schönen Tier- und Naturbildli kontern?

Dieser Beitrag erschien zuerst auf andremarty.com.

Kommentare

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  1. Dieser Artikel sagt soooooooooooooooooviel aus und erklärt sich von selbst….
    Super Israel !!!
    Israel wird an ihre Politik gemessen, und die ist aggressiv, unmenschlich, erdrückend und unterdrückend, NIE wirst du deshalb ruhe finden!!
    Deine Gegner wirst du auch nie blenden können !!