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Placeblog-Rundschau: Die Wochenendtipps

Donnerstag, den 23. Oktober 2008 um 15:51 Uhr von nicole oppelt
Katinka Buddenkotte sagt, “Ich hatte sie alle”…

Polizei will Test mit Nacktscannern starten“, “ZDF trennt sich von Elke Heidenreich” oder “Demokraten träumen von historischem Linksruck“: Ein Blick auf die heutige Nachrichtenlage lässt aufhorchen – oder aber gleich wieder zurück in die Kissen sinken. Gelebte Lethargie nennt sich das – schließlich hat auch der Allmächtige, wie Sascha Lobo und Kathrin Passig im Spot zu ihrem neuen Buch verraten – erst fünf vor Zwölf angefangen sich zu erheben. Also, schnell wieder einkuscheln, die Decke über den Kopf ziehen und warten, bis das Wochenende winkt. Das wäre immerhin eine legitime Möglichkeit, die jeder von uns sicherlich nur allzu gut kennt. Die andere allerdings wäre, unseren Placebloggern schon heute zu lauschen und mit ihnen fulminant in die freien Tage zu starten.

Allzeit bereit stehen uns hierfür wie immer unsere Kollegen von Fudder zur Seite. Selbst wenn der Rest der Nation im Bett bleiben mag, sie wissen immer: Wo rockt’s? Alle Partys und Konzerte fürs Wochenende.

München:

Für alle, die sich davon nicht haben aufschrecken lassen, geht es auch gleich geruhsam weiter. Und zwar mit polnischen Gegenwartsautoren im Muffatwerk. Dort liest bereits heute Abend um 19.30 Uhr der Verfasser von “Dojczland”, Andrzej Stasiuk Olaf Kühl in deutscher Sprache. Moderiert wird die Veranstaltung von Agnieszka Kowaluk. Einer der wichtigsten polnischen Schreiberlinge seiner Generation hält Einzug in der bayerischen Landeshauptstadt. Genau das richtige für einen kalten Herbstabend.

Hof:

Turbulenter mag es dagegen dieser Tage in Hof zugehen. Seit letzten Dienstag laufen dort nämlich die 42. Internationalen Hofer Filmtage. Wer braucht schon Cannes, wenn er Jahr für Jahr ins Oberfränkische kommen kann?! Immerhin gibt es auch dort rund 100 Filme zu sehen und Stars und Sternchen werden sicherlich ebenfalls anzutreffen sein. “Nach wie vor ist Hof, nach der Berlinale, aber vor München, das Schaufenster des deutschen Kinos”, erklärte hierzu Kollege Hans-Georg Rodek von der Berliner Morgenpost. Davon kann sich jeder noch bis zum 26. Oktober selbst überzeugen.

Eberswalde:

Halten wir also bereits jetzt fest: Wir können uns gemütlich bei einer Lesung niederlassen, tief in einen Kinosessel eingraben und mit Blick auf die nachfolgende Veranstaltung ganz bestimmt auch innerlich mehr denn je zur Ruhe kommen. Dafür sorgen werden die Westend-Gospel-Singers, die morgen Abend um 19.00 Uhr ein Konzert in der Maria-Magdalena Kirche Eberswalde geben. “Spirituals, die alten geistlichen Lieder der schwarzamerikanischen Gemeinden, werden genauso zu hören sein wie ältere und jüngere Gospelsongs, die überwiegend in Nordamerika entstanden sind, aber auch Titel, die in der jüngeren europäischen Gospelszene entstanden sind”, heißt es in der Vorschau. Und die hört sich doch ganz einladend an…

Hamburg:

Von den Hofer Filmtagen geht es nun in den hohen Norden. Denn auch dort, stehen die Zeichen auf Zelluloid-Streifen. Ebenfalls seit letzten Dienstag und noch bis kommenden Sonntag finden hier die 19. Lesbisch-schwulen Filmtage statt, die jährlich mehr als 14.000 Besucher in ihren Bann ziehen. “Die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg (LSF) sind nicht nur das älteste Filmfestival Deutschlands, in dem Schwule und Lesben von Anfang an zusammen arbeiten, sondern auch das drittgrößte Film-Event Hamburgs”, wird auf der Homepage des Events erklärt. Gemeinsam solle ein Forum für gesellschaftlich engagierte, diskussionswürdige und anspruchsvolle Filmkultur geboten werden. In den Herzen des Hamburger Publikums haben sie sich jedenfalls schon jetzt einen festen Platz erobert. Da sagt auch “Szene Hamburg”: “Es ist keine leere Versprechung der Programmmacher, dass der ‘hetero-normative Standard auf Hamburgs Leinwänden gehörig durchqueert’ wird.”

Klütz:

Es geht sicherlich dieser Tage bunt zu in Hamburg. Gleiches, aber auf einer völlig anderen Ebene, kann hier jedoch auch Klütz in der Nähe des Ostseebades Boltenhagen von sich behaupten. Denn ob “Baumnymphen, Himmelsfalter und Schwalbenschwänze – bis zu 600 bunter Falter flattern durch den neu eröffneten ‘alaris’ Schmetterlingspark”, denen zwischen Palmen und Passionsblumen hindurch in einer großen Freiflughalle gefolgt werden kann. Auch der äußerst seltene Atlas-Seidenspinner mit einer Flügelspannweite von bis zu 30 Zentimetern ist hier anzutreffen. Bis Ende November – solange sind die bunten Falter aktiv – ist täglich von 10.30 bis 17.00 Uhr geöffnet.

Greifswald:

Nun, eine gelungene Überleitung von Schmetterlingen zur Aktfotografie hinzubekommen ist nicht wirklich einfach, zugegeben. Doch versuchen wir es einmal mit dem übergreifenden Thema natürliche Schönheiten. Eine ganze Reihe solcher finden sich nämlich noch bis zum 4. Januar 2009 im Pommerschen Landesmuseum der Hansestadt. Gezeigt werden Aufnahmen des bekannten DDR-Aktfotografen Günter Rössler “darunter erstmals auch die in den Ateliers entstandenen Fotografien. Diese werden in einen Kontext gestellt mit Aktmalereien, -zeichnungen und -grafiken von Otto Niemeyer-Holstein und Susanne Kandt-Horn und mit Arbeiten der Usedomer Künstlerin Sabine Curio.” Wenn einem da nicht warm ums Herz wird…

Moers:

Weitaus unschuldiger, aber nicht minder spannend geht es dagegen im Rittersaal des Moerser Schlosses zu. “Nach den gelungenen Konzerten vom 27. April und 25. Mai diesen Jahres mit Schülerinnen und Schülern der Moerser Musikschule laden erneut viele junge Nachwuchsmusiker musikbegeisterte Zuhörer zu einem Konzert zum Thema ‘Neue Musik’” ein. Am kommenden Sonntag geht es bereits um 11.30 Uhr unter dem Motto “Von Stravinsky über Bartock zu Gershwin bis hin und Pop Musik” los.

Trier:

Ich hatte sie alle“: Dieser Ausruf hätte folgerichtig eher unter dem Hinweis auf Aktaufnamen in Greifswald kommen müssen. Stattdessen wurden junge Talente dazwischen geschoben. Sei’s drum. Wir nehmen den erotischen Spannungsbogen einfach wieder auf und verweisen an dieser Stelle auf die Autorin und Poetry-Slammerin Katinka Buddenkotte, die schon morgen um 20.00 Uhr mit ihrem neuen Programm “Ich hatte sie alle” im Kleinen Saal der Tuchfabrik zu sehen sein wird. “Das Fräuleinwunder der Untergrund-Literatur (…) hat sich mittlerweile als Satirikerin erster Güte bewiesen.” Ihr aktuelles Buch verspricht sicherlich erneut ihre typisch ironische weibliche Sicht auf ihre “Geschichten über die Schlimmsten”. Also, Bauchmuskeln zusammenhalten und der umwerfend komischen Vorleserin einfach folgen.

Gmünd:

Literatur steht in diesen Tagen hoch im Kurs.

“Augenblick verweile doch, du bist so schön”, heißt es schon bei Goethe. Diesen nehmen wir abschließend beim Wort und bleiben beim Thema Literatur. Wie passend, denn “Deutschland liest”, heißt es schließlich vom 24. bis 31. Oktober in vielen Bibliotheken der Republik. Hier wollen jedoch auch unsere österreichischen Nachbarn nicht hintanstehen. “Bereits zum vierten Mal findet in Gmünd in der Alten Burg von 24.-26. Oktober das jährliche Alpe-Adria-Literatursymposium des Kärntner Schriftstellerbandes statt. Heuriges Thema: ‘Kritik und Literatur’.” Bei freiem Eintritt wird dort zu öffentlichen Konzerten und Lesungen eingeladen. Mit dabei sind unter anderem die österreichische Chansonsängerin Lisa Stern, die Kärntner Dichterin Rezka Kanzian, die Rock-Band “Baby Shambles” aus Triest oder auch der Dichter und Musiker Christian Sinicco. Daneben gibt es auch eine hochkarätige Runde mit Literaturkritiern aus Kroatien, Slowenien und Österreich.

Und schon wieder bleiben wir beim Ausgangsgedanken unserer heutigen Rundschau hängen. Zurücklehnen, entspannen, die Seele baumeln lassen. Ob mit einem guten Buch, reizvoller Musik oder einer Ausstellung, die freien Tage können kommen.Abschließend sei jedoch erlaubt, unseren traditionellen Hinweis anzubringen:

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Photo Quelle/Copyright: Tina B. via pixelio.de, schubalu, via pixelio.de

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