“Web 2.0: Die Wahl als Dauer-Live-Erlebnis”

Der Marathon ist zu Ende. Das Ergebnis steht fest: Barack Obama wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. “Yes he can!”,” I’m so glad that Obama has won the election!” oder “Good Luck my Friend… it’s a sign of Hope. Keep it with you. And YES U CAN!!!”, sind nur

obam.jpgDer Marathon ist zu Ende. Das Ergebnis steht fest: Barack Obama wird der 44. Präsident der Vereinigten Staaten. “Yes he can!”,” I’m so glad that Obama has won the election!” oder “Good Luck my Friend… it’s a sign of Hope. Keep it with you. And YES U CAN!!!”, sind nur ein paar der vielen Reaktionen, die seit der Verkündung beispielsweise auf Facebook zu lesen sind. Auch Nils Jacobsen greift anlässlich dieses Ereignisses zur Feder. Allerdings stürzt sich der Autor in seinem Beitrag auf meedia.de nicht auf die überschwenglichen Ausrufe, die sich derzeit in unzähligem Ausmaß im Netz finden lassen, sondern betrachtet ganz pragmatisch das Gebaren der Medien in den letzten Stunden.

Lauffeuer auf YouTube, Facebook und Twitter

Auch für ihn kam das Ergebnis zunächst einmal nicht besonders überraschend. “Die Wahl war entschieden, bevor sie begonnen hatte. (…) Kein ‘too close to call’ (…) diesmal. (…) Und dennoch ‘History as it happens’ (…)”, beginnt er seine Auswertung. Denn: “Dank des Siegeszugs des Web 2.0s wurde der Wahlkampf zum konstanten Live-Erlebnis”. Dem Ernst der Lage zollend, wurde die US-Wahl 2008 “zum grüßten Medienspektakel des Jahres”. Diese schienen sich fürmlich überschlagen zu haben: Grüßer, schneller, mehr, aber vor allem einfallsreicher sollte es sein. Die Ereignisse wurden aufgesaugt wie ein Schwamm. “Ganz gleich, ob sich Sarah Palin einen neuen Lapsus in Interviews erlaubte, McCain Obama in der zweiten TV-Debatte despektierlich als ‘that one’ abkanzelte oder der 47-Jährige neue prominente Unterstützer aus der Popkultur gefunden hat – es verbreitete sich auf YouTube, Facebook oder Twitter wie ein Lauffeuer”, stellt Jacobsen fest.

Gähnende Leere diesseits des Atlantiks

Doch wie stand es um die renommierten Medien in der vergangenen Nacht? Wo war die Inspiration, der Feuereifer, das Neue, das sich viele erhofft hatten? CNN schien seine Sache ganz ordentlich gemacht zu haben und präsentierte einen “multimedialen Mix aus Schlagzeilen, ‘Developing Stories’ und ständig aktualisierten Zwischenständen der Auszählungen nach Bundesstaat”. Webcasts und Schaltungen zu Wahlparties ergänzten das Bild und andere amerikanische Medien taten es ihnen gleich. “Und diesseits des Atlantiks? Bis auf ‘Spiegel Online’ gähnende Leere”, so sein hartes Urteil. “Welt Online” und “Sueddeutsche.de” würden sich zum Zeitpunkt der ersten Ergebnisse immer noch mit dem tragischen Busunglück in Hannover beschäftigen. Focus.de bietet lediglich einen Ticker, der dann auch noch hinterherzuhinken scheint. Die “Financial Times Deutschland” wartet zwar mit einem News-Stream von CNN auf, doch Sparkassen-Werbung stüre den Gesamteindruck massiv.

Das scharfe Fazit seiner “Nacht im Netz”: “Viel versucht, wenig gelungen”. Claus Kleber und das ZDF etwa lockten ihn nicht wirklich hinter dem Ofenrohr hervor. “Selten wurde ein gestandener Moderator in einem Format so wohl fehlbesetzt wie der sonst so souveräne ZDF-Anchorman”, so sein Eindruck. Da bleibt dann wohl nur übrig, dem nächsten Präsidenten der USA lieber im O-Ton zuzuhüren – “live bei CNN oder cnn.com”.

Wie haben Sie die Wahlnacht erlebt?

Für Nils Jacobsen scheinen die vergangenen Stunden eine herbe Enttäuschung gewesen zu sein. Hiesige Medien konnten ihn nicht überzeugen. Doch wie steht es mit Ihnen, liebe Leserinnen und Leser? Wie haben Sie die Wahlnacht erlebt? Wo fühlten Sie sich am besten aufgehoben und vor allem, welches Konzept hat Sie überzeugt?

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Was ist Deiner?

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

  1. Pingback: insurancesitesfind » Blog Archive » "Web 2.0: Die Wahl als Dauer-Live-Erlebnis"