Die absurden Kurssprünge an den Weltbörsen zeigen es deutlich, hier sind Kasinokapitalisten am Werk, die mittels massiver Leerverkäufe reihum die Weltbörsen ungerechtfertigt nach unten prügeln. Die Börsenaussichtsbehörden schauen diesem maßlosen Treiben nicht nur in Deutschland tatenlos zu.
Spekulation Grenzen setzen!
Warum wird nicht eiligst durch Schaffung der erforderlichen gesetzlichen Grundlagen Leerverkäufe von Finanztiteln aus dem Börsenkatalog gestrichen und Unternehmen, denen solche Machenschaften nachgewiesen werden können, die Börsenzulassung entzogen? Das wäre doch mal ein kostengünstiger Weg zur Stabilität der Finanzmärkte einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Es sollte doch möglich sein durch eine Mindestdauer von Haltepflichten dem einen Riegel vorzuschieben.
Wenn am 15. November sich die Führer der Welt in Washington treffen werden, dann könnte dies ein erstes konkretes Zeichen sein, dass man es mit einer Neuordnung der Finanzmärkte ernst meint.
Hedgefonds haben kräftig Federn gelassen
Offenbar sind insbesondere angelsächsische Banken bzw. Hedgefonds aber vielleicht auch die DWS der Deutschen Bank bei VW-Aktien mit ihren Baissespekulationen unter die Räder gekommen. Hier ein paar O-Töne zum Geschehen:
Max Warburton, analyst at Sanford Bernstein, said it had brought the German market into disrepute. “It is a huge question for regulators and arguably an embarrassment for all European capital markets.”
Christian Strenger, a board member at Germany’s largest fund manager, DWS, and a leading corporate governance expert, said: “It should get the politicians and supervisory authorities to think again about allowing this untransparent situation.”
Nun ist das Geschrei groß, da Porsche als Gegenspekulant ihnen einen dicken roten Strich durch ihre Bilanzen gemacht hat. Nicht die eigenen Leerverkäufe stehen plötzlich in der Kritik, sondern die plötzliche Mitteilung von Porsche nur noch wenige zehntel Prozentpunkte vom Übernahmeziel der Beherrschung von VW mittels Optionen entfernt zu sein.
Der Vorgang zeigt auch deutlich, dass ein großer Teil der Börsenturbulenzen von hochspekulativen Großinvestoren herbeigeführt wird. Die werden womöglich noch mit unbegrenztem Geld seitens der Zentralbanken ausgestattet. Das System pervertiert sich selbst. Es geht hier nicht mehr um eine faire Bewertung von Unternehmen, die an der Börse gehandelt werden, sondern im die Erzeugung von Stimmungen am Markt. Derzeit wird das große Drama eines totalen Zusammenbruchs der Kurse gespielt, um dann danach zu lächerlichen Minikursen in großem Stil einsteigen zu können.
BaFin ante portas?
Hier findet mithin ein gigantischer Vermögenstransfer statt. Dabei sind nun mal ausnahmsweise einige der bösen Buben selbst unter die Räder gekommen und – es ist nicht anders zu erwarten – rufen laut nach der staatlichen Börsenaufsicht. Die hat mal von alle dem nicht gewusst oder wie die Financial Times vermeldet: “Bafin said it had nothing to add to comments last week that it was looking at, but not formally investigating, the share price movements in VW. But a Bafin official said the integrity of Germany’s capital markets was at stake, adding: ‘We have had lots of large institutional investors call us to discuss what is happening.’”
Offenbar braucht es Selbsthilfe von Gegenspekulanten, um dem Treiben schmerzhaften Grenzen zu setzen, wenn es der Staat bez. Die Staatengemeinschaft nicht vermag.
blödsinn. man sollte sich doch mit einem thema beschäftigen, ehe man dazun publiziert. leerverkäufe verbieten ist soetwas wie schlechtes wetter verbieten. prinzipiell ist ja jeder, der heute ein aktie nicht hat, deren leerverkäufer – er spekuliert darauf, dass er sie billiger bekommt. was unterscheidet ihn von demjenigen, der die aktie nicht nur nicht hat, sondern sie gleichzeitig verkauft?
wie eine medaille zwei seiten hat, hat auch jeder handel zwei seiten – einen käufer und einen verkäufer. das kann man nicht verbieten, denn das ist die grundlage unserer art wirtschaft.