RE meets U&D: Gemeinsam auf der Musikmesse “Die Verstärker”

“Schon vor über einem Jahr existierte die Idee, die regionalen Labels zusammen zu bekommen und ihre Arbeit und ihre Bands vorzustellen. Wir schraubten schon an mehreren Konzepten und Terminen rum, bis uns klar wurde, dass wir die anderen Pools der Musikszene auch vertreten haben wollten”, erklärte die “Verstärker”-Crew im Vorfeld

bildn.jpg“Schon vor über einem Jahr existierte die Idee, die regionalen Labels zusammen zu bekommen und ihre Arbeit und ihre Bands vorzustellen. Wir schraubten schon an mehreren Konzepten und Terminen rum, bis uns klar wurde, dass wir die anderen Pools der Musikszene auch vertreten haben wollten”, erklärte die “Verstärker”-Crew im Vorfeld der Messe im Erlangener E-Werk. Am 25. und 26. Oktober 2008 war es dann soweit: die Plattform für Musikschaffende, Veranstalter, Labels, Bookingagenturen und viele andere mehr üffnete erstmals ihre Pforten. Auch das “Readers-Edition-on-Tour“-Team war dabei. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Umsonst & Draußen Bad Kissingen sowie mit Unterstützung von Gung Fu-Frontfrau Sandra, präsentierte sich das bunte Team auf einem gemeinsamen Stand.

Bepackt wie die Maulesel, nicht anders ist es zu bezeichnen, verließen die U&D-Vorsitzenden Tobias Schneider und Ralf Stierstorfer am Abend des 26. Oktober die musikerfüllten Hallen, die die gesamte Vielfalt der Metropolregion Nürnberg widerzuspiegeln schienen. Viele neue Kontakte hatten sie geknüpft, Erfahrungen mit Gleichgesinnten ausgetauscht, sich Workshops und Fachvorträge um die Nase wehen lassen und natürlich auch alte Bekannte der vergangenen U&D-Veranstaltungen wieder getroffen. Nun hatten sie es geschafft, um gefühlte 100 Visitenkarten, Demo-CDs und nette kleine Give-Aways reicher, wurde die Heimreise ins unterfränkische Bad Kissingen angetreten.

“Für uns war die Messe ein voller Erfolg”

“Just 4 the Music”, lautete das Motto der zweitägigen Veranstaltung auf mehreren Ebenen. Die Verantwortlichen des Kissinger U&Ds folgten diesem Aufruf nur zu gerne, entsprach es doch vollends ihrem eigenen Empfinden, das sie seit Jahren antreibt. Zum 13. Mal wurde im vergangenen Sommer die Kurstadt “gerockt” und mit der zweiten Winterkonzert-Reihe, die am 11. Oktober ihren Anfang nahm, wurde ein weiteres Angebot geschaffen, die verschlafenen Gefilde am Ufer der Saale zum Leben zu erwecken. Entsprechend liebevoll fiel denn auch die Präsentation der eigenen Projekte aus. Farbenfrohe Plakate wurden gedruckt, noch kurz zuvor Informationsflyer mit entsprechenden Internet-Verweisen gestaltet und auch die im Juni produzierten Festival-Filme mit nach Erlangen gebracht. “Für uns war die Messe ein voller Erfolg”, erklärten Stierstorfer und Schneider begeistert von so viel Vielfalt. Beide fühlten sich in ihrer Arbeit bestätigt, hatten sie doch nicht nur von umliegenden Ausstellern viel positives Feedback auf ihr langjähriges Engagement geerntet, sondern auch für die Zukunft schon so einige neue Ideen sammeln künnen. Besonders freuten sie sich über die Unterstützung von Frontfrau Sandra und das erneute Aufeinandertreffen mit The Ghost Rockets und Seniore Matze Rossi, die auch in Mittelfranken bewiesen, dass gute Musik nicht zwangsläufig aus den Zentren der Republik kommen muss.

“Die Musikszene in der Metropolregion brummt”

udte.jpg“Lange bin ich in der regionalen Subkultur aktiv und habe immer wieder mit Abschiedsschmerz fitte und fähige Leute in die großen Städte abwandern sehen. Klar ist das dicke B innovativ, das fette H spannend, das große M pulsierend, aber: die Aktiven in den ‘Provinzen’ sind nicht zu unterschätzen”, erklärte auch Wally Geyermann von E-Werk Erlangen. Die Vernetzung der Szene sei großartig und ihre Projekte immer wieder umwerfend, so der Insider.

Doch dass es mit der Außenwirkung hier noch hapert, dessen ist sich auch der Kulturreferent der Stadt Erlangen, Dr. Dieter Rossmeissl, bewusst: “Die Musikszene in der Metropolregion brummt; aber viel zu Wenige wissen davon”, betont er. “Bei uns arbeitet ein großer Teil der deutschen Musikinstrumentenhersteller, es gibt zahlreiche regionale Labels und eine Vielzahl von Bands, die Fürderung suchen und brauchen.” Der Titel der Messe ist in seinen Augen daher besonders treffend gewählt: “Verstärken kann man nur, was da ist, und die Metropolregion hat eine Menge zu bieten. Verstärker sind aber auch nütig, wenn sich die vielen und oft leisen Stimmen Gehür verschaffen wollen, um sich gegenseitig zu erkennen und von anderen besser wahrgenommen zu werden”, stellt der Geschäftsführer des Forums Kultur derEURopäischen Metropolregion Nürnberg abschließend fest.

Immerhin, so Dr. Roland Fleck, berufsmäßiger Stadtrat und Wirschaftsreferent der Stadt Nürnberg, seien die aktuellen Kennzahlen beeindruckend: “Die Musikwirtschaft der Metropolregion umfasst 476 steuerpflichtige Unternehmen, 3800 Erwerbstätige, zudem circa 1600 berufsmäßige Musiker. Insgesamt werden hier in der Musikbranche etwa 370 MillionenEURo Umsatz erwirtschaftet.” Für ihn also ein Grund mehr, diese durch Netzwerke zu unterstützen und zu stärken.

Das sehen auch die beiden Herren aus Bad Kissingen so: “Diese Messe für regionale Musikschaffende und alle Interessierten ist eine wirklich gute Plattform für weitere gemeinsame Anstrengungen. Man kann nur hoffen, dass sie weitere Kreise ziehen wird und sich in Zukunft als feststehender Termin im Kalender der Metropolregion verankert.”

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