“Realität, die nicht verschwindet” – Ein Lesetipp

“Wenn wir als Nachrichtenunternehmen unsere Augen davor verschließen vor dem was in der Social Media vernetzten Welt passiert, können wir gleich das Ende unseres Unternehmens unterschreiben”, erklärte die Online-Chefin der Bürgjournalismus-Plattform iReport.com, Susan Grant kürzlich im Interview. Heute macht sich auch die Süddeutsche Zeitung erneut Gedanken über das Thema “Bürgerjournalismus

cizo.jpg“Wenn wir als Nachrichtenunternehmen unsere Augen davor verschließen vor dem was in der Social Media vernetzten Welt passiert, können wir gleich das Ende unseres Unternehmens unterschreiben”, erklärte die Online-Chefin der Bürgjournalismus-Plattform iReport.com, Susan Grant kürzlich im Interview. Heute macht sich auch die Süddeutsche Zeitung erneut Gedanken über das Thema “Bürgerjournalismus im Netz”. Autor Thomas Schuler titelt “Realität, die nicht schwindet” und stellt sogleich fest: Früher habe man Amateurjournalisten belächelt. Doch das Internet verleihe den Laien mehr Möglichkeiten und größeren Einfluss.

Auch er greift in seiner Einleitung auf das Beispiel iReport.com zurück. Am Beispiel von Frederik Pleitgen, der für CNN International unterwegs ist, schildert Schuler, wie sein Kollege mehrmals täglich auf dieser Seite lande und sich frage: “Was könnte er verwenden?” Und schon ist er erneut bei dem Kernsatz der Debatte. “Verfechter und Gegner von Bürgerjournalismus streiten (…), ob er Fort- oder Rückschritt darstellt. Nutzt oder schadet Bürgerjournalismus dem Journalismus und der Mediendemokratie?” Früher, so erklärt er, bedeutete Bürgerjournalismus, dass Journalisten mehr auf Bürger hörten, heute dagegen, dass jeder Bürger Journalist spielen könne. Geändert habe sich aber die Bedeutung. “Früher hat man die Amateurjournalisten der Offenen Kanäle und Bürgerradios belächelt. Sie waren harmlos. Das Internet verlieh den Amateuren mehr Möglichkeiten und mehr Einfluss. Heute betrachten Profis Handyfotografen mit gemischten Gefühlen.”

Wie steht es nun um die Wertschätzung der so genannten Bürgerjournalisten?

Reuters hat seit fast zwei Jahren ein entsprechendes Portal, Stern.de betreibt ebenfalls eines. “Bild hetzt Leserreporter auf Prominente, die Saarbrücker Zeitung bittet Leser um Lokalnachrichten, und RTL wünscht sich keine Beiträge, sondern Rohmaterial von Wetterphänomenen – und erhält täglich 20 bis 50 Zusendungen, wie Nachrichtenchef Peter Kloeppel sagt. Mit Amateurbildern spare RTL kein Geld, sagt Kloeppel, aber Zeit im Kampf um Exklusivität.”

Ist also auch in Deutschland eine Welle der Akzeptanz auf dem Vormarsch? Oder fürchten die Profis weiterhin um ihre “Hoheitsstellung”? Die Stimmen, die der Autor zu Wort kommen lässt, sind jedenfalls immer noch zwiespältig. “Von keinem besonderen Erkenntniswert” ist die Rede. Andere sind der Auffassung, dass der Bürgerjournalismus dem professionellem Journalismus etwas hinzugefügt habe, allerdings nicht alleine stehen könne. Frederik Pleitgen allerdings sieht ihn “nicht als Gefahr, sondern als willkommene Ergänzung”.  Und da verblassen auch die Worte Schulers, der am Ende meint: “Das klingt dann so, als sei es sinnlos, dagegen anzurennen.”…

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Photo Quelle/Copyright: Thomas Hawk, cc creative commons, Bestimmte Rechte vorbehalten, via flickr

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