“Bad Kissingen, wo sindEURe Hände!”

Fünf Hip Hop-Bands aus dem Raum Franken ließen das Jugend- und Kulturzentrum beben Schon zum dritten Mal hieß es in diesem Jahr: “Hip Hop goes Bad Kissingen”. Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen im April und auf dem Umsonst & Draußen im vergangenen Sommer, hielten am letzten Freitag erneut fünf Hip Hop-Crews

DSC_0267.JPGFünf Hip Hop-Bands aus dem Raum Franken ließen das Jugend- und Kulturzentrum beben

Schon zum dritten Mal hieß es in diesem Jahr: “Hip Hop goes Bad Kissingen”. Nach zwei erfolgreichen Veranstaltungen im April und auf dem Umsonst & Draußen im vergangenen Sommer, hielten am letzten Freitag erneut fünf Hip Hop-Crews Einzug in die Kurstadt. Der Abend, anlässlich der zweiten Winterkonzert-Reihe, bot krachende Beats, treibende Rhythmen, aber vor allem eines – ausschließlich deutsche Texte.

“Wahnsinn, das ist ja irre. Ich habe gerade alles rausgeschwitzt”, ist ein Besucher noch vüllig außer Atem als die letzten Tüne im JuKuz verklingen. “Es wurde aber auch Zeit, dass der Hip Hop mal wieder nach Bad Kissingen kommt”, erklärt ein anderer. Zufriedene Gesichter allerorten. Denn Duett Yourself aus Würzburg, die Kissinger “Lokalmatadoren” Kronoflash, Lyrische Combo, ebenfalls aus Bad Kissingen, die Bambägga aus der nahe gelegenen Weltkulturerbestadt, die sich schon als Vorgruppe der Fantastischen Vier bewiesen, und die Lauertal Connection aus Maßbach hielten, was die Veranstalter des Jams im Vorfeld versprochen hatten: “Das U&D rettet Euch vor kalten Winternächten. Ab sofort heißt es wieder rocken bis der Schnee schmilzt”.

“Hip Hop ist unser Revier!”

DSC_0057.JPGWeiße Flocken waren zwar in dieser Nacht nicht in Sicht. Dafür aber jede Menge heiße Beats, die sich krachend den Weg in das zahlreich erschienene Publikum bahnten und so manch Erinnerung an die “gute alte Zeit des Rap”, aber auch an das gelungene Experiment “Hip Hop auf dem U&D” hoch kommen ließen. Schließlich war es ein Wiedersehen mit allseits bekannten Gesichtern, die zum Start ins Wochenende erneut ausriefen “Hip Hop ist unser Revier!”.

Und so bot sich nicht nur auf, sondern auch vor der Bühne ein Bild, das in Tagen von Großstadt-Gangster-Rap samt all seinen Auswirkungen, ganz im Sinne des Lauertal’schen Mottos klar macht. “Deutscher Hip Hop hat mehr zu bieten als Aggro Rap. Wir wollen nicht posen, sondern rocken.” Die Hände fliegen, die weiten Pullis der Zuschauer wehen – Spaß und durchdachte Texte mit Mehrwert standen an diesem Abend im Vordergrund. Keine Spur von Aggressionen, die sich, wenn schon erwähnt, dann einzig in unzähligen euphorischen Sprechchor-Battles mit den Akteuren auf der Stage äußerten.

Hip Hop satt auch im nächsten Sommer

DSC_0214.JPG“Bad Kissingen, wo sindEURe Hände!”, wurde so zum Schlachtruf des Abends. Stets begleitet von einer anfeuernden und hüpfenden Gästeschar, die die spontanen Support-Einlagen, in denen sich die Formationen ein ums andere Mal gegenseitig auf die Bühne baten, sichtlich genossen. “Ihr macht g’scheit Lärm”, sind diese denn auch sichtlich von ihren Fans, die sich stolz in den T-Shirts ihrer Vorbilder präsentierten und fast jede Zeile mitsingen künnen, begeistert. Das Spiel mit dem Publikum als auch untereinander funktionierte. Der kleine Saal des Jugend- und Kulturzentrums kochte.

So manch Anwesender träumte da schon von künftigen Veranstaltungen ähnlicher Art. “Es wäre toll, wenn im nächsten Sommer die Hip Hop-Bühne auf dem Umsonst und Draußen ausgebaut werden würde”, wurde da mit leuchtenden Augen geschwärmt. Ralf Stierstorfer, neben Tobias Schneider, U&D-Vorsitzender, kann diesen Wunsch getrost erfüllen. “In der zweiten Hälfte der Winterkonzertreihe wird es noch einmal ein Hip Hop-Event geben”, stellt er in Aussicht, “und auf dem kommenden U&D wird diesmal zwei Tage Hip Hop satt zu hüren sein.” Beide Verantwortlichen sind sich einig. “Das war wieder einmal eine richtig schüne Feier mit cooler Stimmung und wunderbaren Gästen.” Die Winterkonzert-Reihe befinde sich nun im zweiten Jahr und es wäre schün, wenn sich dieses vielfältige Angebot nun noch weiter in der Region herumsprechen würde.

DSC_0367.JPGNoch immer scheinen die lauthalsen “Zugabe”-Rufe, der teils weitgereisten Gäste durch das Haus zu klingen. Das Geständnis “Hip Hop, ich liebe Dich!” hat einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen und macht definitiv Lust auf mehr. Schon bald werden sich deshalb die Musikfans des Landkreises erneut im hiesigen JuKuz versammeln. Denn am 20. Dezember heißt es dann “Rock-Session” mit den Schrüders, die die Lokalformation Taschenrocker mit im Gepäck haben werden.

Doch so lange müssen die Leser der Readers Edition hoffentlich nicht warten. Kurz nach ihrem Auftritt haben wir uns vier der fünf Hip Hop-Crews geschnappt und mit Gastmoderator Christoph Stürmer, vielen vom letzten U&D als der “Mann mit der Gitarre” bekannt, eine kleine Videokonferenz gestartet. Erfahrt in Kürze also mehr über den Lifestyle der jungen Musiker, wie mancher von ihnen einen “Krono-Flash” bekam und was sie zum Thema “Aggro Berlin” zu erzählen haben.

Zu ein “paar wenigen, kleinen” Eindrücken des Abends geht es derweil hier.

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